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Das Weltbild der UNO: Israel ist an allem schuld

Al-Qassam-Brigaden: Die Hamas ist laut UNO niemals selbst für ihre Verbrechen verantwortlich
Al-Qassam-Brigaden: Die Hamas ist laut UNO niemals selbst für ihre Verbrechen verantwortlich (© Imago Images / APAimages)

Wenn die UNO schon einmal offen über die Hamas-Verbrechen an der Bevölkerung in Gaza spricht, dann muss sie wenigstens den jüdischen Staat für diese Gewalt verantwortlich machen.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzten »Untersuchungskommission zu den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ost-Jerusalem und Israel« überrascht dadurch, dass er zeigt, wie die Hamas Menschen im Gazastreifen foltert und ermordet.

Er wird aber kaum zur Kenntnis genommen, zumal auch die Autoren dieses Dokuments sich Mühe gegeben haben, diese Fakten durch summarische Anklagen gegen Israel auszubalancieren. So wird dem jüdischen Staat vorgeworfen, am 7. Oktober 2023 einen »Genozid« begonnen und unzählige Hamas-Funktionäre getötet zu haben, die nicht dem militärischen Flügel der Terrorgruppe angehörten, was einem Zusammenbruch von »Recht und Ordnung« geführt habe.

Krankenhäuser als Mordzentralen

Was an den enthaltenen Berichten über die Gräuel der Hamas auffällt, ist, dass die Schauplätze wieder einmal Krankenhäuser sind: Erwähnt werden das Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt und das Nasser-Krankenhaus in Khan Younis. Während des vom Hamas-Massaker ausgelösten Kriegs zwischen Israel und der Terrorgruppe waren die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) international immer wieder heftig kritisiert worden, weil sie auch gegen diese vorgeblich rein medizinischen Einrichtungen vorgingen. Dabei war bekannt,

  • dass einige von der Hamas entführte Israelis am 7. Oktober ins Al-Shifa-Krankenhaus verschleppt wurden,
  • dass das Al-Shifa-Krankenhaus laut US-Geheimdiensterkenntnissen eine Hamas-Kommandozentrale war,
  • dass Hamas-Kämpfer von dort auf israelische Soldaten schossen (wie üblich in Zivilkleidung),
  • dass die israelische Geisel Noa Marciano von einem Arzt des Al-Shifa-Krankenhauses ermordet wurde.

Amnesty International (AI) hatte bereits 2014/15 berichtet, dass »Kräfte der Hamas« das Al-Shifa-Krankenhaus »einschließlich der Ambulanz« genutzt hätten, »um Verdächtige festzuhalten, zu verhören, zu foltern und anderweitig zu misshandeln«, während andere Teile des Krankenhauses weiterhin als medizinische Einrichtung betrieben worden seien. Ein Palästinenser, der am 22. August 2014 von der Hamas angewiesen wurde, den Leichnam seines Bruders im Al-Shifa-Krankenhaus abzuholen, wurde in dem AI-Bericht mit den Worten zitiert:

»Sein Körper wies Spuren von Folter und Schussverletzungen auf. Seine Arme und Beine waren gebrochen … Sein Körper wirkte, als hätte man ihn in einen Sack gesteckt und zertrümmert … Er war von etwa dreißig Kugeln durchsiebt. Am Hals hatte er Spuren, die an eine Schlachtung erinnerten: Schnittwunden von Messern … Und am Hinterkopf – da war kein Gehirn mehr. Leer … Es war schwer für uns, ihn zu tragen … Er war schwer; wie Fleisch in einem Sack; keine Knochen mehr. Seine Knochen waren zertrümmert.«

Vor mehr als zehn Jahren also schon war das Al-Shifa-Krankenhaus bekannt als Ort, an dem die Hamas folterte und in dessen Leichenhalle sie die Leichen ihrer Opfer lagerte. Wenn es, wie der UN-Bericht zeigt, auch 2025 noch ein solcher Ort war, dann spricht vieles dafür, dass die Hamas es nicht sporadisch, sondern systematisch über einen langen Zeitraum auf diese Weise genutzt hat.

Der UN-Bericht erwähnt, dass »eine Gruppe bewaffneter Kämpfer« am 21. September 2025 vor dem Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt öffentlich drei palästinensische Männer hingerichtet habe. Man kann annehmen, dass die Männer deshalb vor dem Al-Shifa-Krankenhaus ermordet wurden, weil sie dort zuvor gefangen gehalten und gefoltert worden waren. Sie anschließend über die von Trümmern gesäumten Straßen Gazas zu einem anderen Hinrichtungsort zu befördern, wäre wohl nicht praktikabel gewesen. Zudem scheint die Hamas gar kein Interesse daran zu haben, die Rolle des Krankenhauses als Mord- und Folterzentrale zu verschleiern.

Den Opfern sei vorgeworfen worden, »mit Israel kollaboriert zu haben und den ›Volkskräften‹ (der Gruppe von Abu Shabab) anzugehören«, heißt es in dem UN-Bericht. Auf einem Video seien die Opfer inmitten einer Menschenmenge mit verbundenen Augen und auf dem Rücken gefesselten Händen zu sehen. Einer von acht maskierten Bewaffneten wende sich an die Menge und erkläre: »Über diese Verräter wurde die Todesstrafe verhängt.« Anschließend würden die Opfer zu Boden gestoßen und ihnen mehrfach in den Kopf und den Oberkörper geschossen.

Der Bericht schildert auch Racheakte gegen Mitglieder des mit der Hamas rivalisierenden Doghmosh-Clans. Eine Serie von Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen vom 10. bis 12. Oktober 2025 habe am 13. Oktober 2025 mit der ausgehandelten Übergabe von Mitgliedern der Familie Doghmosh an die Hamas geendet. Dabei hat die Hamas zugesichert, dass die Übergebenen »gerecht behandelt und die Vorwürfe gegen sie fair untersucht« würden. Weniger als zwei Stunden nach ihrer Übergabe seien die acht Männer jedoch ohne Ermittlung oder Gerichtsverfahren öffentlich hingerichtet worden.

»Ein Video zeigt, wie acht mit verbundenen Augen und gefesselten Händen versehene Männer – die allesamt offensichtliche Vorverletzungen aufwiesen und von denen vier nur spärlich bekleidet waren – von zehn bis fünfzehn maskierten Tätern auf eine Freifläche gezerrt und gezwungen wurden, sich hinzuknien, während die Menge ›Kollaborateur‹ und ›Spion‹ skandierte. Anschließend erschossen acht der Milizionäre die Opfer aus nächster Nähe.«

Den Opfern sei vorgeworfen worden, mit Israel kollaboriert, humanitäre Hilfe gestohlen und ein Mitglied der al-Qassam-Brigaden getötet zu haben.

Folter gegen angebliche Kriminelle

Während diese Taten Morde an politischen Rivalen waren, richtet sich Gewalt auch gegen gewöhnliche Bürger, die des Diebstahls oder anderer Straftaten bezichtigt werden. Diese Gewalt ziele darauf ab, die Opfer dauerhaft zu schädigen, so die Kommission.

Im Oktober 2025 etwa sei ein Palästinenser, dem Drogenhandel vorgeworfen wurde, von mehr als zehn bewaffneten Mitgliedern der Hamas schwer misshandelt worden.

»Er wurde teilweise entkleidet, zu einem Geständnis gezwungen und massiv geschlagen; dabei erlitt er offenbar Brüche an beiden Beinen. Videoaufnahmen des Vorfalls zeigen, wie ein Angreifer seinen Fuß auf die Brust des Opfers drückt, um es am Boden zu fixieren, während ein anderer mit einem Metallrohr auf Brust, Beine und Arme des Opfers einschlägt. Später wurde das Opfer auf die Knie geschlagen – was vermutlich zu deren Bruch führte –, während maskierte Angreifer ihm den Mund zuhielten.«

In einem anderen Fall hätten zwei bewaffnete Hamas-Mitglieder einen Palästinenser auf dem Gelände des Nasser-Krankenhauskomplexes in Khan Younis schwer gefoltert und verletzt.

»Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie das Opfer in einer schmerzhaften Zwangshaltung (›Shabeh‹) gefesselt war und gezwungen wurde, den illegalen Verkauf von Tabak zu gestehen; dabei wurde es unter Schmerzensschreien mit einem Metallrohr auf Handgelenke, Brust und Arme geschlagen.«

Im selben Monat hätten fünf bewaffnete Hamas-Mitglieder einen Palästinenser auf dem Gelände des Nasser-Krankenhauskomplexes schwer misshandelt und ihm ernsthafte Beinverletzungen zugefügt, weil er angeblich mit Drogen gehandelt und Unterstützung für die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel geäußert habe.

»Das Opfer wurde bis auf die Unterwäsche entkleidet und am Boden fixiert, während ein Bewaffneter wiederholt einen großen Ziegelstein auf seine Beine schlug und ein anderer mit einem Metallrohr auf seinen Knöchel einwirkte – was vermutlich zu einem Bruch führte –, während das Opfer vor Schmerzen schrie.«

Im Dezember 2024 hätten fünf maskierte bewaffnete Hamas-Mitglieder einen unbekannten Palästinenser auf einer Freifläche vor dem Nasser-Krankenhauskomplex angegriffen und ihm in die Knie geschossen. Der Vorfall habe sich vor einer Menschenmenge ereignet, zu der mindestens drei Kinder gehört hätten. Der Vorwurf: Kollaboration und Diebstahl.

»Während des gesamten Angriffs waren die Hände des Opfers gefesselt und sein Gesicht verdeckt. Das Opfer wurde mit einem halbautomatischen Gewehr dreimal in die Knie geschossen. Nach Einschätzung zweier von der Kommission befragter Ärzte, die das Videomaterial gesichtet haben, wird das Opfer voraussichtlich eine dauerhafte Behinderung davontragen.«

Folterzentrum Nasser-Krankenhaus

Das Nasser-Krankenhaus ist auch nach Erkenntnissen der Untersuchungskommission offenbar ein Folterzentrum der Hamas. Oft hätten Zeugen von dort Schreie gehört; einmal seien anschließend maskierte Hamas-Männer aus dem Krankenhaus gekommen, heißt es in dem Bericht.

Der medizinische Betrieb im Nasser Medical Complex sei laut Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen seit dem 20. Januar 2026 ausgesetzt. Seit der Umsetzung des Waffenstillstands habe das Personal in Teilen des Krankenhauskomplexes »bewaffnete und maskierte Männer« beobachtet. Darüber hinaus habe es »Fälle von Einschüchterungen, willkürlichen Festnahmen von Patienten und mutmaßlichen Waffenbewegungen innerhalb des Krankenhauses« gegeben.

Der Kommission seien drei Fälle von Folter durch die Hamas bekannt, die wohl »innerhalb des Nasser-Medizinkomplexes, in der Nähe des Hind-Dagmah-Medizinzentrums sowie in einem angrenzenden kleinen Gebäude begangen wurden«. Dies stehe im Einklang mit der Aussage eines Zeugen sowie mit der Erklärung von Ärzte ohne Grenzen, wonach bewaffnete Männer in Teilen des Krankenhauskomplexes beobachtet wurden.

Die Kommission gelangt auf der Grundlage »hinreichender Anhaltspunkte zu der Schlussfolgerung, dass die Sahm-Einheit der Hamas im Zeitraum 2024–2025 im Nasser-Medizinkomplex im Gazastreifen palästinensische Zivilisten verhört und gefoltert« habe. Dann wird der Bericht auf UNO-typische Art irre:

»Sie stellt jedoch fest, dass ein solches Verhalten keine ›dem Feind – nämlich Israel – schadenden Handlungen‹ darstellt. Folglich hätte das Krankenhaus seinen Schutzstatus nach dem humanitären Völkerrecht nicht verloren und wäre kein legitimes Angriffsziel gewesen.«

Im Klartext: Wenn die Hamas im Nasser-Krankenhaus palästinensische Zivilisten foltert, gehe das Israel nichts an. Bloß nicht einschreiten. Denn auch das Betreiben eines als Krankenhaus getarnten Folterzentrums ist nach Meinung der UN-Kommission »nach dem humanitären Völkerrecht« geschützt und das Gebäude somit kein »legitimes Angriffsziel«.

Gewalt gegen Kinder

Die Kommission dokumentierte vier Fälle, in denen Jungen, die des Diebstahls beschuldigt wurden, schwerer körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen seien. In einem Fall sei ein Junge mit verbundenen Augen und gefesselten Händen gezwungen worden, auf dem Boden zu sitzen. Währenddessen wurde wiederholt eine schwere Platte auf sein Bein fallen gelassen, wodurch es offenbar gebrochen wurde. In einem anderen Fall sei ein Junge gewaltsam fortgezerrt und von zwei maskierten Männern öffentlich mit Stöcken auf die Beine geschlagen worden. In beiden Fällen würden die Taten der Hamas zugeschrieben, nicht zuletzt, weil Informationen über die Opfer »über Hamas-Kanäle öffentlich verbreitet« wurden.

Ferner stellte die Kommission fest, dass Kinder bei 27 öffentlich inszenierten Bestrafungen als Zuschauer anwesend waren. Diese Konfrontation mit extremer Gewalt könne dazu führen, »dass Gewalt als normal wahrgenommen wird, Kinder dafür abgestumpft werden und ein Klima der Angst aufrechterhalten wird«. Zudem könne sie »langfristige emotionale und psychische Schäden verursachen«.

Die Kommission dokumentierte zwanzig Fälle »sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt« im Gazastreifen, von denen elf Hamas-nahen Kräften zugeschrieben wurden. Die Übergriffe seien häufig im Zusammenhang mit Bestrafungen mutmaßlicher »Kollaborateure« oder »Diebe« erfolgt und dienten der »öffentlichen Demütigung«.

Zu den dokumentierten Misshandlungen gehörten »erzwungenes Entkleiden, Nacktheit, öffentliche Vorführung, Zwangsgeständnisse sowie weitere erniedrigende Handlungen wie das Rasieren des Kopfes, Beschmieren des Körpers oder Drohungen mit Kastration«. Fotos und Videos der Opfer seien »anschließend über Hamas-Kanäle verbreitet« worden, »um die Betroffenen und ihre Familien zu stigmatisieren«. Auch Minderjährige seien unter den Opfern gewesen.

In einem weiteren Video sei ein Junge zu sehen, der gefesselt und teilweise entkleidet sei und dessen Kopf mit Farbe beschmiert werde, während er gezwungen werde, zu gestehen, ein »Dieb« zu sein. Ein anderes Beispiel zeigt mehrere männliche Opfer, die teilweise entkleidet seien und denen das arabische Wort für »Dieb« auf den Rücken gemalt werde. Ein Opfer berichtete, dass es körperlichen und seelischen Misshandlungen ausgesetzt gewesen sei und ihm zudem mit Kastration gedroht worden sei.

UN-Bericht: Hamas besser als »Vakuum«

Diese Gräueltaten werden eingerahmt in Schilderungen von israelischer Kriegsführung und »Siedlergewalt«, die das Agieren der Hamas nach Meinung der Autoren offenbar teilweise erklären und rechtfertigen. So hätten israelische Streitkräfte »gezielt zivile Hamas-Funktionäre« ins Visier genommen, »darunter Angehörige der Polizei und der internen Sicherheitskräfte«, die vor Oktober 2023 »quasi-staatliche Verwaltungs- und Ordnungsaufgaben wahrgenommen« hätten. Zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 18. Juli 2025 seien »Hunderte von Hamas-Polizisten und Sicherheitskräften« getötet worden, »was zum Wegfall von Strukturen für Recht und Ordnung« geführt habe.

Die gleiche Organisation, die im Gazastreifen nach eigener Erkenntnis der Autoren sadistisch mordet und foltert, soll also auf scheinbar legitime Weise für »Recht und Ordnung« gesorgt haben. »Ordnung«? Vielleicht, so wie die Taliban in Afghanistan für »Ordnung« sorgen. Aber »Recht«? Die Autoren billigen der Hamas – die auch als »De-facto-Behörde« im Gazastreifen bezeichnet wird – das Recht zu, die Küstenenklave zu beherrschen.

Die »anhaltenden israelischen Angriffe und die Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur« hätten dann bedauerlicherweise »ein Machtvakuum« geschaffen. Diesem habe »die Hamas verzweifelt (sic!) entgegenzuwirken« versucht, um schließlich die »Kontrolle zurückzugewinnen«. »Gesetzlosigkeit, Tötungen, Plünderungen, Diebstahl und gesellschaftliches Chaos« seien letztlich nichts anderes als »die unmittelbaren Folgen dieses Vakuums sowie der israelischen Angriffe«.

Schuld sind also am Ende: a) Israel und b) das »Vakuum«, das entstand, weil Israel die Hamas nicht gewähren ließ. Wer beim Lesen des Berichts stellenweise verwirrt ist, weil dort auch Mord und Folter der Hamas geschildert werden, kann durchatmen: Das Weltbild der UNO bleibt gewahrt. Wenn laut dem UN-Bericht sowohl israelische Herrschaft über palästinensische Gebiete als auch ein »Vakuum« von Übel sind, dann bleibt die Hamas als einzige Kraft, die für »Recht und Ordnung« sorgen kann – mit welchen Mitteln auch immer.

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