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MENA-WATCH WISSEN: Über die Geschichte Israels

Die israelische Flagge
Die israelische Flagge (© Imago Images / blickwinkel)

Während sich heute die arabischen Bewohner des Westjordanlands und des Gazastreifens als Palästinenser bezeichnen, war der Begriff vor etwas mehr als 70 Jahren noch der Name für die jüdischen Bewohner der ehemaligen Provinz des Osmanischen Reiches.

Die historische Region Palästina umfasste das heutige Israel, die Westbank (die damals noch Judäa und Samaria hieß) und den Gaza-Streifen, das heutige Jordanien, sowie Teile Syriens und des Libanon. Palästina war zu keiner Zeit rein arabisch, die jüdische Geschichte reicht mehr als dreitausend Jahre zurück. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebten nur knapp 300.000 Menschen in der Region, davon ungefähr 10.000 Juden. Auch die meisten Araber hatten sich erst ein paar Jahrzehnte davor dort angesiedelt.

Der Zionismus

Palästina bestand zu dieser Zeit vor allem aus erodiertem Bergland, Sandwüste und malariaverseuchten Sümpfen. Das änderte sich erst mit der Ankunft der ersten jüdischen Siedler. Im Zionismus, der jüdischen Nationalbewegung, mischen sich politische und religiöse Motive, bisweilen stehen sie einander auch gegenüber. Durch die Verbreitung des Antisemitismus als politischer Ideologie im Europa des 19. Jahrhunderts und den damit einhergehenden Pogromen, vor allem in Russland, erhielt die alte Idee eines jüdischen Nationalstaats neuen Auftrieb.

1901 gründete die WZO den Jüdischen Nationalfonds, um jüdische Ansiedlungen in Palästina gezielt zu fördern. 1909 wurde mit Tel Aviv die erste moderne jüdische Stadt gegründet. Palästina begann seit Jahrhunderten erstmals wieder aufzublühen, immer mehr Juden und Araber strömten in die Region. Die jüdischen Einwanderer, die der Zionismus anzog, hatten niemanden verdrängt oder vertrieben. Sie haben Land gekauft, bestellt und urbar gemacht, und haben die Gegend, die unter der 400 Jahre langen osmanischen Herrschaft heruntergekommen war, zu einer neuen Blüte geführt.

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Nach dem Ersten Weltkrieg übertrug der neugegründete Völkerbund im April 1920 Großbritannien in der Konferenz von San Remo das Mandat über Palästina mit dem Auftrag zur „Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff „Mandat“ in diesem Zusammenhang die Verantwortung für die Verwaltung bestimmter früherer Teile des Osmanischen Reichs und der früheren deutschen Kolonien, nachdem die beiden Verbündeten mit ihrer Niederlage im Ersten Weltkrieg alle Rechte und alle staatliche Souveränität an diesen Territorien verloren hatten.

Völkerbundmandat

Teilung des britischen Mandatsgebiets 1922
Teilung des britischen Mandatsgebiets 1922 (Quelle: State of Israel, Ministry of Foreign Affairs)

Noch im selben Monat, in dem Großbritannien das Völkerbundmandat für Palästina erhalten hatte, plünderten Araber in der Jerusalemer Altstadt jüdische Geschäfte und verletzten und ermordeten jüdische Anwohner. Die Briten zogen ihre Truppen aus der Altstadt von Jerusalem zurück und sahen tatenlos zu. Die Nabi-Musa-Unruhen bildeten den Auftakt zu einer jahrelangen Serie von Terroranschlägen und Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung. Die britische Verwaltung war erst zum Durchgreifen bereit, als sie selbst bedroht wurde.

Im September 1922 teilte die britische Regierung ihr Mandatsgebiet in einen Teil westlich des Jordan, wo die jüdische Heimstätte errichtet werden sollte, und das neue arabische Emirat Transjordanien östlich des Jordan, das heutige Königreich Jordanien, das 1946 unter Bruch der Mandatsbestimmungen in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Damit gab es auf knapp 80% der Fläche des gesamten Mandatsgebietes einen rein arabischen Staat, in dem sich keine Juden ansiedeln durften.

Im verbliebenen Rest, zu dem Palästina nun geschrumpft war, schränkten die Briten nach jedem größeren arabischen Anschlag den Landerwerb durch Juden ein – was ebenfalls im Widerspruch zu ihrem Mandat stand, das die Erleichterung jüdischer Einwanderung und die Förderung einer geschlossenen Ansiedlung von Juden forderte.

Erste Teilungspläne

Die britische Besatzungsmacht war zusehends von ihrem Mandat überfordert. Zum einen tobte seit den 1930er Jahren ein – auch mit terroristischen Mitteln geführter – Bürgerkrieg zwischen Arabern und Zionisten, zum anderen bekämpften beide Parteien unabhängig voneinander die britische Besatzungsmacht. Auf beiden Seiten kam es zu Übergriffen.

Nachdem sich die Briten im Laufe des Arabischen Aufstands von 1936 von der Umsetzung ihres vom Völkerbunds verliehenen Mandats der „Schaffung einer jüdischen Heimstätte“ immer weiter entfernten, schlug die britische Peel-Kommission, die zur Lösung des Konflikts eingesetzt worden war, 1937 einen ersten Teilungsplan für Palästina vor.

Demnach sollten die Araber einen wesentlich größeren, zusammenhängenden Teil erhalten, der kleinere jüdische Teil wäre auch noch durch einen britisch kontrollierten Korridor getrennt worden. Trotzdem nahmen die Juden den Plan am 20. Zionistenkongress in Zürich unter der Führung von Chaim Weizmann an, um so viele Juden wie möglich vor dem Nationalsozialismus aus Europa retten zu können.

  • Warum wurde 1937ff. und dann wieder nach der UN-Teilungsempfehlung von 1947 dennoch kein arabischer Staat gegründet?
  • Wie reagierten die arabischen Staaten und Parteien auf die Gründung Israels im Jahr 1948?
  • Wie kam es zur israelischen Präsenz in der Westbank und dem Gazastreifen?
  • Wie entstand die palästinensische Nationalbewegung?
  • Welche Rolle spielt der (islamische) Antisemitismus im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern?

Zum Download

MENA-WATCH WISSEN: Über die Geschichte Israels

Das Dossier „»Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen« (Theodor Herzl). Eckpunkte israelischer Geschichte“ aus der Reihe Mena-Watch Wissen, das diese und andere Fragen analysiert und beantwortet, steht ab sofort hier zum Download bereit.

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