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Nuklearer Iran gefährdet gesamte Region

Der saudische Außenminister Faisal bin Fahrbahn
Der saudische Außenminister Faisal bin Fahran (© Imago Images / Xinhua)

Der saudische Außenminister äußerte seine Besorgnis über einen atomar bewaffneten Iran, der den gesamten Nahen Osten in einen sehr gefährlichen geopolitischen Raum verwandeln würde.

Der saudi-arabische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan bin Abdullah Al Saud sagte am Sonntag, die arabischen Golfstaaten würden »sich selbst um die Gewährleistung ihrer Sicherheit kümmern«, falls Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelange. »Hat der Iran eine einsatzfähige Atomwaffe, ist alles möglich«, meinte er während der World Policy Conference in Abu Dhabi, als er auf ein solches Szenario angesprochen wurde.

»Wir befinden uns in einem sehr gefährlichen Raum in der Region. Die Zeichen sind im Moment leider nicht sehr positiv«, sagte Faisal laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. »Wir hören von den Iranern, dass sie kein Interesse an einem Atomwaffenprogramm haben. Es wäre sehr beruhigend, könnten wir das glauben. Wir brauchen mehr Sicherheit auf dieser Ebene.«

Der Iran bestreitet nach wie vor, dass sein Atomprogramm nicht nur friedlichen, zivilen Zwecken diene, doch die Größe dieses Programms mache für diese Erklärung schlicht keinen Sinn. So hat im September auch die UN-Atomenergiebehörde Zweifel am friedlichen Charakter des iranischen Atomprojekts geäußert. Sie sei »nicht in der Lage zu versichern, dass das iranische Atomprogramm ausschließlich friedlich ist«, erklärte die IAEO damals in ihrem Bericht.

Indirekte amerikanisch-iranische Gespräche zur Rettung des als Gemeinsamer Umfassender Aktionsplan (JCPOA) genannten Atomabkommens zwischen dem Iran und den Weltmächten aus dem Jahr 2015 kamen im September zum Stillstand.

Riad bleibe »skeptisch« gegenüber dem Abkommen, sagte Prinz Faisal, unterstütze aber die Bemühungen um seine Wiederbelebung »unter der Bedingung, dass es ein Ausgangs- und kein Endpunkt« für ein stärkeres Atomabkommen ist. Die arabischen Golfstaaten wollen eine Vereinbarung, die auch ihre Bedenken hinsichtlich der iranischen Raketen- und Drohnenprogramme sowie der Finanzierung eines Terrornetzwerks regionaler Stellvertreter durch die Islamische Republik berücksichtige.

Bereits vor einem Jahr, im Dezember 2021, hatte der saudische Professor für politische Soziologie an der King Saud University, Khalid al-Dakhil, erklärt, Saudi-Arabien unterstütze zwar einen atomwaffenfreien Nahen Osten, müsse sich zur Selbstverteidigung aber selbst nuklear bewaffnen, sollte der Iran in den Besitz der Atombombe gelangen.

Wenn es der internationalen Gemeinschaft gelinge, das iranische Atomprogramm zu stoppen, wäre das großartig, wenn aber nicht, müsse sich Saudi-Arabien »ebenfalls eine Atomwaffe beschaffen. Andernfalls wird das Gleichgewicht in gefährlicher Weise gestört, was für Saudi-Arabien und die gesamte Region von Nachteil sein wird«, sagte Al-Dakhil damals.

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