Getöteter Hisbollah-Terrorist war verantwortlich für zahlreiche Attacken auf Israel. Schon seit Tagen wackelt die vereinbarte Waffenruhe.
Die israelischen Streitkräfte haben am Mittwochabend zum ersten Mal seit fast einem Monat Beirut angegriffen und dabei den Kommandeur der Radwan-Truppe der Hisbollah getötet, wie das Militär am Donnerstag mitteilte. Ahmed Ali Balout »befehligte Dutzende von Terroranschlägen gegen IDF-Soldaten, die im Südlibanon im Einsatz waren, darunter Panzerabwehrraketenangriffe und die Zündung von Sprengsätzen«, so die Armee.
Balout leitete zudem Versuche, die Radwan-Truppe wieder aufzubauen und den »Eroberungsplan für Galiläa« der Hisbollah umzusetzen, »der von der Einheit über Jahre hinweg geplant und vorangetrieben wurde«, hieß es. Im Rahmen dieses Plans strebte die vom Iran unterstützte Terrororganisation an, in Israel einzudringen, Gebiete entlang der Grenze zu besetzen und Geiseln zu entführen.
Die Radwan-Truppe »operiert unter der Schirmherrschaft und Anleitung des iranischen Terrorregimes mit dem Ziel, IDF-Soldaten und israelische Zivilisten zu schädigen«, betonte die IDF.
Keine Immunität
Der Präzisionsschlag am Mittwochabend erfolgte auf Befehl des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu und des Verteidigungsministers Israel Katz, wie das Büro des Premierministers mitteilte. »Die von ihm angeführten Radwan-Terroristen sind für den Beschuss israelischer Gemeinden und Angriffe auf IDF-Soldaten verantwortlich«, sagten die beiden Männer in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwochabend. »Kein Terrorist genießt Immunität – der lange Arm Israels wird jeden Feind und Mörder erreichen.« »Wir haben versprochen, den Bewohnern des Nordens Sicherheit zu bringen. So handeln wir und so werden wir auch weiterhin handeln«, fügte die Erklärung hinzu.
Der Angriff am Mittwoch in den südlichen Vororten von Beirut – einer Hochburg der Hisbollah – war der erste IDF-Angriff in der Hauptstadt seit fast einem Monat; der letzte hatte am 8. April stattgefunden. Die Hisbollah hatte am 2. März mit dem Abschuss von Raketen und Drohnen auf Israel begonnen, nachdem der Oberste iranische Führer Ali Khamenei bei den ersten Angriffen der israelischen »Operation Roaring Lion« am 28. Februar gezielt getötet worden war.
Als Reaktion auf den Verstoß der vom Iran unterstützten Terrororganisation gegen das von den USA vermittelte Waffenstillstandsabkommen vom 27. November 2024 startete Jerusalem eine Luftkampagne gegen die Hisbollah. Zudem befahl Jerusalem den IDF, vorzustoßen und die Kontrolle über weitere Gebiete im Südlibanon zu übernehmen, um grenzüberschreitende Angriffe zu stoppen.
Jerusalem und Beirut einigten sich am 16. April nach Vermittlung durch US-Präsident Donald Trump auf einen 10-tägigen Waffenstillstand. Nach direkten Gesprächen in Washington, D.C., vereinbarten die beiden Länder am 23. April eine Verlängerung der Waffenruhe um weitere drei Wochen.
Neue Attacken der Hisbollah
Netanjahu warf der Hisbollah jedoch letzte Woche vor, den vorübergehenden Waffenstillstand durch Terroranschläge »im Wesentlichen zunichte gemacht« zu haben. Am Mittwoch wurden zwei IDF-Soldaten schwer verletzt, als Selbstmorddrohnen der Hisbollah in der Nähe von Truppen einschlugen, die südlich der Waffenstillstandslinie im Südlibanon stationiert waren, teilte das Militär mit. Drei weitere Soldaten erlitten leichte Verletzungen.
Die Soldaten wurden zur medizinischen Versorgung in ein israelisches Krankenhaus gebracht, und ihre Familien wurden benachrichtigt, fügte es hinzu.
Bei mehreren weiteren Vorfällen am Mittwoch seien »Abfangraketen auf Raketen und verdächtige Luftziele in dem Gebiet abgefeuert worden, in dem IDF-Soldaten im Südlibanon im Einsatz sind«, so das Militär weiter. Es wurden keine Verletzten unter den Truppen gemeldet.
Die IDF fingen zudem ein unbemanntes Fluggerät ab, das vom Libanon aus in Richtung israelisches Gebiet gestartet war, was in den galiläischen Gemeinden Kiryat Shmona, Kibbuz Manara und Moschav Margaliot Luftschutzsirenen auslöste. Der Angriff veranlasste laut dem Heimatfrontkommando der IDF etwa 25.000 Menschen, in Luftschutzbunker zu flüchten.
»Raketenalarm wurde ausgelöst, da man befürchtete, dass Trümmerteile der Abfangraketen herunterfallen könnten«, erklärte das Militär.
(Der Bericht ist auf Englisch vom Jewish News Syndicate veröffentlicht worden. Übersetzung von Florian Markl.)






