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Hamas droht 6 Millionen Israelis mit dem Erstickungstod durch Corona

Hamas-Führer Sinwar droht 6 Millionen Israelis mit Corona-Tod
Hamas-Führer Sinwar droht 6 Millionen Israelis mit Corona-Tod (© Imago Images / ZUMA Press)

In einer nicht sehr subtilen Anspielung auf den Holocaust erklärte Hamas-Führer Yahiya Sinwar, dass Corona die göttliche Rache für Donald Trumps Anerkennung von Jerusalem als Israels Hauptstadt sei.

Die Hamas droht: Sollte Israel ihr nicht genügend Beatmungsgeräte für die Versorgung schwerkranker Covid-19-Patienten im Gazastreifen zur Verfügung stellen, werde sie sie sich „mit Gewalt“ nehmen und dafür sorgen, dass „sechs Millionen israelische Siedler unfähig sein werden zu atmen“.

Yahya Sinwar, der Führer der Hamas im Gazastreifen, machte diese Äußerungen am 2. April in einem Interview mit Al-Aqsa-TV, dem Fernsehsender der Hamas. Es wurde von der Medienbeobachtungsgruppe MEMRI ins Englische übersetzt. Israelische Medien und die britische Boulevardzeitung The Sun haben darüber berichtet.

Laut der Übersetzung von MEMRI sagte Sinwar:

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„Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, ein paar Worte an den zionistischen Verteidigungsminister [Naftali] Bennett richten: Ich verweise Sie an das Buch Hesekiel, Kapitel 17, um zu lesen, was Sie erwartet, und was Ihre schmutzige [zionistische] Entität erwartet, denn die Art Sprache, die Sie benutzen, kann nur von jemandem erwartet werden, der eine Mentalität wie der Kaufmann von Venedig hat.

Der Kaufmann von Venedig gab Leuten Darlehen, und wenn die Zeit kam, und sie ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten, dann fing er an, ihnen ihr Fleisch aus dem Körper zu schneiden, anstelle der Rückzahlung des Geldes, das er ihnen gegeben hatte. Das ist die gewöhnliche Praxis von Bennet und des gesamten zionistischen Systems, das unser Land besetzt hat.

Ich verweise ihn an das Buch Hesekiel, Kapitel 17, [bezüglich dessen,] was sie von dieser Pandemie und von anderen Dingen erwartet. Was die Frage betrifft, ob wir es nötig haben, dass sie uns irgendetwas geben – wir benötigen nichts von der Besatzung.“

Vernichtungsdrohung

Was will Sinwar mit alldem sagen? Wegen der Figur des gierigen Juden Shylock ist Shakespeares Drama Der Kaufmann von Venedig ein klassischer Bezugspunkt antisemitischer Propaganda.

Warum Sinwar aber meint, sich auf die Bibel und das Buch Hesekiel beziehen zu können, bleibt unklar. In dem von Sinwar genannten Buch wird – wie auch bei anderen Propheten des Alten Testaments – dem Volk Israel zwar wegen eines Treuebruchs gegen Gott die Zerstörung Jerusalems und das Exil angekündigt. Hesekiel prophezeit aber auch die Versöhnung der Juden mit Gott und ihre Wiedereinsetzung in ihr Land.

So wird in Kapitel 39 prophezeit, dass das Volk Israel, nachdem Gott es aus allen Teilen der Welt eingesammelt hat, für immer im Land Israel wohnen wird. In Hesekiel 47,18-20 werden der Jordan und das Mittelmeer als die Grenzen des Landes Israel benannt.

Wie passt das zur Ideologie, der zufolge die Juden keinerlei Lebensrecht in dem Land hätten? Es scheint, dass der Hamas-Führer sich auf einen biblischen Text beruft, den er gar nicht – oder nicht vollständig – gelesen hat. Weiter droht Sinwar:

„Doch ich sage es laut und deutlich: Gott verhüte, wenn eine Zeit kommt, wo wir keine Wahl haben, als zuzusehen, wie unsere Bürger ihren letzten Atemzug machen und es keine Beatmungsgeräte gibt – ich sage zu Bennet, dass wir dafür sorgen werden, dass sechs Millionen israelische Siedler unfähig sein werden zu atmen.“

Die Formulierung ist als nicht sehr subtile Anspielung auf den Holocaust zu sehen, bei dem sechs Millionen Juden ermordet wurden, viele von ihnen mit Zyklon B oder LKW-Abgasen. An die gerichtet, die keine anderen Sorgen haben, sagte Sinwar in dem Interview, man solle sich „keine Sorgen um den Widerstand in Gaza machen“.

„Die ganze Welt ist vom Coronavirus geschlagen, aber die Mitglieder der Al-Qassam [Brigaden] arbeiten Tag und Nacht daran, ihre Vorbereitungen für die Befreiung abzuschließen.“

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Corona als göttliche Strafe

Der Hamas-Führer legte zudem nahe, dass es sich bei der Covid-19-Pandemie um ein göttliches Strafgericht gegen US-Präsident Donald Trump handle:

„Als ich sah, wie Trump seinen Beschluss unterzeichnete, 2,2 Billionen US-Dollar für den Kampf gegen das Coronavirus bereitzustellen, erinnerte ich mich daran, wie er auf die gleiche Weise seinen Beschluss unterzeichnet hatte, Jerusalem zur Hauptstadt Israels zu erklären.

Ich sagte dann: Sie und die Amerikaner werden den Preis zahlen für diese ungerechte und kriminelle Entscheidung. Dieses Virus kann nur von einer kleinen Anzahl von [Mikroskopen] gesehen werden, aber es hat alle Städte der Welt, in der Ausgangssperren verhängt wurden, erreicht, weil unser Herr nicht erfreut darüber ist, wie die Dinge in dieser Welt laufen.“

Auch in Gaza gibt es inzwischen etliche Covid-19-Erkrankte. Eingeschleppt wurde das Virus Berichten zufolge von zwei Männern aus dem Gazastreifen, die zwischen dem 11. und 15. März in Pakistans Metropole Lahore an einem von 250.000 Menschen besuchten Kongress der – auch in Westeuropa aktiven – salafistischen Missionsbewegung Tablighi Jamaat teilgenommen hatten.

Eine einheitliche dschihadistische Sichtweise auf das Virus und die Epidemie scheint es nicht zu geben: Während Sinwar meint, Allahs Strafgericht zu sehen, halten einige seiner Brüder im Geiste die Krankheit für eine biologische Waffe der USA. Wie kann beides gleichzeitig stimmen?

Antisemitische Cartoons

Auch Cartoons, die in Zeitungen in den Palästinensischen Autonomiegebiete veröffentlicht wurden, nehmen sich des Themas an: Einer zeigt einen Davidstern, der Stacheln wie das tödliche Coronavirus hat. Gleich mehrere traditionelle antisemitische Vorstellungen kommen hier zusammen: Juden als Giftmischer, als Parasiten und als Feind der Menschheit.

Ein anderer Cartoon zeigt eine arabische Patientin in einem Krankenhausbett, die an eine Qassamrakete als Beatmungsgerät angeschlossen ist und kraftstrotzend das Siegeszeichen macht. Das soll also heißen: Juden zu töten, ist lebensnotwendig und besser als jedes medizinische Gerät.

Unterdessen hat die in Rehovot bei Tel Aviv ansässige israelische Genforschungsfirma Aid Genomics angekündigt, gemeinsam mit dem chinesischen Konzern BGI Group ein Labor zu errichten, in dem täglich 3.000 Bewohner der West Bank und des Gazastreifens auf das Coronavirus getestet werden können.

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