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Iranische Diktatur verurteilt Taliban als unislamisches Regime

Der iranische Außenminister Amir-Abdollahian bei einem Treffen mit dem Außenminister des Taliban-Regimes Motaqi
Der iranische Außenminister Amir-Abdollahian bei einem Treffen mit dem Außenminister des Taliban-Regimes Motaqi (© Imago Images ZUMA Wire)

Es klingt wie blanker Hohn, wenn ausgerechnet ein Vertreter des iranischen Mullah-Regimes die Taliban für deren Unterdrückung der Frauen in Afghanistan kritisiert.

Während die Spannungen zwischen der Islamischen Republik Iran und dem Taliban-Regime in Afghanistan wegen eines Wasserstreits weiter schwelen, erklärte der iranische Außenminister, Teheran erkenne die Taliban nicht an und forderte die Bildung einer integrativen Regierung in Afghanistan. Der einer islamischen Diktatur, die als eine der brutalsten der Welt zu gelten hat, angehörende Hossein Amir-Abdollahian sagte, die Taliban seien nur ein Teil des Bildes von Afghanistan und stellten nicht die gesamte Realität vor Ort dar.

Trotz der Unterdrückung der Frauen im eigenen Land, die seit dem Tod von Mahsa Amini im Gewahrsam der Sittenpolizei im September zu nicht abebben wollenden Protesten und Aufständen geführt hat, urteilt der Minister über das Regime der sunnitischen Islamisten im Nachbarland: »Wir sind unglücklich über das Verbot für afghanische Frauen und Mädchen zu studieren, weil dies gegen die Lehren des Propheten des Islam verstößt.«

Konflikt um Wasser

Vor den Spannungen um die Wasseranteile am an der Grenze gelegenen Flusses Hirmand hatte der Iran gute Beziehungen zu den Taliban. Durch die von den Taliban errichteten Dämme, mit denen der Wasserfluss aus Afghanistan gestoppt werden soll, ist das Leben von Hunderttausenden von Zivilisten in der südöstlichen Provinz Sistan und Baluchestan stark beeinträchtigt worden.

Afghanistan behauptet zwar, die Staudämme zu benötigen, um Wasser für die Landwirtschaft zu speichern oder um Strom zu erzeugen, den es bislang noch aus Nachbarländern wie dem Iran importieren musste, doch stehen auch viele Umweltschützer den großen Wasserbauprojekten kritisch gegenüber.

»Wir haben mit den afghanischen Behörden verhandelt und sind der Meinung, dass das Problem gemäß dem Vertrag von 1351 auf legalem Weg gelöst werden muss«, so Amir-Abdollahian in seiner aktuellen Erklärung. Die afghanische Botschaft in Teheran war nach dem Sturz von Präsident Ashraf Ghani im Jahr 2021 formell an die Taliban übergebenworden, wodurch der Iran nach Pakistan und Russland das dritte Land war, das offizielle diplomatische Beziehungen mit den Taliban aufnahm.

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