Mena-Exklusiv

Palästinensische Autonomiebehörde erzieht Kinder zum „Märtyrertum“

Von Stefan Frank

Palästinensische Kinder spielen „Märtyrer“

Die Leiche eines „Märtyrers“ – so nennt die Palästinensische Autonomiebehörde jemanden, der beim Versuch, einen Juden zu töten, selbst getötet wurde ­– berührt zu haben, ist etwas, womit Kinder in den Palästinensischen Autonomiegebieten unter Gleichaltrigen „prahlen“ können. Das berichtet Al-Hayat Al-Jadida, die offizielle Zeitung der Palästinensischen Autonomiebehörde, in einem am 2. Oktober erschienen Artikel, der von Palestinian Media Watch (PMW) ins Englische übersetzt wurde. In dem Beitrag, der sich mit den „bleibenden Bildern“ beim „Abschied von Märtyrern“ befasst, heißt es:

„Wenn man sich von Märtyrern verabschiedet, gibt es immer symbolhafte Bilder, die in den Köpfen und Herzen bleiben, egal, wie viel Zeit verstreicht. Hier, beim Abschied vom Märtyrer, steht ein Vater seinem Sohn gegenüber und gibt ihm einen militärischen Gruß. Das ist ein Bild, das sich viele Male wiederholt hat. Ein anderes Bild ist das eines Jungen, der sich aus einem Fenster lehnt und dem Abschied vom Märtyrer zuschaut. … Schnell kommt er aus dem Haus gelaufen und versucht, den Kopf des Märtyrers zu berühren. Er will diese Ehre, um gegenüber seinen Freunden zu prahlen, dass er einen Märtyrer berührt hat. Als der Leichnam des Märtyrers sein Haus erreicht, sucht sein engster Freund Ata nach der Mutter des Märtyrers und ruft: ‚Wir haben dir den Bräutigam gebracht, wir haben dir den Bräutigam gebracht!’“

Weil „Märtyrer“ in der Vorstellung von Mahmud Abbas und seiner Fatah im Jenseits „72 Jungfrauen“ ehelichen, wird eine Prozession, bei der ein getöteter Terrorist zu Grabe getragen wird, als „Hochzeit“ bezeichnet, der Leichnam ist der „Bräutigam“. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) ermuntert Kinder und Jugendliche auf vielerlei Weise, Juden zu töten und dabei ihr Leben zu geben, und so zu „Märtyrern“ zu werden. Sie nutzt eine islamische Tradition, die besagt, dass der Tod im Krieg für Allah erstrebenswert sei und wendet ihn auf ihren Kampf gegen Israel an.

Seit Jahren hetzt Mahmud Abbas gerade Jugendliche zu Mordanschlägen auf, unter anderem, indem er immer wieder falsche Behauptungen darüber verbreitet, was Juden angeblich gegen die Al-Aqsa-Moschee im Schilde führen oder welche Frevel sie angeblich bereits verübt haben. Erst vor wenigen Wochen behauptete Abbas, Israel plane, die Al-Aqsa-Moschee „zwischen Muslimen und Juden aufzuteilen“ und „Juden das Gebet innerhalb der Al-Aqsa-Moschee“ zu erlauben. Die „Al-Aqsa-in-Gefahr“-Lüge geht auf Amin al-Husseini, den Großmufti von Jerusalem während der britischen Mandatszeit, zurück, der in den 1920er Jahren erkannte, dass es ihm Aufmerksamkeit und Unterstützung für seinen Kampf gegen die Juden und Briten verschafft, zu behaupten, die Juden wollten den Tempelberg besetzen und die Al-Aksa-Moschee zerstören.

Am 16. September 2015 gab Abbas den Startruf zu der „Messer-Intifada“ genannten Mordwelle, indem er behauptete,  Juden würden die Al-Aqsa-Moschee „mit ihren schmutzigen Füßen schänden“ und hinzufügte, „wir segnen jeden Tropfen Blut, der für Al-Quds [Jerusalem] vergossen wird; es ist sauberes und reines Blut, Blut, das für Allah vergossen wird“.

Viele Schulen der Palästinensischen Autonomiebehörde sind nach Mördern von Juden benannt. So wurde kürzlich bekannt, dass eine vom belgischen Staat finanzierte Schule den Namen der Terroristin Dalal Mughrabi trägt.  Sie war an dem sogenannten „Küstenstraßenmassaker“ 1978 beteiligt, bei dem 37 Israelis getötet wurden, davon zwölf Kinder. Die Palästinensische Autonomiebehörde betreibt um sie einen Heldenkult und benennt öffentliche Einrichtungen und Sportfeste nach ihr. Bei einer Veranstaltung in einer Mädchenschule aus Anlass des Weltfrauentages pries die Schulleiterin Nida Abd Rabbo im Beisein des PA-Bildungsministers Sabri Saidam und eines weiteren hochrangigen Fatah-Funktionärs, Mughrabi als Beweis für die in der Fatah verwirklichte Gleichstellung von Mann und Frau.

Nicht weniger als 31 Schulen der PA sind nach Terroristen benannt, ergab eine Zählung von Palestinian Media Watch; 41 verherrlichen in ihrem Namen den Märtyrertod, wie beispielsweise etliche „Al-Khansa-Schulen“, die dem Andenken von Al-Khansa, der „Mutter aller Märtyrer“, gewidmet sind, die im siebten Jahrhundert lebte und sich freute, als sie die Nachricht erhielt, dass alle ihre vier Söhne in einer Schlacht gefallen waren. In den Schulbüchern der Palästinensischen Autonomiebehörde gibt es Aufgaben wie diese:

„Die Zahl der Märtyrer der ersten Intifada von 1987-93 betrug insgesamt 2.026, die Zahl der Märtyrer in der Al-Aksa-Intifada im Jahr 2000 belief sich auf insgesamt 5.050 Märtyrer, die Zahl der Verwundeten erreichte 49.760. Wie viele Märtyrer sind in den beiden Intifadas gestorben?“

Die Aufgabe stammt aus einem Schulbuch für Viertklässler. Eine Grafik in einem Schulbuch der vierten Klasse zeigt Schüler in einem Klassenraum; ein Stuhl ist frei, auf dem Tisch steht ein Namensschild mit dem Wort Schahid („Märtyrer“).

Der Wahn endet nicht an der Schulpforte: Zu Hause filmen Eltern in den Palästinensischen Autonomiegebieten ihre Kinder dabei, wie sie mit Messern hantieren und die Ermordung von Juden simulieren. Der Tod von Kindern für den „Jihad“ ist für die Fatah etwas Normales. Doch warum da stoppen? Kann man Menschen nicht schon früher zu „Märtyrern“ machen, etwa pränatal? So denkt offenbar Mahmud Abbas; in einem Musikbeitrag im offiziellen Fernsehen der Palästinensischen Autonomiebehörde wandte sich die syrische Sängerin Assala Nasri kürzlich an schwangere arabisch-palästinensische Frauen: Ein Fötus, so sang sie, sei „ein stolzer Märtyrer im Bauch seiner Mutter“.

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