Israel hat den zweihundert Kilometer langen Grenzbereich zu Ägypten zur geschlossenen Militärzone erklärt, um den Waffenschmuggel zu bekämpfen.
Dies teilte das Büro des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz am Donnerstag mit. Die Anordnung ziele darauf ab, »das grenznahe Gebiet in eine geschlossene Militärzone umzuwandeln und die Einsatzregeln zu ändern, um Drohnenführer und Schmuggler zu bekämpfen, indem alle unbefugten Elemente, die in das Sperrgebiet eindringen, ins Visier genommen werden«, erklärte sein Büro.
Die Entwicklungsabteilung des Verteidigungsministeriums werde »mit der Luftwaffe zusammenarbeiten, und zusätzlich werde der Nationale Sicherheitsrat bei Fragen wie der gesetzlichen Verpflichtung zur Einholung von Lizenzen für die Nutzung, den Kauf und den Besitz von Drohnen behilflich sein«, hieß es in der Erklärung.
Yitzhak Wasserlauf, Israels Minister für die Entwicklung der Peripherie, des Negev und Galiläas, begrüßte diesen Schritt. »Die Grenze zu Ägypten ist zu einem schwarzen Loch in Sachen Sicherheit und Ökonomie geworden, das vor allem dem Negev und dem gesamten Staat Israel schadet. Es ist an der Zeit, dem ein Ende zu setzen.«
Problem illegale Waffen
Schmuggler in Israel und Ägypten arbeiten zusammen, um verbotene Güter, darunter auch Waffen, aus dem Sinai einzuschleusen. Bürgermeister im Negev-Gebiet, die seit Jahren vor den kriminellen Aktivitäten der israelischen Beduinen warnen, beklagten kürzlich, der Schmuggel verschärfe das Problem der illegalen Waffen in der Region.
Der stellvertretende Minister im Büro des Premierministers Almog Cohen schrieb auf X, die Änderung der Politik entlang der Grenze spiegele eine willkommene Wende in der Sicherheitsdoktrin Israels nach dem 7. Oktober 2023 wider, als Tausende von Hamas-geführten Terroristen in Israel einfielen: »Der Waffenschmuggel hat sich so stark intensiviert, dass er eine strategische Bedrohung für die Sicherheit des Staates Israel darstellt. Ich bin froh, dass wir auch in dieser äußerst wichtigen Frage aufgewacht sind – auf dass wir nicht eines schönen Morgens aufwachen und eine bewaffnete Armee vorfinden, die unsere Städte und Kinder bedroht.«
Israel hat im Jahr 2009 mit dem Bau befestigter Barrieren entlang der Grenze zu Ägypten begonnen, nachdem Zehntausende Afrikaner illegal in das Land eingereist waren und jedes Jahr Tonnen von Drogen geschmuggelt wurden. Davor war die Grenze Israels zu Ägypten jahrzehntelang nur durch einen niedrigen Stacheldrahtzaun markiert gewesen, der an vielen Stellen vollständig oder teilweise von Wanderdünen verdeckt war. Die Barriere, die über weite Strecken fast fünf Meter hoch ist, wurde 2013 fertiggestellt und beendete damit praktisch die illegale Migration. Die Schmuggler wechselten jedoch zu Drohnen und Katapulten, um Schmuggelware über die Grenze zu transportieren.






