Jemen: Gegenseitige Beschuldigungen über Bruch des Waffenstillstands

„Jemens Kriegsparteien haben wechselseitige Anschuldigungen bezüglich des gebrochenen Waffenstillstand in Hodeidah erhoben, der von den Vereinten Nationen vermittelt wurde, um einen Angriff auf eine Hafenstadt, , die für Nahrungsmittel und Hilfsgüter unverzichtbar ist, zu verhindern und den Weg für Friedensverhandlungen zu ebnen. Die Bewohner berichteten am späten Dienstag, dem ersten Tag des Waffenstillstands, von Schüssen, die über eine Stunde lang am östlichen und südlichen Stadtrand der von den Houthi gehaltenen Stadt am Roten Meer – eine Lebensader für Millionen – zu hören waren. Am Mittwochmorgen war alles so weit ruhig. Die Vereinten Nationen werden am Mittwoch die Houthi-Rebellen und die Regierung Saudi-Arabiens per Videoverbindung einberufen, um über einen Truppenrückzug aus der Stadt Hodeidah und drei Häfen im Rahmen des Waffenstillstandsabkommens zu sprechen, wie es letzte Woche in Schweden unter UN-geführten Gesprächen vereinbart wurde, den ersten Gesprächen dieser Art seit über zwei Jahren.

Der Fernsehsender Al-Masirah beschuldigte die von Saudi-Arabien geführten Koalitionstruppen, den Waffenstillstand gebrochen zu haben, indem sie mehrere Gebiet beschossen, darunter einige Orte östlich des Flughafens. Die Nachrichtenagentur WAM der Vereinigten Arabischen Emirate zitierte eine jemenitische Quelle, die die Houthis beschuldigte, das 22.-Mai-Spital in einem östlichen Vorort mit Mörsern und Raketen beschossen zu haben.

Hodeidah, der wichtigste Hafen, der rund 30 Millionen Menschen im Jemen ernährt, war in diesem Jahr der zentrale Austragungsort der Kämpfe. Weltweite Befürchtungen wurden laut, dass ein massiver Angriff die Versorgung von 15,9 Millionen Menschen behindern könnte. (…) Der Waffenstillstand, der erste bedeutende Durchbruch der Friedensbemühungen seit fünf Jahren, war Teil vertrauensbildender Maßnahmen, um den Weg für einen breiteren Waffenstillstand im verarmten Land der Arabischen Halbinsel zu ebenen und  einen Rahmen für politische Verhandlungen zu schaffen. Im Zuge der Vereinbarung sollen internationale Beobachter in Hodeidah eingesetzt werden und alle Streitkräfte sollen sich innerhalb von 21 Tagen nach Beginn des Waffenstillstands vollständig zurückziehen.“ (Bericht auf Iranians Global Network: „Yemen’s warring parties trade blame for breaching port ceasefire“)

Schreiben Sie einen Kommentar


Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.


Login