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Links und klerikalfaschistisch. Wie geht das zusammen?

„Mein Kopf gehört mir“: Islamkritik ist in der Linken kaum salonfähig
„Mein Kopf gehört mir“: Islamkritik ist in der Linken kaum salonfähig (Quelle: Global Worldview)

Karl Marx sprach weiland von der Religion als „Opium des Volkes“, und in der Internationale heißt es: „Es rettet uns kein höheres Wesen.“ Nur beim Islam gibt es einen Dispens. Islamkritik ist in der Linken kaum salonfähig.

Raimund Fastenbauer

Parallelen zwischen den Schwarzhemden Mussolinis, den Braunhemden der Nazis und jener wiederum schwarzen oder grünen Farbe bei den Aufmärschen von Hamas, Hisbollah oder den iranischen Revolutionsgarden werden nicht gesehen.

Im Gegenteil. Muslime die sich den Aktivisten des politischen Islam entgegenstellen werden im Regen stehengelassen, von Linken, Grünen und Liberalen mit Argwohn betrachtet und geraten unter Islamophobieverdacht. Offensichtlich wird aus richtig falsch, wenn es der Falsche – in unzulässiger Verallgemeinerung die populistische Rechte – sagt und sich eines tatsächlichen Problems annimmt.

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Statt nachzudenken, reagiert man reflexhaft und überlässt der Rechten das Feld der Islamkritik. Muslime ziehen sich auf ihren Opferstatus zurück und werden nicht angehalten, das eigene Haus in Ordnung zu halten.

Religionsvertreter reagieren um nichts besser. Der mittelalterliche Spruch „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg‘ auch keinem Andern zu“ – das Gebot der Nächstenliebe aus der Tora Levitikus 19/18, das von der christlichen Theologie fälscherweise als Neuerung dargestellt wurde – wird auf den interkonfessionellen Dialog projiziert, in dem muslimischer Antisemitismus und Christenverfolgung ignoriert werden.

Hetzt heute ein Pfarrer von der Kanzel über die „Synagoge des Satans“, riskiert er einen Rüffel seines Bischofs. Predigt aber ein Iman von den „Juden als Söhne von Affen und Schweinen“, spricht man von falschen Übersetzungen der Kritiker. Was das Christentum an Religionskritik verarbeiten musste, glaubt man den Muslimen nicht zumuten zu können.

Sind Islamisten also nicht vielleicht doch so etwas wie fortschrittliche Linke? Der Islam behauptet, dass ihm der Rassismus fremd sei, deshalb findet er auch bei den Schwarzen Amerikas zunehmend Anklang. Die Geschichte des arabischen Sklavenhandels wird ausgeklammert, die „Weißen“ werden fälschlicherweise allein verantwortlich gemacht.

Eine weitere Ähnlichkeit glauben manche Linke bei der Utopie einer klassenlosen Gesellschaft im Sozialismus und den Gemeinschafts-Vorstellungen im Islam erkennen zu können. Was den Kommunisten der Klassenkampf, ist den Islamisten die Ausbreitung des Islam in der ganzen Welt. Manche Marxisten wie Roger Garaudy schafften als Islamkonvertiten gar den Übergang und fühlen sich an den neuen Ufern heimisch. Das Ausleben antisemitischer Neigungen wurde ihnen dadurch erleichtert.

Antikapitalismus und Widerstand gegen den so genannten Neokolonialismus findet man ebenfalls bei Linken und Islamisten. Die europäische Abhängigkeit Europas vom arabischen Erdöl wird ausgeblendet.

Möge der kritische Geist der Linken nicht im Sumpf des Unwissens und der Emotion in Solidarität mit dem politischen Islam versinken. Gar manche Intellektuelle lagen auch in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts falsch. Das haben jene Muslime, die auf bessere Zeiten hoffen, nicht verdient.

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