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Muslimbruderschaft plant weltweit Gründung alternativer Organisationen

Demonstration des pakistanischen Muslimbruderschaft-Ablegers Jamaat-e-Islami
Demonstration des pakistanischen Muslimbruderschaft-Ablegers Jamaat-e-Islami (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Vertreter der Muslimbruderschaft haben kürzlich Konferenzen abgehalten, wie nach der Entscheidung der USA, wichtige Zweige der Gruppe als terroristische Organisationen einzustufen, vorgegangen werden soll.

Arabische Experten haben erhebliche Verwirrung innerhalb der Reihen der Muslimbruderschaft offenbart. Zugleich berichten sie über Bemühungen der Organisation zur Milderung der möglichen Auswirkungen der Einstufung durch die USA auf ihre Zweige weltweit, insbesondere in Europa und im Nahen Osten. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Anfang letzter Woche eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, um die Einstufung bestimmter Zweige der Muslimbruderschaft als Terrorgruppe zu prüfen – ein Schritt, der Sanktionen gegen eine der ältesten und einflussreichsten islamistischen Bewegungen in der arabischen Welt nach sich ziehen würde.

In Trumps Dekret heißt es, mit seiner Verordnung werde ein Verfahren zur Einstufung bestimmter Zweige der Muslimbruderschaft als »ausländische terroristische Organisationen« eingeleitet, wobei insbesondere die Zweige der Bruderschaft im Libanon, in Ägypten und in Jordanien genannt werden. Diese »schüren den Terrorismus, begehen, erleichtern oder unterstützen Gewalt und destabilisierende Kampagnen, die den Interessen der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten im Nahen Osten schaden und stellen eine Bedrohung für die Bürger der Vereinigten Staaten und die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten dar«.

Interne Treffen

Als Reaktion auf den Schritt der USA hielt die Muslimbruderschaft nach der Jahreskonferenz der Jamaat-e-Islami, dem lokalen Ableger der Organisation in Pakistan, mehrere Treffen ihrer internationalen Organisation ab. Diese Treffen waren von Verwirrung geprägt, nachdem die USA die Ableger der Muslimbruderschaft in Ägypten, Marokko und im Libanon als ausländische terroristische Organisationen eingestuft hatten. Quellen berichteten der Nachrichtenwebsite Al-Ain, dass die Teilnehmer alle Zweige der Muslimbruderschaft weltweit, insbesondere in europäischen Ländern und auf den beiden amerikanischen Kontinenten, anwiesen, Druck auf Politiker und Regierungen auszuüben, um zu verhindern, dass diese Länder die Einstufung der Muslimbruderschaft als terroristische Organisation ausweiten.

Der ägyptische Experte für die Muslimbruderschaft Maher Farghali bestätigte, dass die Organisation Besprechungen abgehalten habe, um die zu erwartenden US-Maßnahmen zu diskutieren. Diese Treffen führten laut Farghali zu neuen Strategien, die auf organisatorischer Tarnung und Veränderungen innerhalb der Gruppe basieren. »Die Muslimbruderschaft versucht, die Namen ihrer Institutionen zu ändern und zu vermeiden, die Existenz einer globalen Organisation öffentlich zuzugeben.«

In dieselbe Richtung geht ein Bericht von Sky News Arabia, nachdem die Muslimbruderschaft begonnen habe, an einem Plan zur Umstrukturierung ihrer Organisation zu arbeiten und alternative Einrichtungen zu schaffen, die nach außen hin nicht mit der Gruppe in Verbindung stehen. Derselben Quelle zufolge sieht der Plan auch die Einsetzung neuer Führungskräfte vor, die den Sicherheitsdiensten in europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten unbekannt sind.

Vorbeugende Maßnahmen

Darüber hinaus enthüllte ein Anfang letzten Monats veröffentlichter Bericht, die Muslimbruderschaft hätte die US-Maßnahmen erwartet und bereits im Vorfeld vorbeugende Maßnahmen ergriffen, um ihre verbundenen Organisationen in Europa und den Vereinigten Staaten zu sichern. So strukturiere die Muslimbruderschaft die mit ihr verbundenen Institutionen um, damit nach außen hin kein Zusammenhang erkennbar ist.

Dem Bericht zufolge hat die Bruderschaft einen neuen Plan mit dem Titel »Identität verschleiern« vorbereitet, um europäische und amerikanische Sicherheits- und Ermittlungsbehörden in die Irre zu führen und zu verhindern, dass mit der Gruppe verbundene Organisationen als terroristische Vereinigungen eingestuft werden. Der Plan sieht vor, das Eigentum oder die Leitung von Organisationen, Unternehmen und Einrichtungen, die bekanntermaßen mit der Muslimbruderschaft verbunden sind, auf neue Personen zu übertragen. Dies soll die Einrichtungen der Muslimbruderschaft vor möglichen Verboten schützen und die Einstellung ihrer Aktivitäten verhindern.

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