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Israel/Libanon: US-Sondergesandte fordert von Israel territoriale Zugeständnisse

UNIFIL-Truppen an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon
UNIFIL-Truppen an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon (© Imago Images / SOPA Images)

Amos Hochstein drängt auf eine Verhandlungslösung mit israelischen Zugeständnissen, um die Situation an der Nordgrenze Israels zum Libanon und der Hisbollah zu entschärfen.

Die Chancen, dass es zu einer Waffenstillstandsvereinbarung zwischen der Hamas in Gaza und Israel kommt und damit auch zu einer Beruhigung an der Nordgrenze des jüdischen Staates zum Libanon und der Hisbollah sind gestiegen. 

Die USA haben Israel am 7. Oktober 2023 von einem Präventivschlag gegen die Hisbollah abgehalten und raten Israel auch jetzt noch dringend von einem verstärkten Militäreinsatz gegen die fast täglich angreifende Terrormiliz ab, der in der Folge den binnenvertriebenen Israelis eine Rückkehr in den Norden des Landes ermöglichen soll. So drängt der amerikanische Vermittler Amos Hochstein auf eine Verhandlungslösung mit israelischen Zugeständnissen.

Nach der Operation Litani, einer von mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den im Libanon sesshaften Terrororganisationen wie der PLO oder später der Hisbollah und Israel, beschloss der UN-Sicherheitsrat am 19. März 1978 die Resolution 425. Darin wurde unter anderem die Grenzziehung nach einem Rückzug Israels mit der »Blauen Linie« festgelegt und eine Friedenstruppe, die United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL), gebildet. 

Infragestellen alter Abkommen

Die »Blaue Linie« entsprach dabei mit kleineren Abweichungen der »Grüne Linie« genannten Waffenstillstandslinie des Jahres 1949. Nachdem sich Israel schließlich im Jahr 2000 aus dem Südlibanon zurückgezogen hatten, legten die Vereinten Nationen am 7. Juni 2000 die genaue Lage der »Blauen Linie« fest. Israel und Libanon erklärten die Grenze zu akzeptieren.

Während die UNO den Rückzug Israels hinter die vereinbarte Linie bestätigte, begann die libanesische Seite jedoch in Folge, zusätzliche Forderungen zu stellen, bei denen es sich im Wesentlichen um drei Punkte handelte:

  1. Das Dorf Ghajar liegt im Grenzgebiet zwischen den ehemals syrischen, jetzt israelischen Golanhöhen und wuchs im Zuge der Zeit Richtung Norden auf Niemandsland, das möglicherweise libanesisches Gebiet ist. Die Dorfbewohner widersetzten sich einer Teilung und Israel zog sich auch aus dem südlichen Teil zurück. Der Libanon behauptete nun, Syrien hätte das gesamte Dorf an ihn abgetreten.
  2. Der Libanon stellt auch Ansprüche auf die ehemals syrischen Shebaa-Farmen am Rand des Golan. Israel und die UNO stehen auf dem Standpunkt, das Gebiet sei syrisch gewesen und deswegen von der Grenzziehung der »Blauen Linie« nicht betroffen.
  3. Beim dritten Streitpunkt handelt sich um einen strategischen Hügel am westlichsten Punkt der Grenze zwischen dem Libanon und Israel nördlich von Rosh Hanikra.

Insbesondere die ersten beiden Punkte, Ghajar und die Shebaa-Farmen, werden vom Libanon und der Hisbollah dazu benutzt, Israel zu beschuldigen, der Rückzugsvereinbarung nicht nachgekommen zu sein und nach wie vor libanesisches Territorium zu besetzen. Amerikas Vermittlungsvorschläge beinhalten nun ähnlich wie beim Abkommen über die Gasfelder im Mittelmeer, bei dem es zur Teilung der strittigen Gebiete kam, territoriale Zugeständnisse Israels in den strittigen drei Punkten.

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