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Die offen antisemitischen »Medienpartner« der Deutschen Welle

Die Redaktion des Auslandsrundfunks der Bundesrepublik Deutschland "Deutsche Welle"
Die Redaktion des Auslandsrundfunks der Bundesrepublik Deutschland "Deutsche Welle" (© Imago Images / Future Image)

Die Deutsche Welle kooperiert mit Nachrichtensendern, die Judenmörder hochleben lassen, gegen Homosexuelle hetzen und Juden als Affen, Schweine und Mutter des Satans darstellen.

Wir haben kürzlich an dieser Stelle darüber berichtet, was Kollegen – u.a. der Süddeutschen Zeitung und der Welt – über die antisemitischen Einstellungen und Äußerungen von Mitarbeitern der arabischen Redaktion des deutschen Staatssenders Deutsche Welle herausgefunden hatten; in einem zweiten Teil haben wir unter Rückgriff auf das Mena-Watch-Archiv gezeigt, dass der Antisemitismus bei der Deutschen Welle auch die deutsch- und die englischsprachige Abteilung betrifft.

Kein Raum für Zweifel

Was die Beurteilung einiger arabischer Partnersender der Deutschen Welle – etwa Roya TV in Jordanien oder Al Jadeed TV im Libanon – betrifft, gibt es dank der Recherchen von Vice und Bild keinen Raum für Zweifel.

Man schaue sich etwa die von Roya TV verbreiteten antisemitischen Karikaturen im „Stürmer“-Stil an, die Felix Dachsel, der Chefredakteur von Vice Deutschland, auf Twitter präsentiert hat. Etwa die mit Schweinen, die den Davidstern auf dem Rücken tragen und den Jerusalemer Felsendom umringen, während es von oben Messer regnet, die die Schweine töten.

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Juden als Schweine, die den Tod verdient haben, weil sie Feinde des Islam seien, soll das heißen. Die Messer sind eine Anspielung auf die „Messer-Intifada“ seit 2015, die mit einer im Fernsehen übertragenen Rede des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, begann, in der dieser die Juden bezichtigt hatte, die Al-Aksa-Moschee „mit ihren schmutzigen Füßen“ zu „entweihen“.

Daraufhin gingen im Großraum Jerusalem immer wieder vor allem junge arabische Männer auf die Straße, um mit einem Messer wahllos Juden zu töten. Die Karikatur von Roya TV entmenschlicht die jüdischen Mordopfer und erklärt ihre Ermordung zur gottgewollten Strafe. Ein anderes Beispiel: eine Karikatur, die Juden als Mutter Satans zeigen soll.

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Wie der Bericht von Vice ferner zeigt, wird der Staat Israel in der Berichterstattung von Roya TV immer nur als „israelische Besatzung“ bezeichnet; die israelische Armee als die „Israelischen Besatzungsstreitkräfte“ und Israelis grundsätzlich als „Siedler“.

So meldete Roya TV beispielsweise während der Raketenangriffe der Hamas von Mai 2021, dass die Zahl der Toten unter den „israelischen Besatzungssiedlern“ auf neun gestiegen sei – dies sei das „Resultat der Antwort des palästinensischen Widerstands auf die Aggression der israelischen Besatzung gegen Gaza“.

Der Antisemitismus von Roya TV ist nicht versteckt – und er ist blutrünstig. Schauen wir auf folgenden Fall. Im November 2014 hatten zwei palästinensische Männer vier betende Juden in einer Jerusalemer Synagoge mit Hackmessern, wie sie von Metzgern benutzt werden, regelrecht abgeschlachtet. Sieben weitere Männer verletzten sie, von denen einer nie wieder aus dem Koma erwachte und elf Monate später starb. Anschließend erschossen sie einen drusischen Polizisten.

Auf Roya TV wurde darüber im Dezember 2014 in einer Sendung diskutiert. Laut einem damaligen Bericht der Times of Israel lobte der Parlamentsabgeordnete Khalil Attieh die Entscheidung des Parlaments, eine Schweigeminute für die beiden getöteten Täter, Ghassan und Uday Abu Jamal, abzuhalten, und bezeichnete auf Roya TV Juden als „Nachfahren von Affen und Schweinen“.

Roya TV wurde auch in einem Beitrag des amerikanischen Foreign Policy Research Institute über Antisemitismus in den jordanischen Medien von September 2017 erwähnt.

Ein „Partner für Premiumschalten«

Im Libanon arbeitet die Deutsche Welle laut Recherchen von Vice eng mit dem Sender Al-Jadeed zusammen, der der Hisbollah nahesteht und den Mörder und Hisbollahführer Samir Kuntar als ein großartiges Beispiel „moralischer Standfestigkeit“ preist.

Wer war Samir Kuntar – der 2015 bei einem israelischen Luftangriff in Syrien getötet wurde – und was machte ihn in den Augen der Deutsche-Welle-Partner zu einem moralischen Riesen? Ich zitiere aus einem Bericht der israelischen Tageszeitung Haaretz, der 2015 aus Anlass seines Todes erschien:

„Im Schutz der Dunkelheit führte der damals 16-jährige Kuntar am 22. April 1979 einen Anschlag der Palästinensischen Befreiungsfront an, bei dem eine Familie in der nördlichen Stadt Nahariya und ein israelischer Polizist brutal ermordet wurden.

Kuntar und seine Komplizen schlichen sich aus dem Südlibanon über das Meer nach Israel ein und brachen dann in die Wohnung einer Familie ein. Dort entführten sie einen jungen Vater, Danny Haran, und seine vierjährige Tochter Einat. Kuntar nahm den Vater und seine kleine Tochter mit zum nahegelegenen Strand.

Dort erschoss er den Vater und ließ die Tochter Einat zusehen, wie er ihren Vater unter Wasser ertränkte, um sicherzustellen, dass er wirklich tot war. Dann schlug er den Kopf des jungen Mädchens mit dem Kolben seiner Waffe gegen einen nahen Felsen.

Als Kuntar den Vater und die Tochter entführte, schnappte sich die Mutter Smadar ihr zweijähriges Baby Yael und versteckte sich vor den Männern, die in ihr Haus eingebrochen waren. Als Samadar versuchte, ihr Baby zu beruhigen, damit es nicht entdeckt würde, erstickte ihre Tochter in ihren Armen. Kuntar wurde nach einem Schusswechsel mit der Polizei gefasst, aber das Leid war angerichtet. Am Morgen war nur noch eines von vier Mitgliedern der Familie Haran am Leben.“

In einem Beitrag von Al Jadeed kommen laut Vice unwidersprochen Hisbollahführer zu Wort, die sagen, man werde Kuntars Tod nicht akzeptieren und „sein Blut rächen«. Sein Tod sei „eine große Ehre«, weil er als „Märtyrer“ gestorben sei.

„Israel kommt generell nicht gut weg bei Al Jadeed TV“, schreiben die Autoren Felix Dachsel und Jan Karon in dem Vice-Beitrag:

„Das Land wird in TV-Beiträgen wahlweise als ‚zionistischer Feind‘, die ‚räuberischen Zionisten‘, ‚zionistisches Wesen‘ oder schlicht ‚das Wesen‘ bezeichnet. Attentäter, die israelische Soldaten oder Zivilisten angreifen, werden auf Al Jadeed als ‚Märtyrer‘ oder ‚Helden‘ gefeiert. Ihre Opfer werden indirekt mit Tieren verglichen.“

Ein Beitrag zu einem Anschlag auf Israelis trage den Titel: „Zwei Selbstmordoperationen in weniger als 72 Stunden gegen den zionistischen Feind.“

Wie die Vice-Autoren herausgefunden haben, wird Al Jadeed TV bei der Deutschen Welle intern als „Partner für Premiumschalten« geführt:

„Al Jadeed produziert in Beirut für die Deutsche Welle Folgen des beliebten Formats Jafaar Talks, das in Deutschland viele Medienpreise abgeräumt hat. Al Jadeed wiederum übernimmt Inhalte der Deutschen Welle. Der Austausch ist eng. Es ist kaum vorstellbar, dass die Verantwortlichen der Deutschen Welle nicht wissen, was Al Jadeed seit Jahren sendet.“

Eine „seriöse Nachrichtenquelle“

Auch Bild recherchierte über die fragwürdigen Kooperationen der Deutschen Welle. Am 12. Dezember berichteten die Autoren Judith Sevinç Basad und Mohammad Rabie über die Zusammenarbeit mit dem palästinensischen Sender Ma’an News aus Bethlehem. Obwohl der Sender nachweislich zu Mordanschlägen auf Juden aufgerufen hat („Brecht die Messerrevolution nicht ab!“) verteidigt die Deutsche Welle ihre Kooperation mit ihm.

Mena-Watch berichtete im Dezember 2020 darüber, dass ein Kommentator von Ma’an News, Mustafa Yousuf Al-Lidawi, in einem auf der Website von Ma’an News veröffentlichten Pamphlet behauptet hatte, Juden würden Homosexualität verbreiten, etwas, das er als eine die Gesellschaft bedrohende „Krankheit“ bezeichnete.

Al-Lidawi veröffentlicht seit 2015 regelmäßig Kommentare für den Deutsche-Welle-Partnersender Ma’an News. Früher war er der Vertreter der Hamas in Beirut. In dem erwähnten Beitrag auf der Website von Ma’an News schreibt er:

„Es ist mir eigentlich egal, ob die israelische Gesellschaft Homosexualität akzeptiert oder verbietet und bekämpft, denn dies ist eine Nation, die seit ihrer Gründung für diese perversen Tendenzen bekannt ist, eine Nation, die mit [Homosexualität] in Verbindung gebracht wurde und sich damit identifiziert.

Vielleicht freuen wir uns sogar über die Krankheiten, die sie befallen und schädigen, ob es sich nun um medizinische oder soziale Krankheiten handelt, denn nichts schadet den Gesellschaften mehr als diese perversen Beziehungen.Vielleicht wird der Tag kommen, an dem sich ihre Gesellschaft und ihre Familien auflösen, ihre Generationen auseinanderfallen, sie sich nicht mehr vermehren und ihr Ende kommt.“

„Traurig“ sei eigentlich nur, dass „diese Perversen – Homosexuelle, Transgender, Sodomisten und Lesben – unser Land besetzen, unsere Heiligtümer entweihen, Zerstörung und Korruption säen, uns an Stärke übertreffen, unsere Zukunft kontrollieren und unser Schicksal bestimmen.“

Einige Monate zuvor hatte Al-Lidawi die antisemitische Ritualmordlüge verbreitet, nach der Juden zu Pessach Matzen mit dem Blut von Nichtjuden backten.

Laut Bild verteidigt die Deutsche Welle den Sender Ma’an News immer noch: Er werde von europäischen Medien als „seriöse Nachrichtenquelle aus den palästinensischen Gebieten“ anerkannt, sie würden regelmäßig aus Ma’an-Berichten zitieren.

Die Kooperation mit Roya TV hat die Deutsche Welle hingegen erst einmal „ausgesetzt“. Dabei hatte die Deutsche Welle über den Sender, auf dem Juden als „Nachfahren von Affen und Schweinen“ bezeichnet werden, noch Tage zuvor geschrieben:

„Unsere Vertriebs- und Programmverantwortlichen halten Roya TV definitiv nicht für israelfeindlich. Roya TV ist ein christlich-liberal geführtes Medienunternehmen. Der Sender setzt sich für die Rechte religiöser Minderheiten ein und positioniert sich klar gegen Radikalisierung.“

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