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Afghanistan: Von wegen „Friedensverhandlungen“ und „keine militärische Lösung“

Was Afghanistan betrifft, ergeht sich das US State Department (im Bild Außenminister Blinken) in Realitätsverweigerung. (© imago images/ZUMA Wire)
Was Afghanistan betrifft, ergeht sich das US State Department (im Bild Außenminister Blinken) in Realitätsverweigerung. (© imago images/ZUMA Wire)

Während die Taliban in Afghanistan auf dem Vormarsch sind und zuletzt Kunduz erobert haben, betreibt die Biden-Regierung aktive Realitätsverweigerung.

Thomas Jocelyn, The Dispatch

Während die Taliban und ihre Al-Qaida-Verbündeten den Dschihad zur Eroberung Afghanistans führen, klammert sich die Regierung Biden an die phantasievolle Vorstellung, dass eine Verhandlungslösung des Krieges möglich ist. Am Dienstag veröffentlichte der Sprecher des Außenministeriums, Ned Price, eine kurze Zusammenfassung des jüngsten Gesprächs von Außenminister Anthony Blinken mit dem afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani.

Während Ghanis Truppen um ihr Leben kämpfen, hat die US-Regierung Folgendes zu sagen:

„Der Minister und Präsident Ghani betonten die Notwendigkeit, die Friedensverhandlungen zu beschleunigen und eine politische Lösung zu finden, die alle einbezieht, die Rechte aller Afghanen – einschließlich der Frauen und Minderheiten – respektiert, dem afghanischen Volk ein Mitspracherecht bei der Wahl seiner Führer einräumt und verhindert, dass afghanischer Boden zur Bedrohung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten und Partner genutzt wird.“

In Wirklichkeit gibt es keine „Friedensverhandlungen“. Die Taliban haben kein Interesse an einer „politischen Lösung“, außer einer, bei der Kabul kapituliert und das totalitäre islamische Emirat der Dschihadisten wieder aufersteht. Die Taliban werden sicherlich nicht „die Rechte aller Afghanen, einschließlich der Frauen und Minderheiten“ respektieren. Nichts in der Geschichte oder im derzeitigen Verhalten der Gruppe deutet darauf hin, dass dies auch nur im Entferntesten möglich wäre. Stattdessen führen die Taliban eine gewalttätige Kampagne gegen die afghanische Zivilgesellschaft und versuchen, die „Rechte“, die die Afghanen seit dem Ende der autoritären Taliban-Herrschaft Ende 2001 genießen, zurückzudrängen. Die Taliban werden auch nicht zulassen, dass das „afghanische Volk bei der Wahl seiner Führer ein Mitspracherecht hat“. Die Dschihadisten lehnen jede Form von Demokratie ab, weil sie ihnen ein Gräuel ist. (…)

Wie CNN berichtete, räumte Price zwar ein, dass das Verhalten der Taliban im Widerspruch zu der Vorstellung steht, dass eine Einigung in Aussicht stehe. Aber Price sagte auch:

„Es versteht sich von selbst, dass die Taliban eine dauerhafte Lösung anstreben. Es liegt nicht in ihrem Interesse, zu versuchen, die Macht mit Gewalt an sich zu reißen, nur um dann nach einer gewissen Zeit des Konflikts wieder vertrieben zu werden.“

Das soll selbstverständlich sein? Wahnhaft wäre das treffendere Wort. (…)

Sowohl amerikanische Diplomaten als auch Militärs sagen gerne, dass es keine „militärische Lösung“ für den Krieg in Afghanistan gibt. Das liegt daran, dass die USA schon vor Jahren jeden Gedanken an die Möglichkeit eines Sieges aufgegeben haben.

Von den Taliban kann man das nicht behaupten.

(Aus dem Artikel „The Taliban Has a Military Solution for Afghanistan“, der bei The Dispatch erschienen ist. Thomas Jocelyn arbeitet bei der Foundation for Defense of Democracies und ist Chefredakteur des Long War Journal. Übersetzung von Florian Markl.)

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