Hisbollah-Führer Naim Qassem fordert Beirut auf, die Verhandlungen mit Israel abzubrechen, und droht mit Sturz der Regierung, sollte sie dem nicht nachkommen.
Der Hisbollah-Anführer Naim Qassem erklärte unlängst, dass »das Volk das Recht hat, auf die Straße zu gehen und die Regierung zu stürzen«. Qassems Worte bezogen sich dabei auf zuvor erfolgte israelische Angriffe auf Hisbollah-Ziele sowie auf die seit etwa einem Jahr geltenden US-Sanktionen gegen das mit der Hisbollah verbundene Finanzinstitut Al-Qard Al-Hasan.
Darüber hinaus steht die vierte Runde direkter Gespräche zwischen der israelischen und der libanesischen Regierung bevor. In den Verhandlungen wird unter anderem darüber diskutiert, wie die Hisbollah in die Schranken gewiesen und die libanesische Souveränität im Süden des Landes zum ersten Mal seit Jahrzehnten wiederhergestellt werden kann. Zugleich sollen sich die Truppen der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) zurückziehen.
Kurz nach dessen Beginn Ende Februar schloss sich die Hisbollah ihrem iranischen Schutzherrn im Krieg gegen die Vereinigten Staaten und Israel an, was militärische Reaktionen der IDF auslöste. Berichten zufolge wurden im Libanon etwa 3.000 Menschen getötet, Tausende weitere wurden vertrieben. Trotz eines seit dem 17. April geltenden Waffenstillstands zwischen Jerusalem und Beirut hat die Hisbollah weiterhin auf israelische Truppen im Süden des Landes geschossen, was zu Vergeltungsschlägen führte.
US-Vermittlung
Am Sonntag kritisierte US-Außenminister Marco Rubio die schiitische Terrororganisation und verurteilte »auf das Schärfste den rücksichtslosen Aufruf der Hisbollah, die demokratisch gewählte Regierung des Libanon zu stürzen. Dies ist eine gezielte Kampagne, um das Land zu destabilisieren und die eigene Macht auf Kosten der Zukunft des libanesischen Volkes zu sichern.«
Die libanesische Regierung »arbeitet daran, Wiederaufbau, internationale Hilfe und eine stabile Zukunft für ihre Bürger zu gewährleisten, mit der vollen Unterstützung der Vereinigten Staaten. Die Hisbollah hingegen versucht aktiv, den Libanon zurück in Chaos und Zerstörung zu stürzen.« Rubio betonte, dass »die Drohungen der Hisbollah mit Gewalt und Umsturz nicht zum Erfolg führen dürfen. Die Ära, in der eine Terrororganisation eine ganze Nation als Geisel hielt, neigt sich dem Ende zu.«
Washington vermittelt bei den Gesprächen zwischen Jerusalem und Beirut, deren nächste Runde für den 2. und 3. Juni angesetzt ist. Hisbollah-Führer Qassem fordert die libanesische Regierung auf, diese abzubrechen.
Berichten zufolge soll ein Ende des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah in ein möglicherweise bevorstehendes Abkommen zwischen Washington und Teheran zur Einstellung der Feindseligkeiten einfließen, wofür Qassem wiederum seine Unterstützung bekundete. Premierminister Benjamin Netanjahu schrieb am Sonntag allerdings, US-Präsident Donald Trump habe in einem Telefonat am Samstag »das Recht Israels bekräftigt, sich gegen Bedrohungen an allen Fronten, einschließlich des Libanon, zu verteidigen«.
Einige Analysten sagen, dass die Verknüpfung einer Einstellung des Kampfs gegen die Hisbollah mit einer Lösung des Iran-Konflikts die libanesische Terrorgruppe ermutigen. Dies würde die Chancen der Beiruter Regierung effektiv zunichte machen, die iranische Stellvertretermiliz in die Schranken zu weisen und zu entwaffnen.






