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Auch Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden an Überfall auf Israel beteiligt

Krieg und Terror gegen Israel: Mitglieder der al-Aqsa-Märtyrerbrigaden der Fatah von Mahmud Abbas
Krieg und Terror gegen Israel: Mitglieder der al-Aqsa-Märtyrerbrigaden der Fatah von Mahmud Abbas (© Imago Images / ZUMA Wire)

Der Krieg im Gazastreifen ist nicht auf Israel und die vom Iran unterstützte Terrorgruppe Hamas beschränkt. Auch die Terrorgruppe der Fatah ist an den Kämpfen gegen die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte beteiligt.

Bassam Tawil

Zu diesen Gruppen, die auch am Massaker vom 7. Oktober 2023 beteiligt waren, gehören der Palästinensische Islamische Dschihad (PIJ) und die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, der bewaffnete Flügel der Fatah-Fraktion, die von keinem Geringeren als dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, geleitet wird.

Es sollte nicht überraschen, dass der PIJ an dem Überfall auf Israel sowie an zahllosen anderen Terroranschlägen auf Israel beteiligt war. Wie die Hamas ist auch der PIJ eine vom Iran unterstützte islamistische Terrororganisation, deren Ziel die Vernichtung Israels ist. Ähnlich wie die Hamas hat der PIJ in den vergangenen Jahrzehnten Tausende von Terroranschlägen gegen Israelis verübt, darunter Angriffe mit Schusswaffen, Selbstmordattentate, Raketenabschüsse auf Israel sowie Messerangriffe und Rammattacken mit Autos.

Fatah erklärt Beteiligung

Die Beteiligung von Terroristen aus Abbas’ Fatah-Fraktion am Massaker vom 7. Oktober sowie an Terroranschlägen gegen israelische Soldaten und Zivilisten hingegen mag einige überraschen. Viele im Westen halten die Fatah, welche die Palästinensische Autonomiebehörde dominiert, für eine gemäßigte Partei, die in Frieden mit Israel leben will. Dieses Gerücht könnte entstanden sein, weil palästinensische Offizielle mehrfach mitgeteilt haben, dass der bewaffnete Flügel der Fatah, die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, aufgelöst wurde (zumindest im Westjordanland).

Anfang dieses Monats gab der offizielle Sprecher der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden Abu Mohammed bekannt, dass die Kämpfer der Gruppe an dem von der Hamas geführten Angriff auf israelische Gemeinden nahe der Grenze zum Gazastreifen am 7. Oktober 2023 beteiligt waren: »Am 7. Oktober nahmen die Helden unserer tapferen Einheit an der Invasion den Gazastreifen umgebenden Kolonien [Kibbuzim, Wohnsiedlungen und Städte] und der als Gaza-Division bekannten [israelischen Militär-]Stützpunkte teil. Zusammen mit unseren Brüdern in den palästinensischen Kampforganisationen nahmen sie viele Zionisten gefangen, von denen einige an uns übergeben wurden und manche sich noch in unseren Händen befinden.«

Abu Mohammed teilte außerdem mit, Mitglieder der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden nähmen an den derzeitigen Kämpfen gegen die israelische Armee im Gazastreifen teil und hätten seit dem 7. Oktober »mehr als 470 Militäreinsätze« durchgeführt.

Bereits im November letzten Jahres veröffentlichte die Fatah ein Video, in dem Terroristen der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden zu sehen sind, die an den Verbrechen vom 7. Oktober an Israelis beteiligt waren und damit prahlten. Das Video wurde am Tag des Massakers aufgenommen, wobei die Gesichter der Fatah-Terroristen unkenntlich gemacht und ihre Stimmen verzerrt wurden, um ihre Identitäten zu verschleiern. Es zeigt zu Beginn, wie Fatah-Terroristen mit Kalaschnikow-Gewehren auf einen israelischen Kibbuz schießen, während im Hintergrund »Allahu Akbar!«-Rufe zu hören sind.

Ein Fatah-Terrorist präsentiert erbeutete israelische Militärausrüstung und sagt: »Wir haben von ihnen geplündert. Heute sind wir in den Militärposten Nahal Oz [bei dem es sich in Wahrheit um einen zivilen Kibbuz handelt; Anm. Mena-Watch] eingedrungen und haben getroffen, was wir getroffen haben. Wir haben geplündert, was wir geplündert haben, und wir haben Soldaten getötet und ihnen die Köpfe eingetreten.«

Ein anderer Fatah-Terrorist fährt fort, mit der Beteiligung seiner Gruppe an dem Gemetzel zu prahlen: »Allahu Akbar! Lobt Allah! Aus dem Herzen dieser temporären [israelischen] Siedlungen, so Allah will. Wir spielten hier eine herausragende und klare Rolle.« Das Video zeigt das Logo der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, das aus zwei Gewehren und dem Koranzitat »So bekämpft sie [die Ungläubigen], und Allah wird sie durch eure Hand bestrafen, sie zuschanden machen, euch helfen, sie zu besiegen, und die Herzen der Gläubigen besänftigen« (Sure 9, 14) zusammengesetzt ist.

Krieg an der Seite der Hamas

In den vergangenen Monaten hat die Terrorgruppe der Fatah auch Videos veröffentlicht, die Angriffe ihrer Mitglieder auf israelische Soldaten im Westjordanland und im Gazastreifen zeigen. In einem weiteren Video bekannte sich die Fatah kürzlich zu einem »Scharfschützeneinsatz« gegen israelische Soldaten im Flüchtlingslager Jabalya, einer Hochburg von Hamas und PIJ im Gazastreifen. Die Fatah-Terroristen gaben an, ein von der Hamas hergestelltes Gewehr namens Al-Ghoul benutzt zu haben, um die israelischen Soldaten zu treffen. Das Video ist ein klarer Beweis dafür, dass Abbas’ Fatah-Loyalisten mit der Hamas zusammenarbeiten.

Am 22. Mai veröffentlichte der offizielle X-Account der Fatah einen Tweet über die Tötung zweier ihrer Mitglieder, die von einem Dach aus auf israelische Soldaten geschossen hatten: »Szenen von gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Kämpfern der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden, dem militärischen Flügel der Fatah-Bewegung, im Lager Jabalaya und der israelischen Besatzungsarmee. Wir nennen die Namen der Gefallenen bis zum passenden Zeitpunkt nicht.«

Im Westjordanland brüsten sich die Mitglieder der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden ebenfalls damit, an zahlreichen Terroranschlägen gegen Israelis beteiligt gewesen zu sein, insbesondere in jüngster Zeit. Am 26. Mai veröffentlichte die Gruppe ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ihre Terroristen angeblich auf einen israelischen Militärkontrollpunkt in der Nähe der Stadt Tulkarem im Westjordanland schießen.

Terror im Westjordanland und in Israel

»Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden sind durch ihre aufsehenerregenden Anschläge und die offen zur Schau getragene Kühnheit ihrer Aktivisten zu Vorbildern für junge Palästinenser geworden«, stellte das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center in einem Bericht vom 30. Oktober 2022 fest. »Ihr Status hat sich in letzter Zeit gegenüber dem Palästinensischen Islamischen Dschihad und der Hamas erhöht.« Der Bericht wies darauf hin, dass hochrangige Fatah-Funktionäre die Terrorgruppe öffentlich unterstützt haben und zitiert einen von ihnen, Jamal Hawil, mit den Worten:

»Wenn Operationen durchgeführt wurden und die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden die Verantwortung dafür übernahmen, lobten die Mitglieder des Fatah-Zentralkomitees die Märtyrer und gingen oft zu den Trauerzelten, um ihr Beileid zu bekunden. Trotz ihrer Ambivalenz haben die Führer der Fatah und der Palästinensischen Autonomiebehörde oft Ehrfurcht vor den Shaheeds [Märtyrern] der Al-Aqsa-Brigaden gezeigt. Als beispielsweise am 8. Februar 2022 drei [Fatah]-Aktivisten [von israelischen Sicherheitskräften] getötet wurden, erklärten hochrangige Vertreter der PA und der Fatah sie zu Helden des palästinensischen Volkes. Mahmud Abbas äußerte sich besonders deutlich in einem Telefongespräch mit den Menschen, die zum Trauerzelt gekommen waren. Das Zelt wurde vom [ehemaligen] Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mohammad Shtayyeh, und anderen hochrangigen Persönlichkeiten der Palästinensischen Autonomiebehörde besucht, die ihr Beileid [zum Tod der Fatah-Terroristen] bekundeten.«

Zwischen 2021 und 2022 verübten Terroristen der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden mehrere Anschläge gegen Israelis im Westjordanland und in Israel:

  • Am 29. März 2022 fuhr ein mit einem M-16-Sturmgewehr bewaffneter Palästinenser mit einem Fahrzeug mit israelischen Kennzeichen in die zentralisraelische Stadt Bnei Brak. Er parkte das Auto, betrat ein Wohnhaus, ging anschließend zu einer nahe gelegenen Straße und schoss auf Fensterscheiben und tötete zwei Männer. Danach ging er bis zum Ende des Blocks, bog um die Ecke, schoss auf einen Mann, der einen Kinderwagen schob, und rannte schließlich eine andere Straße hinunter, wo er auf zwei berittene Polizisten stieß, die zum Tatort geschickt worden waren. Bei dem anschließenden Schusswechsel wurden einer der Polizisten und der Terrorist getötet. Fünf Israelis wurden ermordet, vier Zivilisten und ein Polizist. Bei dem Schützen handelte es sich um Dia Hamarsheh, der 1995 in dem Dorf Ya’bad südwestlich von Dschenin geboren wurde. Seine Familie ist Mitglied der Fatah.
  • Am 7. April 2022 betrat ein mit einer Handfeuerwaffe bewaffneter Palästinenser ein Lokal in der Dizengoff-Straße in Tel Aviv und schoss auf die draußen sitzenden Gäste. Er tötete zwei Menschen und verletzte einen tödlich. Sechs weitere Personen wurden verwundet. Bei dem Terroristen handelte es sich um Raed Fathi Hazem aus dem Flüchtlingslager Dschenin. Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden bezeichneten ihn als einer ihrer »Kämpfer«.

Die Tatsache, dass die Fatah am Massaker vom 7. Oktober und anderen Terroranschlägen beteiligt war, zeigt, dass es kaum einen Unterschied zwischen der Fatah von Mahmud Abbas und der Hamas gibt. Es zeigt auch, warum man der von der Fatah dominierten Palästinensischen Autonomiebehörde nicht zutrauen kann, den Gazastreifen zu regieren, nachdem die Hamas entmachtet wurde. Sowohl die Fatah als auch die Hamas üben weiterhin Terrorismus aus und sind unverhohlen stolz auf ihre Anschläge. Fatah und Hamas scheinen in der Tat miteinander zu konkurrieren, um den Palästinensern zu beweisen, wer mehr Terroranschläge gegen Israel verübt.

Solange Mahmud Abbas und die Fatah Terroristen produzieren und bewaffnen, sind alle Pläne der US-Regierung von Joe Biden zur »Wiederbelebung« der Palästinensischen Autonomiebehörde wertlos. Will die Biden-Regierung die Palästinensische Autonomiebehörde wirklich reformieren, sollte sie zunächst darauf bestehen, dass Abbas seine eigene Terrororganisation auflöst und aufhört, Terroristen zu unterstützen und sie mit monatlichen Zahlungen zu entschädigen. Bis dahin wäre die Übergabe des Gazastreifens an Abbas und seine Fatah-Terroristen ein ungeheurer Fehler.

Bassam Tawil ist muslimischer Araber mit Wohnsitz im Nahen Osten. (Der Artikel erschien zuerst beim Gatestone Institute. Übersetzung: Alexander Gruber)

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