Die Journalistin, Autorin und Arik-Brauer-Preisträgerin 2022 Esther Schapira spricht über den globalen Antisemitismus nach dem 7. Oktober 2023 und die wachsende Unsicherheit jüdischen Lebens weltweit. Zugleich glaubt sie, dass die Chance für eine Neuordnung im Nahen Osten noch nie so groß war wie heute.
Mena-Watch (MW): Ich wollte dieses Interview eigentlich mit einer positiven Frage beginnen, aber die Realität holt uns immer wieder ein. Und wir müssen über den grauenhaften Terroranschlag in Australiensprechen. Wie ordnen Sie diese gezielte Attacke auf Juden ein?
Esther Schapira (ES): Australien erinnert uns daran, dass wir einen entfesselten Judenhass haben, der, egal wie die Situation in Israel weitergeht, nicht einfach wieder zurückzudrängen ist. Da ist ein Damm irreparabel gebrochen. Wir hatten sicherlich alle die Hoffnung, dass der Waffenstillstand dazu führen würde, dass der sichtbare Antisemitismus deutlich nachlassen würde. Aber wir müssen jetzt leider feststellen, so schnell wird das nicht funktionieren. Und Australien hat uns einmal mehr deutlich gemacht: Es gibt keinen sicheren Ort für Juden, nirgendwo.
MW: Antisemitische Übergriffe sind mittlerweile an der Tagesordnung und immens gestiegen. Ist der Judenhass global geworden?
ES: Ja, genau das meint die weltweit zu hörende Kampfparole Globalize the Intifada. Und wir haben uns im Westen, gerade auch in den Medien, der Illusion hingegeben, es sei und bleibe ein regionaler Konflikt, der leider auch hier seine Auswirkungen habe. Tatsächlich haben die Islamisten immer schon global gedacht. Was auch medial viel zu wenig gesehen und benannt wird: Es geht nicht um eine Zwei-Staaten-Lösung, nicht allein um Israel und die Palästinenser.
MW: Worum geht es Islamisten dann?
ES: Es geht darum, jüdisches Leben anzugreifen, und deswegen war das Ziel in Australien auch nicht zufällig eine Chanukka-Feier, also die Feier des Lichts, der Hoffnung, des Überlebens. Die Verletzlichkeit jüdischen Lebens soll demonstriert werden und uns alle treffen. Es zielt auf den Kern jüdischer Identität. Auch der Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 wurde an einem hohen jüdischen Feiertag begangen, an Simchat Torah. Ebenso der Jom-Kippur-Krieg und auch das Attentat in Halle fanden an Jom Kippur statt. Nicht nur Islamisten, sondern auch Rechtsradikale nutzen hohe jüdische Feiertage für ihre Anschläge.
Existenzieller Bruch
MW: Sie sagen, Juden haben keinen sicheren Platz mehr auf dieser Welt. Wenn Sie von Ihrer Warte aus oder aus Ihrem Umfeld sprechen, wie macht sich das bemerkbar?
ES: Die Sichtbarkeit jüdischen Lebens nimmt ab. Viele tragen vorsichtshalber keinen Davidstern in der Öffentlichkeit, verzichten auf die Nutzung von Lieferdiensten oder Uber, weil sie ihre Adresse nicht hinterlegen wollen. Reisen ist nicht mehr so unbeschwert wie früher, nicht nur für Israelis, die es vermeiden, auf der Straße Hebräisch zu sprechen. Wir werden vorsichtiger, suchen den Schutz eines sicheren, vorwiegend jüdischen Umfelds. Es gibt ein großes Bedürfnis nach Sicherheit, wenn schon nicht im öffentlichen Raum, dann zumindest im Privaten, und diese Sicherheit scheint für viele nur noch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft verlässlich zu sein.
MW: Was macht das mit der Debatte insgesamt?
ES: Die Debatte ist inzwischen so polarisiert, dass die Positionen sehr unversöhnlich zu sein scheinen, wobei eine kleine Gruppe in die eine und die Mehrheit in die andere Richtung rast. Aber wer ist der Geisterfahrer? Vielleicht sind wir alle irgendwo falsch abgebogen. Die Trennung zwischen »die« und »wir«, die ist jedenfalls größer geworden.
MW: Wie hat der 7. Oktober 2023 die öffentliche Meinung in Deutschland und Österreich in Bezug auf jüdisches Leben und auf Israel verändert? Was macht Sie da besonders betroffen oder ängstigt Sie?
ES: Aus jüdischer Perspektive markiert der 7. Oktober 2023 einen existenziellen Bruch. Seither ist unser Leben unwiederbringlich in ein »Davor« und ein »Danach« eingeteilt. Das liegt nicht allein an der Dimension des Terrors der Hamas, sondern auch an der Erfahrung des Verrats im politischen, gesellschaftlichen und auch im privaten Umfeld. Die Geschwindigkeit, mit der die anfängliche Solidarität verschwand und die Hamas die Deutungshoheit gewann, hätte ich so nicht für möglich gehalten. Die Täter-Opfer-Umkehr führte zu einem unmittelbaren Bedrohungsgefühl, das ja eben nicht nur ein Gefühl ist, sondern eine Reaktion auf eine sehr reale Möglichkeit, wie wir jetzt gerade wieder erlebt haben.
MW: Was ist für Sie die eigentliche Botschaft des 7. Oktobers?
ES: Es geht nicht darum, was Juden machen, sondern was sie sind: Juden. Es geht nicht um die konkrete Politik des israelischen Staats, sondern darum, was Israel ist, der Staat der Juden. Diese Botschaft war sehr eindeutig, weil gerade diejenigen angegriffen wurden, die sich in besonderer Weise für Versöhnung eingesetzt haben, für eine Zwei-Staaten-Lösung, die engen Kontakt zur palästinensischen Seite im Gazastreifen gesucht haben. Dass es aber aus Sicht der Islamisten vollkommen egal ist, was ein Einzelner denkt und wo er politisch steht, das dachte ich, wäre eine Botschaft, die hier verstanden würde. Wir haben dann aber das Gegenteil erlebt. Juden wurden überall auf der Welt zum Ziel.
MW: Wie erklären Sie sich diese Entwicklung?
ES: Es gibt eine unbewusste Verweigerungshaltung, die Dimension zu akzeptieren, um die es geht. Der 7. Oktober 2023 war ja kein einzelner Terrorakt, sondern die Eröffnungsschlacht in einem lange vorbereiteten Krieg mit dem Ziel der Vernichtung des jüdischen Staates. Allein militärisch wäre dieses Kriegsziel unerreichbar. Deshalb ist die öffentliche Meinung, der internationale Druck so wichtig. Das haben die Islamisten sehr gut verstanden und strategisch geschickt vorbereitet, indem sie insbesondere an Universitäten, im Kulturbetrieb und Medienumfeld seit Jahren aktiv die Delegitimierung Israels betreiben.
Inzwischen gilt es als woke Haltung, Israels Existenzrecht zu bestreiten. Auf entsprechend wenig Verständnis trifft der Verteidigungskrieg mit einer emotional kaum aushaltbaren palästinensischen Opferzahl. Damit erscheint der Terror der Hamas nachträglich als legitime Form des »Widerstands« gegen den vermeintlichen »Völkermord«. Aufgabe der Medien wäre es, diese Umdeutung nicht fahrlässig zu bestärken, sondern zu dechiffrieren.
Rote Linien überschritten
MW: Was heißt das konkret?
ES: Wenn zum Beispiel »Globalize the Intifada« interpretiert wird als Aufruf zum stärkeren Einsatz für eine Zwei-Staaten-Lösung, die zwar in den Redaktionen Common Sense sein mag, ganz sicher aber nicht auf den Demos, auf denen dieser Schlachtruf skandiert wird, dann ist das absurd. Wenn »From the river to the sea« nicht erkannt wird als Aufruf zur Vernichtung des Staates Israel, sondern angeblich für ein Palästina steht, in dem alle in friedlicher Nachbarschaft miteinander leben, dann verkennt das die Realität und macht Judenhass anschlussfähig. Die Dechiffrierung ist dabei höchst einfach. Es müssten nur die Demonstrierenden nach ihren konkreten Vorstellungen befragt werden. Sie verbergen ihre Absicht ja nicht. Es liegt alles offen da.
MW: Sind hier rote Linien überschritten worden?
ES: Ja, denn dem Sagbaren folgt immer das Machbare. Hier setzt auch meine Medienkritik an. Es ist zweifellos notwendig, die israelische Kriegsführung kritisch zu hinterfragen. Das aber verpflichtet auch dazu, genau zu analysieren, was es bedeutet, einen asymmetrischen Krieg führen zu müssen gegen einen Feind, der ganz bewusst seine eigene Bevölkerung opfert, um im Medien- und Propagandakrieg zu gewinnen. Wer aber vor allem die Bilder und Botschaften verbreitet, die die Hamas in Umlauf bringen will, der trägt zum Erfolg ihrer Propaganda bei.
MW: Vor allem für viele junge Menschen, Stichwort TikTok-Generation, scheint Antisemitismus und Israelhass zum Mainstream geworden zu sein. Es fallen Äußerungen, die vor Jahren noch undenkbar waren, jetzt aber offenbar als normal empfunden werden. Wie sehr erschreckt Sie das?
ES: Es erschreckt mich sehr, denn das ist die Generation, die in Zukunft die Debatte wesentlich bestimmen wird. Aber das sind natürlich nicht alles Antisemiten. Diese polemische Zuspitzung, die es in manchen innerjüdischen Zirkeln gibt, halte ich für falsch.
MW: Wo würden Sie differenzieren?
ES: Nehmen wir die Debatte, die wir in Deutschland jüngst um die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann erlebt haben, die mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet worden ist. Ich glaube nicht, dass sie Israel oder gar alle Juden hasst. So wenig, wie das Gros derer, die da auf die Straße gehen und glauben, sich für die gute Sache einzusetzen, nämlich für einen freiheitlichen Staat Palästina.
MW: Aber was ist dann das Problem?
ES: Das Problem ist in der Tat, dass es den Islamisten gelungen ist, hier eine völlige historische Umkehrung vorzunehmen, die sich tief in den Köpfen inzwischen verankert hat. Der vielleicht größte Erfolg der Islamisten ist es, dass Antisemitismus und Antizionismus inzwischen als völlig verschiedene Dinge gesehen werden. »Ich bin nicht gegen Juden, nur gegen Israel« ist eine politisch und sozial absolut anschlussfähige geachtete Position. Mehr noch: Gerade aus der historischen Verantwortung der Shoah sind insbesondere in Deutschland jetzt viele junge woke Leute der Meinung, dass sie sich gegen Israel stellen müssen.
Das ist natürlich absurd, hat aber in sich eine immanente Logik. Sie sehen das Leid der palästinensischen Seite, für das sie einseitig Israel verantwortlich machen. Sie sehen aber nicht, wer wirklich auf der anderen Seite steht. Islamfaschisten, in deren Welt für Menschen wie sie so wenig Platz ist wie für Juden oder jeden, der sich ihrer Ideologie widersetzt. Das gilt auch für die palästinensische Opposition, die von dieser sogenannten Pro-Palästina-Bewegung ebenfalls verraten wird. Und das gilt erst recht für Juden. Was sie in einem Staat Palästina zu erwarten hätten, hat uns der 7. Oktober 2023 brutal vorgeführt. Das alles aber wird ausgeblendet oder geleugnet.
Weiter Weg
MW: Lässt sich das noch revidieren? Oder, anders gefragt: Gibt es überhaupt das Interesse dazu? Wenn man sich als Beispiel die Kulturszene ansieht, gibt es in Deutschland Universitäten, wo sich jüdische Studenten in eigenen Ateliers zu ihrem eigenen Schutz verschanzen müssen. Das ist aber offenbar alles gleichgültig.
ES: Wer überzeugt ist, historisch und moralisch auf der richtigen Seite zu stehen, lässt sich von Argumenten nicht beeindrucken. Das sind die Menschen, die zunehmend den Ton angeben, schon jetzt und insbesondere in der Zukunft, in der Kunstszene, der Kulturszene, in der Wissenschaft und auch in den Medien.
Das heißt, das, was wir jetzt erleben, wird sich auf lange Sicht verfestigen. Diese Selbstgerechtigkeit ist gefährlich, weil sie jede Debatte verhindert. Ohne echten Diskurs aber geht der liberalen Demokratie die Luft aus. Das gilt übrigens auch umgekehrt. Auch aus jüdischer Perspektive müssen wir uns vor Selbstgerechtigkeit und der Ausblendung unbequemer Wahrheit hüten. Denn natürlich gibt es genügend Gründe, die Politik der israelischen Regierung zu kritisieren. Dieser Diskurs darf nicht eingeschränkt werden.
MW: Aber genau das passiert gerade …
ES: Ja, weil es keine Bereitschaft zum fairen Austausch von Argumenten gibt und Kritik sofort als Angriff gesehen wird, der den Abwehrreflex auslöst. Als ich die eben schon erwähnte Kontroverse um die Preisverleihung an Sophie von der Tann nutzen wollte, um eine grundsätzliche Debatte über die Israel-Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland zu beginnen und dabei auf die Debatte um die BBC verwiesen habe, wurde ich als Nestbeschmutzerin wahrgenommen und genauso wie andere jüdische Kritikerinnen als Teil einer »Diffamierungskampagne« gegen Israel diffamiert.
Reporter ohne Grenzen wiederum sah unsere Kritik gleich als Bedrohung der Presse- und Meinungsfreiheit. Das Gegenteil ist wahr, dass es keinerlei Einschränkung der Freiheit gibt, Israel zu kritisieren. Eingeschränkt aber ist die Freiheit, pro-Israel zu berichten.
MW: Wie meinen Sie das?
ES: Stories und Recherchen, die als »pro-israelisch« wahrgenommen werden, sind inzwischen medial deutlich schwieriger durchzusetzen als »pro-palästinensische«. Und an Universitäten wird die Freiheit der Wissenschaft schon allein dadurch eingeschränkt, dass es ein massives Sicherheitsproblem gibt. Jüdische Studierende berichten von Bedrohungen; Dozenten, insbesondere israelische, können aus Sicherheitsgründen teilweise nur noch online unterrichten. Israelis werden gleich gar nicht mehr eingeladen oder wieder ausgeladen, egal, was sie inhaltlich zu sagen haben. Das ist etwas, das hingenommen wird, und das darf nicht hingenommen werden.
Die Absurdität ist ja, dass es dieselben Leute sind, die sehr sensibel sind, wenn es um Rassismus, um LGBTQ-Bedürfnisse oder um Feminismus geht. Nur wenn es um Judenhass geht, da schlagen ihre Antennen nicht an. Das wird sich vielleicht wieder ändern, dazu muss aber die weltpolitische Situation eine andere sein. Meine Hoffnung liegt auch bei einer palästinensischen Opposition, die es gibt, auch wenn sie medial kaum vorkommt. Wenn Palästinenser sich nicht länger instrumentalisieren lassen, wenn »pro-palästinensisch« wirklich »pro Demokratie, pro Liberalität, pro Zwei-Staaten-Lösung« bedeutet, dann kann sich auch hier etwas verändern. Aber das ist ein weiter Weg.
MW: Trägt aus Ihrer Sicht auch eine gewisse Selbstgerechtigkeit innerhalb der jüdischen Gemeinschaft dazu bei, dass die Gräben derzeit so tief sind?
ES: Ganz sicher. Wir erleben eine unglückliche Diskursverengung. Beide Seiten rasen mit Vollgas in entgegengesetzte Richtungen. Innerhalb der jüdischen Bubble gibt es verständlicherweise den Reflex, jede Kritik an Israels Regierung als zusätzliche Bedrohung wahrzunehmen, weil nicht sauber zwischen Regierungshandeln und jüdischem Leben unterschieden wird. Aus diesem Abwehrreflex heraus wird Kritik als Zumutung empfunden und es entsteht ein Loyalitätsanspruch nicht nur gegenüber dem Staat, sondern gegenüber der jeweiligen Regierung. Das ist absurd.
Zionismus bedeutet für mich, für einen jüdischen und demokratischen Staat einzutreten. Wenn dieser durch seine Regierung gefährdet wird, ist Kritik gerade eine zionistische Verantwortung. In Israel selbst ist das leichter. Im Ausland besteht immer die Angst, instrumentalisiert zu werden.
Blick in die Region
MW: Zum Schluss noch ein Blick in die Region. Sehen wir uns die Nachbarländer von Israel an: Die Hisbollah im Libanon ist fast komplett ausgeschaltet, das Land hätte die Chance, wieder ein funktionierender Staat zu werden. Bei Syrien muss man vorsichtig sein, aber auch hier hat sich ein Zeitfenster für einen dauerhaften Frieden aufgetan, und der Iran ist weitgehend geschwächt. Gäbe nicht gerade jetzt eine historische Chance für eine Befriedung des Nahen Ostens inklusive einer Perspektive für die Palästinenser?
ES: Also erst einmal stimme ich Ihnen absolut zu. Ich glaube auch, die Chance war noch nie so groß wie jetzt für eine komplette Neuordnung dieser Region und darin liegt eine große Hoffnung. Und Israel war noch nie militärisch so stark wie jetzt im Moment nach der Schwächung des Libanons, nach der Situation in Syrien, nach der Schwächung des Irans insbesondere.
Die Frage ist nur, ob aus dieser Situation wirklich politisches Kapital geschlagen werden kann. Das hängt davon ab, ein Ziel zu definieren, das der palästinensischen Seite einen Weg eröffnet hin zu einem freien, selbstbestimmten Leben. Wenn aber rechtsextreme Fantasien von Vertreibung und der Zerschlagung palästinensischer Souveränität dominieren, dann wird diese historische Chance mit nicht absehbaren Folgen verspielt.
Eine politisch hoffnungsvolle Perspektive für einen palästinensischen Staat, der die Menschenrechte achtet, setzt aber die Entmachtung und Entwaffnung der Hamas voraus. Im Moment sehe ich keinen Akteur, der bereit wäre, diese gefährliche Aufgabe zu übernehmen und so zu verhindern, dass im Gazastreifen ein neuer islamischer Staat entsteht, den Israel als Nachbar nicht dulden kann und nicht dulden wird. Solange das so ist, ist eine Anerkennung Palästinas ein Irrweg. Anerkannt wird derzeit eine Schimäre, nicht ein realer Staat.
MW: Zum Schluss vielleicht ein Neujahrswunsch: Was sind Ihre Hoffnungen für das kommende Jahr, für die Region und für das jüdische Leben in Europa?
ES: Also, meine Hoffnung für Israel sind Neuwahlen, die zu einer Regierung führen, die die Demokratie wieder stärkt, das Land versöhnt und den Mut und die Kraft hat für einen neuen Friedensprozess, der Israel und den Palästinensern eine sichere Zukunft in enger Kooperation mit den Nachbarstaaten ermöglicht.
Der palästinensischen Bevölkerung wünsche ich, dass es gelingt, die Hamas zu entwaffnen und dass sie mit internationaler Unterstützung endlich eine echte Chance auf Frieden und Freiheit erhält. Diese Region hat so viel Potenzial. Ich hoffe, dass es endlich zum Segen der Menschen genutzt werden kann.
Und für das jüdische Leben in Europa hoffe ich auf mehr Sicherheit, nicht durch mehr Polizeischutz vor Synagogen, sondern durch eine Gesellschaft, die versteht, dass der Schutz jüdischen Lebens bedeutet, Freiheit für alle zu beschützen. Es bleibt nicht folgenlos, rote Linien immer weiter zu verschieben. Dem Sagbaren folgt das Machbare. Es geht doch nicht allein um Juden, sondern um den Kern von Freiheit und Demokratie.






