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Iran sieht sich im Jemen als Sieger

Saudischer Luftangriff auf ein Houthi-Lager in Sanaa
Saudischer Luftangriff auf ein Houthi-Lager in Sanaa (© Imago Images / Xinhua)

Zugleich gibt es Berichte über einen Rückschlag für Saudi-Arabien, der die Position des Golfkönigtums gegenüber der Islamischen Republik schwächen könnte.

Seth J. Frantzman, Jerusalem Post

Die iranischen Medien haben eine Botschaft an den Jemen: Saudi-Arabien sei auf dem Rückzug. Das berichtete Fars News am Wochenende.

„Jemenitische Quellen fügten hinzu, dass die saudische Koalition alle ihre Streitkräfte von der Westküste des Jemen abgezogen hat, darunter die von Tariq Saleh (einem Verbündeten der VAE) und die von Oluwiya al-Amalqa [die nach Aden verlegt worden sind]. Der Jemen hat gewonnen.“

Was die Iraner damit sagen wollen, ist, dass die von ihnen unterstützten Houthi-Rebellen gewonnen hätten.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Länder, mit denen sie zusammenarbeiten, intervenierten 2015 im Jemen, woraufhin der Iran seine Unterstützung für die Houthis verstärkte, um die Saudis in die Enge zu treiben. Die Houthis setzen nun moderne iranische Drohnen und Raketen gegen Riad ein, während sich die VAE und die Saudis sich in der Jemen-Politik nicht mehr einig und die Houthis sind auf dem Vormarsch. sind

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Die USA hatten sich während der Obama- und Trump-Jahre gegen die Houthis gestellt, die Biden-Administration aber hat versucht, den Konflikt zurückzudrängen. Doch selbst die Regierung Biden ist nun verärgert, dass die Houthis Mitarbeiter der US-Botschaft in Sanaa entführt haben und die UNO hat weitere Houthi-Anführer auf die schwarze Liste gesetzt.

Nach Angaben iranischer Medien sind die Houthis in letzter Zeit Hunderte von Kilometern entlang der Küste vorgerückt. Fars meldete.

„Der Bericht [über den saudischen Rückzug] kommt zu einem Zeitpunkt, an dem jemenitische Medien berichten, dass der Countdown für die Befreiung der Provinz Ma’rib begonnen hat, nachdem die jemenitische Armee und die Volkskomitees bedeutende Fortschritte gemacht haben.“

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Inzwischen signalisiert auch der Iran eine Bereitschaft für Gespräche mit Saudi-Arabien, die den Jemen betreffen könnten. Noch im Jahr 2019 hat der Iran einen Drohnen- und Marschflugkörperangriff auf Saudi-Arabien gestartet; als Warnung, dass der Iran in Zukunft Schlimmeres tun könnte.

Die Houthis gehe auf volles Risiko, in der Hoffnung, in Hodeidah und Marib Gewinne zu erzielen. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition hat die Berichte über einen Rückzug zwar dementiert, in widersprüchlichen Meldungen ist jedoch von einem Rückzug um die Hafenstadt Hodeidah die Rede.

Laut Arab News „haben die jemenitischen Streitkräfte an der Westküste des Landes am Freitag einen Rückzug aus mehreren befreiten Bezirken in der Provinz Hodeidah angekündigt, einschließlich Gebieten in der Stadt Hodeidah“. (…)

„Unsere religiöse und patriotische Pflicht veranlasst uns, wichtigere Fronten zu verteidigen, an denen wir die unzureichende Verteidigung des Gegners ausnutzen können“, schrieben die Streitkräfte in einer Erklärung und behaupteten, dass das Abkommen von Stockholm sie einschränke und daran hindere, die Kontrolle über die Stadt Hodeidah zu übernehmen.

Unterdessen trafen der US-Gesandte für den Jemen, Tim Lenderking, und die Geschäftsträgerin der US-Botschaft im Jemen, Cathy Westley, mit dem jemenitischen Premierminister Maeen Saeed, mit Außenminister Ahmed bin Mubarak und dem Gouverneur von Aden, Ahmed Lamlas, zusammen.

„Jetzt ist es an der Zeit, dass sich alle Jemeniten zusammentun, um den Krieg zu beenden und mutige Reformen durchzuführen, um die Wirtschaft wiederzubeleben, die Korruption zu bekämpfen und das Leid zu lindern“, sagte der Sprecher des USAußenministeriums, Ned Price.

Der Jemen steht also im Rampenlicht. Wieder einmal scheint der Iran zu glauben, er sei der Sieger. Ein Rückschlag für Saudi-Arabien an einer der Fronten im Jemen wäre in Riad keine willkommene Nachricht, denn es würde den Anschein erwecken, dass der Iran gestärkt ist. Wenn Saudi-Arabien in dieser Situation Gespräche mit dem Iran aufnimmt, wird es einen schweren Stand haben, weil der Iran glaubt, er sei der Sieger.

(Aus dem Artikel Yemen in the spotlight as US, Iran, Saudi maneuver – analysis, der in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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