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Jusoor News: Eine palästinensische Stimme gegen die Hamas

Schergen der Hamas habe auch Mitarbeiter von Jusoor News verschleppt und gefoltert. (© imago images/APAimages)
Schergen der Hamas habe auch Mitarbeiter von Jusoor News verschleppt und gefoltert. (© imago images/APAimages)

Jusoor News berichtet über das, was die Palästinenser im Gazastreifen wissen, aber in westlichen Medien nicht vorkommt.

Von Edgar Lefkovits

Ein in den Vereinigten Staaten ansässiges, nichtstaatliches arabisches Medienunternehmen mit zahlreichen Journalisten im gesamten Nahen Osten deckt seit langem die Misshandlungen der Palästinenser durch die Hamas auf, darunter Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe auf Frauen und Kinder. Es stellt damit eine ganze Generation von Falschdarstellungen über den Gazastreifen in den westlichen Mainstream-Medien in Frage.

Die ungefilterte Berichterstattung, die im vergangenen Jahr zur Verhaftung und Folterung von drei lokalen Journalisten in Gaza durch die islamistische Terrorgruppe führte, erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an internationalen Nachrichtenagenturen, die Journalisten und freie Mitarbeiter in Gaza beschäftigen. Ihnen wird vorgeworfen, mit der Hamas zu kollaborieren, die seit langem die Reporter überprüft, denen sie die Arbeit in dem Küstengebiet gestattet.

Jusoor News wurde vor zwei Jahren mitten im israelischen Krieg gegen Gaza gegründet und beschäftigt mehr als 70 lokale Journalisten in Gaza (wo sie verdeckt arbeiten) sowie im Libanon, in Syrien und im Irak. Die Plattform hat sich zu einer prominenten Stimme für Palästinenser gegen die Herrschaft der Hamas entwickelt, die nach wie vor etwa die Hälfte des Küstengebiets kontrolliert.

»Wir berichten über viele Dinge, die den Einheimischen wohlbekannt sind, die man aber normalerweise nicht in den Nachrichten sieht«, sagte Hadeel Oweis, Chefredakteurin von Jusoor News, gegenüber JNS.

Vergewaltigung und sexueller Missbrauch

Sie verwies auf aktuelle Berichte ihrer Gaza-Journalisten über Videoaussagen von Augenzeugen, die sowohl Vergewaltigungen als auch sexuellen Missbrauch von Frauen und Kindern durch Hamas- und religiöse Funktionäre in Moscheen und Wohltätigkeitsorganisationen dokumentieren. Diese haben sie an ausgewählte Vertreter westlicher Medien weitergegeben, von denen die meisten vor einer solchen Berichterstattung zurückschrecken, um weiterhin aus dem Gebiet berichten zu dürfen. »Die Hamas würde einem Journalisten keine Arbeitserlaubnis für Gaza erteilen, es sei denn, er ist auf derselben Linie wie die Hamas«, sagte Oweis.

»Die Hamas ist es gewohnt, von den Medien mit Samthandschuhen angefasst zu werden«, so Hussain Abdul-Hussain, ein in Beirut geborener wissenschaftlicher Mitarbeiter des in Washington D.C. ansässigen Forschungsinstituts Foundation for Defense of Democracies. »Fast niemand tut das, was Jusoor in Gaza tut: über die Menschen zu berichten, die gegen die Hamas sind, und ihnen eine Stimme zu geben.«

Nach zwei Jahrzehnten Hamas-Herrschaft in Gaza, wo es innerhalb des Gazastreifens keine Plattform gab, um die Unterdrückung und Korruption der islamistischen Gruppe aufzudecken, hat die aufstrebende arabische Nachrichtenagentur die Hamas erzürnt. Sie wirft ihr vor, sie von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel, der Palästinensischen Autonomiebehörde und dem in New York ansässigen Center for Peace Communications unterstützt zu werden.

»Terroristen spucken oft lange Listen vermeintlicher Feinde aus, von denen sie behaupten, dass diese sich gegen sie verbündet hätten«, sagte Joseph Braude, Gründer und Präsident des Center for Peace Communications. »Diese leeren Phrasen spiegeln meist die eigenen Albträume der Terroristen wider.«

Trotz der Drohungen der Hamas deckte der Sender weiterhin die Ausbeutung palästinensischer Frauen und Kinder durch die Hamas auf und gewann in der arabischen Welt an Popularität. Laut Angaben der Organisation verzeichnete ihre Website im vergangenen Jahr 577 Millionen Aufrufe, darunter allein im letzten Quartal 100 Millionen in Syrien und 20 Millionen im Gazastreifen.

»Was man auf Jusoor sieht, ist das, was die Menschen in privaten WhatsApp-Gruppen sagen«, sagte Abdul-Hussain. »Die Tatsache, dass sie das Bedürfnis haben, gegen dich vorzugehen und zu versuchen, dich zu zensieren, bedeutet, dass du gute Arbeit leistest.«

Verhaftung und Folter

Im vergangenen Jahr wurden drei Journalisten von Jusoor in Gaza entführt und gefoltert, nachdem wiederholt zu Gewalt gegen Mitarbeiter von Jusoor aufgerufen worden war, unter anderem auf offiziellen Medienplattformen der Hamas. Einem der Journalisten wurden dabei die Beine gebrochen, wie die in Washington D.C. ansässige Chefredakteurin der Organisation mitteilte.

Sie merkte an, dass die Person, die die drei Journalisten denunziert hatte, ein Mitarbeiter des panarabischen Satellitensenders Al Jazeera war, Muhammad al-Washah. Er wurde Anfang April von Israel getötet, weil er an den von der Hamas angeführten Angriffen auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023 beteiligt war, die den zweijährigen Krieg in Gaza auslösten. Seine Tötung löste in den internationalen Medien eine breite Verurteilung Israels aus.

Syrien versucht, Sender nach Druck der Hamas zum Schweigen zu bringen

Im März verlor der Sender nach einer öffentlichen Druckkampagne der Hamas gegen ihn vorübergehend seine Lizenz für den Betrieb in Syrien. Angesichts der Kritik sowohl aus der Öffentlichkeit als auch seitens arabischer Medien wurde die Lizenz letzte Woche von den syrischen Behörden aber wiederhergestellt.

»Was wir in Gaza tun, hat begonnen, die Hamas zutiefst zu verunsichern und sie in Atem zu halten«, sagte M., ein Journalist bei Jusoor, der seine Gehfähigkeit verlor, nachdem er letztes Jahr von der Hamas entführt und gefoltert worden war. Er sprach nur unter der Bedingung der Anonymität mit dem JNS. »Infolgedessen stehen wir unter ständiger Bedrohung. Dennoch sind unsere Berichte zu einem festen Bestandteil der breiteren arabischen Medienlandschaft geworden, die über Gaza berichtet.«

(Der Bericht ist auf Englisch vom Jewish News Syndicate veröffentlicht worden. Übersetzung von Florian Markl.)

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