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Jordantal: Forscher entdecken frühe Belege für nicht-rituellen Bierkonsum

Die Ausgrabungen in Tel Tsaf im Jordantal
Die Ausgrabungen in Tel Tsaf im Jordantal (Quelle: JNS)

Die Funde deuten darauf hin, dass in Tel Tsaf in größeren Mengen Bier gebraut und in einem die gesamte Gemeinde umfassenden sozialen Umfeld konsumiert wurde.

Ein Team von Forschern aus Israel, den Vereinigten Staaten und Deutschland hat den historisch ersten Nachweis für den Bierkonsum innerhalb einer Wohngemeinde entdeckt.

Die Forscher der Universität Haifa, der Stanford University und des Deutschen Instituts Berlin untersuchten Stärkekörner von Weizen und Gerste, die in verschiedenen Tongefäßen in der Siedlung Tel Tsaf im Jordantal gefunden wurden, die während ihrer Blütezeit im mittleren Chalkolithikum (Kupfersteinzeit) vor etwa 7.200 Jahren von Hunderten von Menschen bewohnt worden war.

Laut einer Pressemitteilung der Universität Haifa stellten die Forscher fest, dass die untersuchten Körner „während eines Gärungsprozesses innere morphologische Veränderungen erfahren haben“, die darauf hindeuten, dass sie für die Herstellung von Alkohol verwendet wurden.

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Das Vorhandensein eines solchen Systems zur Gärung erforderte eine „ständige Wartung“, die nur  im Fall „eines ständigen Alkoholkonsums“ Sinn mache, so die Forscher in der Pressemitteilung.

Prof. Danny Rosenberg, Leiter des Labors für die Erforschung von Steinschliffwerkzeugen und antiken Lebensmitteltechnologien am Zinman-Institut für Archäologie an der Universität Haifa, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert:

„Wir hatten bereits zuvor Hinweise auf den relativen Wohlstand der Bewohner von Tel Tsaf gefunden, darunter die Lagerung von landwirtschaftlichen Produkten, insbesondere Getreide, in großem Umfang. Jetzt haben wir Beweise für die Herstellung und den Konsum von Alkohol gefunden, und zwar in Form von Bier, das aus Getreide hergestellt wurde.

Wir können uns vorstellen, dass die aufstrebende Gesellschaft in Tel Tsaf vor etwa 7.200 Jahren große Veranstaltungen abhielt, bei denen große Mengen an Essen verzehrt und Bier in einem sozialen Umfeld getrunken wurden, und nicht nur zu zeremoniellen Zwecken.“

Rosenberg, der die Studie leitet, sagte, der nächste Schritt bestehe nun darin, herauszufinden, ob das hergestellte Bier täglich oder nur bei großen gesellschaftlichen Ereignissen getrunken wurde. Ziel ist es, herauszufinden, welche Rolle Alkohol in antiken Gesellschaften wie Tel Tsaf spielte, die begannen, komplexere Strukturen der sozialen Organisation zu entwickeln.

Die Forscher wissen, dass die Gemeinschaft von Tel Tsaf über mehrere Jahrhunderte hinweg besonders wohlhabend war, landwirtschaftliche Erzeugnisse in großem Umfang anbaute und weitreichende Handelsbeziehungen zu weit entfernten Orten wie Ägypten, Jordanien, Syrien, Irak und Anatolien – der heutigen Türkei – unterhielt.

Die ältesten Belege für Bierkonsum wurden in der natufischen Grabstätte der Rakefet-Höhle auf dem Berg Karmel gefunden, die 14.000 Jahre alt ist. Der Bierkonsum stand im Zusammenhang mit der Bestattungszeremonie, doch gibt es nur wenige Belege für den Bierkonsum nach der natufischen Periode.

(Der Artikel Israeli, U.S. and German researchers discover early evidence of community-wide beer consumption“ ist zuerst beim Jewish News Syndicate erschienen. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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