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Enthauptung: Schüler erhielten vom Mörder Patys Geld für Informationen

Schüler von Samuel Paty ließen sich für Informationen über das designierte Mordopfer bezahlen. (© imago images/Hans Lucas)
Schüler von Samuel Paty ließen sich für Informationen über das designierte Mordopfer bezahlen. (© imago images/Hans Lucas)

Zwei Schüler werden sich vor Gericht verantworten müssen: Sie gaben dem Mörder Informationen über ihren Lehrer.

Nina Belz, Neue Zürcher Zeitung

Abduallakh Anzorow kannte Samuel Paty nur von Erzählungen aus dem Internet. Aber er hat Schülern in Conflans-Sainte-Honorine mehrere hundert Euro bezahlt, damit sie ihm sein Opfer beschreiben. Dies ist eines der Details, welche die Staatsanwaltschaft fünf Tage nach der brutalen Enthauptung eines Lehrers in Frankreich am Mittwoch bekanntgegeben hat.

Der 18 Jahre alte Russe tschetschenischer Herkunft verbrachte am vergangenen Freitag mehrere Stunden vor dem Collège, an dem sein Opfer unterrichtete. Er sprach dabei Schüler an und fragte nach Samuel Paty. Er sagte, er wolle diesen dazu bringen, sich für eine Karikatur des Propheten Mohammed zu entschuldigen, ihn zu demütigen, zu schlagen und zu filmen. (…)

Auf sein Opfer aufmerksam geworden ist Anzorow über die Videos eines Vaters, der seiner Empörung über die Verwendung von Mohammed-Karikaturen in der Klasse seiner Tochter auf den sozialen Netzwerken Luft machte und die Absetzung des Lehrers verlangte. Die Videos, in denen er zum Teil den Namen und die Schule des Lehrers nannte und die Absetzung des „Gauners“ verlangte, verbreitete er auf seiner Facebook-Seite, über WhatsApp und YouTube.

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Die Ermittlungen haben nun ergeben, dass die Videos auf einer Vielzahl falscher Fakten beruhten. Seine Tochter war in der Stunde, in der Samuel Paty die Karikaturen zeigte, nicht zugegen. Sie war an diesem Tag krank gemeldet. Demnach konnte sie weder wegen ihres muslimischen Glaubens des Zimmers verwiesen noch durch die vom Lehrer gezeigten Mohammed-Karikaturen geschockt worden sein, wie der Vater behauptet hatte. (…)

Der Vater befindet sich unter den sieben Personen, die weiterhin in Polizeigewahrsam sind – genauso wie Abdelhakim Sefrioui. Der den Sicherheitsbehörden seit Jahren bekannte Gefährder hatte den Vater zum Gespräch mit der Schulleitung begleitet und behauptet, im Namen des Komitees gegen Islamophobie zugegen zu sein. Diese Organisation soll nach dem Willen der Regierung baldmöglichst verboten werden; eine weitere von Sefrioui gegründete Vereinigung, die den Namen des Hamas-Gründers Yassin trug, wurde bereits am Mittwoch von den Behörden aufgelöst. Zudem wurde die vorübergehende Schließung einer Moschee in Pantin veranlasst, deren Verantwortliche die Videos des Vaters weiterverbreitet hatten.

(Aus dem Artikel „Der Lehrermörder hat Schüler bezahlt, damit sie ihm sein Opfer beschreiben“, der bei der Neuen Zürcher Zeitung erschienen ist.)

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