Deutschland boykottiert US-Botschaftseröffnung in Jerusalem

Artikel zuerst erschienen auf tw_24:blog.

Am Montag werden die Vereinigten Staaten ihre Botschaft in der israelischen Hauptstadt Jerusalem eröffnen. Washington setzt damit den Jerusalem Embassy Act um, ein Gesetz, das bereits seit 1995 die amerikanische Regierung auffordert, die Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. 23 Jahre später erwartet Israel aus diesem Anlaß nun offizielle Gäste aus etwa 40 Staaten. Unter ihnen werden auch Vertreter einiger europäischer Staaten sein, Österreich, Rumänien, die Tschechische Republik und Ungarn haben ihre Teilnahme an den Feierlichkeiten zugesagt.

Durch Abwesenheit wird hingegen Deutschland glänzen, das sich damit zu einem europäischen Konsens bekennt, der der jüdischen Demokratie das Recht abspricht, ihre Hauptstadt selbst zu bestimmen. Rühmt die deutsche politische Klasse in Sonntagsreden gern in blumigen Worten ihre enge Verbundenheit mit dem jüdischen Staat, demonstriert sie in der Realität mit ihrer Entscheidung gegen die Einladung aus Jerusalem, eine Geringschätzung Israels, die skandalös ist. Denn eine Teilnahme an den Feiern am Montag käme nicht einer Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels gleich.

Die deutsche Politik zeigt aber lieber, daß ihr der Einspruch terroristischer Gangs gegen Israel wichtiger ist als die demokratische Entscheidung des israelischen Souveräns. Es waren denn auf europäischer Ebene auch nicht deutsche Diplomaten, die eine Erklärung der EU gegen die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem verhinderten, sondern Vertreter Rumäniens, Tschechiens und Ungarns.

Mit dem Fehlen deutscher Vertreter bei den Feiern in Jerusalem stellt sich die heuchlerische Politik Berlins bloß; es markiert einen weiteren Tiefpunkt in den zwischenstaatlichen Beziehungen. Inzwischen gilt es in der deutschen Hauptstadt als Beweis von Freundschaft, verkündet man nach einem Angriff auf Israel Selbstverständlichkeiten, nur um selbst sie noch mit einer Warnung zu ergänzen. So erklärte das vom Sozialdemokraten Heiko Maas geführte Auswärtige Amt letzte Woche nach iranischen Raketenangriffen auf den jüdischen Staat, „Israel hat, das haben wir immer betont, ein Recht auf Selbstverteidigung“, mahnte aber auch Jerusalem, „zugleich“ sei es „entscheidend, dass es jetzt nicht zu einer weiteren Eskalation“ komme. Gut, daß solche „Freunde“ am Montag fehlen.

Ein Gedanke zu „Deutschland boykottiert US-Botschaftseröffnung in Jerusalem

  1. ecaep

    Frau Merkel muss über den deutschen Antisemitismus MEHR wissen als wir. Erheblich viel mehr. Da sie sich vor allem OPPORTUNISTISCH verhält, wenn es um die Sicherung ihrer Macht geht, ist die Absage an der Botschaftseröffnung in Jerusalmen teilzunehmen vielsagend:

    1 – die Absage ist ein widerlicher KOTAU vor den Islamofaschisten im Nahen und Mittleren Osten.
    2 – die Absage ist unverhohlener Ausdruck von Abscheu! Abscheu gegenüber einem Mann, der in kürzester Zeit mehr bewegt hat für Israel als die Bundeskanzlerin in 12 Jahren. Hier können sich Fr. Mogherini und Fr. Merkel auf die Schulter klopfen. (Über Herrn Trump kann man ansonsten geteilter Meinung sein kann!)
    3 – die Absage ist unverholen OPPORTUNISTISCH! Jedermann weiß, dass in Deutschland mit Israelbashing und antizionistischem Gebaren Bigpoints zu holen sind. Israelfeindliches PAYBACK sozusagen: Also punktet Frau Merkel und sahnt ab.
    4 – Fr. Merkel kennt die verheerenden Umfragewerte zum Antisemitismus in Deutschland ganz sicher viel besser als wir! Ohne Zögern und großen Aufwand nutzt sie ihr Wissen. Mit einer schlichten Absage erreicht sie die „Herzen“ der antisemitischen Masse. Leichter geht’s nicht.
    5 – gewiss ist die Absage KEINE Gewissensentscheidung. Nach fast 13 Jahren Kanzlerinnenschaft und einem noch viel längeren Marsch durch die Instanzen an die MACHT, ist verschüttet worden, was sie (vermutlich) in ihrem evangelischen Elternhaus gelernt hat: richtig von falsch zu unterscheiden. – Sie hat sich falsch entschieden.

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