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Der Jemen könnte sich wieder spalten

Kräfte des Southern Transitional Councils in der Hauptstadt des Südjemens Aden
Kräfte des Southern Transitional Councils in der Hauptstadt des Südjemens Aden (© Imago Images / Xinhua)

Im Süden des Jemen gewinnen sezessionistische Kräfte die Oberhand, die eine Unabhängigkeit der Region anstreben und sich einen Beitritt zum Abraham-Abkommen mit Israel vorstellen können.

Wie Mena-Watch vor einiger Zeit bezüglich der Republik Somaliland auf der anderen Seite der Meeresenge am Horn von Afrika berichtete, könnten sich aktuell neue Chancen für Israel zur strategischen Einkreisung der Huthi-Regierung im jemenitischen Sanaa, einem Satellitenregime des Irans, durch einen unabhängigen Südjemen ergeben.

Die Huthi-Miliz hatte im Juni 2004 einen Aufstand gegen die jemenitische Regierung begonnen. Sie ist eine terroristische Organisation der Zaiditen, einer schiitischen Glaubensrichtung, deren Anführer Hussein Badreddin al-Huthi im Laufe des Aufstands ums Leben kam.

Der Konflikt endete 2014 vorläufig mit der Eroberung der jemenitischen Hauptstadt Sanaa durch die Huthi. Auf diese folgte allerdings nur ein Jahr später eine Militärintervention durch Saudi-Arabien und die Golfstaaten, sodass der Konflikt bis heute als Krieg weitergeführt wird, nachdem sich die vorherige und international immer noch anerkannte Regierung nach Aden im ehemals unabhängigen Südjemen zurückgezogen hatte.

Sezession des Südens

Die seinerzeitige Volksrepublik Südjemen mit der Hauptstadt Aden hatte sich erst 1990 der Republik Jemen angeschlossen. Sehr bald gab es jedoch wieder Sezessionsbestrebungen, die durch die unterschiedlichen Interessen der involvierten ausländischen Mächte gefördert wurden: Während Saudi-Arabien die von den Huthi verdrängte Regierung unterstützt, fördern die Golfstaaten den sezessionistischen Southern Transitional Council (STC).

In einer militärischen Offensive gelang es dem STC nun, die flächenmäßig größte Provinz des Südjemens unter seine Kontrolle zu bringen. Bereits seit 2015 befindet sich der von den Huthi verjagte Präsident des Gesamtjemens, Abd-Rabbu Mansour Hadi, im Exil in Saudi-Arabien und überließ seine Machtbefugnisse einem President Leadership Council (PLC). Zu dessen starkem Mann ist der STC-Vorsitzende Aidarus al-Zubaidi aufgestiegen, nachdem der PLC-Präsident des Rashad al Alimi ebenfalls nach Saudi-Arabien flüchtete und die Hauptstadt des Südjemens Aden nun unter der Kontrolle des STC steht.

Für Israel sind diese Entwicklungen von nachrichtendienstlichem und militärischem Vorteil. Auch dem Abraham-Abkommen könnte ein unabhängiger Süden nach einer von al-Zubaidi gewünschten Unabhängigkeitserklärung beitreten, wie von der STC-Führer bei einem Besuch der UN-Generalversammlung angedeutet hat.

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