Latest News

Kasachstan tritt Abraham-Abkommen bei

Kasachstans Außenminister Yermek Kosherbayev mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Sa’ar in Astana
Kasachstans Außenminister Yermek Kosherbayev mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Sa’ar in Astana (Quelle: JNS)

Kasachstan schließt sich als erstes zentralasiatische Land den Abraham-Abkommen mit Israel an. Mit diesem Beschluss könnte es zu einem Vorreiter für andere moderate muslimische Staaten werden.

Während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem kasachischen Amtskollegen Yermek Kocherbáiev in Astana lobte der israelische Außenminister Gideon Sa’ar am Dienstag Kasachstans Entscheidung, den Abraham-Abkommen beizutreten. Sa’ar wies darauf hin, dass Kasachstan das erste zentralasiatische Land ist, das sich dem Kreis des Friedens mit dem jüdischen Staat angeschlossen habe. Die Entscheidung sei der »mutige und moralische Schritt eines Landes«, das »weltweit führend bei der Förderung von Toleranz und interreligiösem Dialog« sei, sagte Sa’ar, der Astana auch als »natürlichen Partner« für die »gemeinsame Vision von Toleranz und Zusammenarbeit« zwischen Israel und moderaten muslimischen Staaten bezeichnete.

Kasachstan sei »ein wahrer Freund und wichtiger Partner Israels« und die beiden Länder könnten nun ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Wasser, Landwirtschaft, Innovation und Ernährungssicherheit weiter vertiefen, so der Minister, der eine Wirtschaftsdelegation nach Astana leitete, der Vertreter von mehr als dreißig Organisationen angehörten.

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags reflektierte Sa’ar auch über die jüdische Geschichte und dankte Kasachstan für die Aufnahme von Juden, die vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten geflohen waren, womit das Land bewiesen habe, dass Toleranz ein »Teil seiner DNA« sei. Während seines Aufenthalts in Kasachstan traf Sa’ar mit Führern der jüdischen Gemeinde zusammen und nahm an einer Feier zum Internationalen Holocaust-Gedenktag teil.

Am Ende seines Treffens mit dem Außenminister lud Sa’ar Kosherbayev zu einem Besuch in Jerusalem ein. Bei der Pressekonferenz nach dem Gespräch sagte Sa’ar, Israel unterstütze den Trump-Plan für den Gazastreifen und bestehe darauf, dass die Küstenenklave als Teil jeder zukünftigen Vereinbarung entmilitarisiert werden müsse. »Die Hamas muss entwaffnet und der Gazastreifen entmilitarisiert werden. Dies ist sowohl für die Sicherheit Israels als auch für eine bessere Zukunft für den Gazastreifen notwendig.«

Sa’ar verband die regionale Stabilität auch mit der Konfrontation mit dem Iran und dessen Stellvertretern: »Die vom Iran unterstützten Terrorentitäten im Nahen Osten – die Hamas im Gazastreifen, die Hisbollah im Libanon und die Huthi im Jemen – müssen zerschlagen werden. Ohne diese Maßnahme wird es keine regionale Stabilität geben.«

Vertiefte Zusammenarbeit

Israels Außenminister lobte den kasachischen Präsidenten Kassym-Jomart Tokayev als »visionäre Führungspersönlichkeit« und schrieb später auf X über das Treffen, dass sie »in Astana eine großartige Diskussion über die Möglichkeiten zur Ausschöpfung des vollen Potenzials unserer Beziehungen sowie über regionale Themen geführt« hätten. Dabei lobte er den Präsidenten noch einmal explizit für dessen Entscheidung, den Abraham-Abkommen beizutreten.

Bereits am Montag traf sich Sa’ar in Baku mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev, den er als »visionären Führer, der sein Land zu beeindruckenden Erfolgen geführt hat«, bezeichnete. »Wir hatten ein faszinierendes Treffen in Baku und ich dankte dem Präsidenten für seine Freundschaft und Unterstützung für das jüdische Leben in Aserbaidschan.« Gemeinsames Ziel der beiden Staaten sei »die Vertiefung unserer Partnerschaft in den Bereichen Energie, Verteidigung, Wasser, Landwirtschaft, Tourismus und mehr«.

Ebenfalls am Montag traf Israels Außenminister mit seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Jeyhun Bayramov zusammen und hielt auch mit ihm eine gemeinsame Pressekonferenz ab, auf der er die wachsende strategische Partnerschaft zwischen Israel und Aserbaidschan lobte.

Die Besuche umfassen Wirtschaftsforen, die darauf abzielen, die Zusammenarbeit in Bereichen wie Wasser, Landwirtschaft, Cybersicherheit, Gesundheit und Finanzen zu stärken.

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte oder direkt über Ihren PayPal Account. 

Mehr zu den Themen

Das könnte Sie auch interessieren

Wir reden Tachles!

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren!

Nur einmal wöchentlich. Versprochen!