Iran hat 80.000 Milizionäre in Syrien stationiert

„In Syrien gibt es 80.000 vom Iran rekrutierte und ausgebildete schiitische Milizionäre. Der israelische UNO-Botschafter Danny Danon legt am Donnerstag bei der UNO eine Landkarte vor und behauptete, manche von ihnen würden nur wenige Kilometer von Damaskus entfernt ausgebildet. ‚Sie werden darauf vorbereitet, Terroranschläge in Syrien und der gesamten Region zu verüben‘, so Danon. Auf Danons Karte ist die an der Straße von Damaskus zum Libanon nahe Deir Qanun gelegene iranische Imam-Hossein-Garnison zu sehen. Die von Danon vorgelegten Zahlen stammen aus zahlreichen Quellen weltweit, unter anderem aus Berichten im Asharq al-Awsat, Sputnik, The New Arab, und dem libanesischen Daily Star. Die Präsenz von 80.000 vom Iran unterstützten Milizionären in Syrien beträfe die gesamte Region und bereite Ländern, die sich dem wachsenden Einfluss des Iran entgegenstellen, erhebliche Sorgen. Danon bezeichnete die Kämpfer als ‚Extremisten aus dem ganzen Nahen Osten, die vom Iran kontrollierten Milizen in Syrien angehören‘.

Da die Streitkräfte des Machthabers Bashar Assad schwere Verluste erlitten, nahm das iranische Netzwerk schiitischer Kämpfer in Syrien bis November 2017 stetig zu. ‚Die libanesische Hisbollah gehörte zu den ersten Milizen, die eintrafen, es folgten die iranischen Revolutionsgarden und schiitische Milizionäre aus Afghanistan, Pakistan, dem Jemen und dem Irak, derer sich der Iran bedient, um seine Kontrolle über Syrien auszubauen‘, heißt es in einer Veröffentlichung des außenpolitischen Think-Tanks Chatham House. Da die Streitkkräfte vor Ort sich als weniger zuverlässig erwiesen, verlegte der Iran sich auf ausländische Schiiten. Dazu gehörten Iraker von der Abou Fadel al Abbas-Brigade, die vor 2014 nach Syrien reisten, um an der Verteidigung des in der Nähe von Damaskus gelegenen schiitischen Sayyida Zenab-Schreins mitzuwirken. Die ermittelten Zahlen schiitischer Milizionäre, die in Syrien kämpfen, wie auch ihrer Verluste, beruhen alle auf Schätzungen. In einem im Februar 2018 vom Washington Institute of Near East Studies veröffentlichten Artikel von Jackson Doering hieß es, im Laufe von mehr als sechs Jahren seien 1214 Kämpfer der Hisbollah in Syrien getötet worden. Tausende Schiiten aus Afghanistan und Pakistan sollen getötet worden sein sowie hunderte Iraker und Iraner.

Besorgniserregend ist nicht nur, dass diese Milizen dem Iran unterstehen, sondern, dass sie in Syrien Wurzeln schlagen. ‚Die iranischen Milizen im Süden übergeben die Gebiete, die sie erobern, nicht dem Regime, sondern kontrollieren sie selbst‘, so Doering. (…) Der dauerhafte Einfluss und die auf Permanenz angelegte Infrastruktur der iranischen Milizen werden sich langfristig auswirken. Gleich wie viele Milizionäre es genau gibt, haben sie die Region zutiefst verändert und die Netzwerke, die sie geschaffen haben und die vom weit entfernten Pakistan bis zu den Golanhöhen reichen, stärken das iranische Hegemoniebestreben.“ (Seth J. Frantzman: „Who are Iran’s 80,000 Shi’ite fighters in Syria?“)

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