In Syrien getötete Palästinenser: ohrenbetäubendes Schweigen

Das palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk in Syrien wurde im Krieg völlig zerstört.

„In einem jüngst veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation Aktionsgruppe für Palästinenser in Syrien (AGPS) werden die Fälle von 3.840 Palästinensern dokumentiert, die seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011 getötet worden sind. Das sind viermal so viele Palästinenser wie in den sechs Jahren der ersten Intifada zwischen Dezember 1987 und September 1993 umkamen. Die Todesursachen reichen vom Artilleriebeschuss bis zu Folter und Erschießungen in den berüchtigten Gefängnissen des Regimes.

Unabhängig von diesem Bericht hat das syrische Regime erstmals eine Liste veröffentlicht, auf der sich die Namen von 548 getöteten Palästinensern befinden. Obwohl in dem Bericht des Regimes keine Todesursachen angegeben wurde, sind Menschenrechtsgruppen sich einig, dass diese Palästinenser durch Folter, Hunger und mangelhafte medizinische Versorgung umgekommen sind.

Weiter gab die AGPS an, dass außerdem 1.682 Palästinenser vermisst würden. Über ihr Schicksal sei nichts bekannt. Es wird angenommen, dass sie entweder irgendwann während des blutigen Bürgerkriegs getötet wurden oder, im ‚besten Fall‘, weiterhin inhaftiert sind. Demnach sind seit 2011 mindestens 5.522 Palästinenser entweder getötet worden oder verschwunden.

Zusätzlich sind Zehntausende Palästinenser in Syrien vertrieben worden und nun arbeitslos. Das Flüchtlingslager Jarmuk, in dem Zehntausende Palästinenser lebten, ist im Laufe des Krieges restlos zerstört worden. Vor seiner Zerstörung wurde das Lager vom Assad-Regime belagert. Während der Belagerung veröffentlichten syrische Oppositionsmedien Bilder ausgemergelter Palästinenser.

Trotz dieser grauenvollen Entwicklungen hat nicht ein einziger Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) das Assad-Regime öffentlich kritisiert. (…)

Wenn ein Terrorist der Hamas oder des Islamischen Dschihad aus dem Gazastreifen beim Versuch, Sprengsätze am Straßenrand zu installieren oder den Grenzzaun zu durchbrechen, von israelischen Soldaten getötet wird, sind die arabische und die westliche Welt außer sich. Die Arabische Liga spricht ihre übliche Verurteilung aus. Das stets feindselige Kuweit denunziert Israel bei der UNO und versucht, den Sicherheitsrat einzuberufen. Und Mahmoud Abbas fordert internationalen Schutz für die Palästinenser. Über diese Reaktionen wird in der arabischen und westlichen Presse pausenlos berichtet.

Doch wenn Palästinenser von anderen Arabern getötet werden, interessiert das offenbar niemanden, weder in der arabischen Welt, noch bei den Palästinensern selbst, egal ob von der PA oder der Hamas. Jeder schweigt. (…) Die Rechnung ist denkbar einfach: Wenn nicht Israel oder Juden für die Tötung von Arabern verantwortlich gemacht werden können, ist sie uninteressant.“ (Edy Cohen: „When Palestinian Blood Isn’t Equal“)

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