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Abkommen treibt Keil zwischen den Iran und den Libanon

Unterzeichnung des trilateralen Abkommens zwischen den USA, Israel und dem Libanon in Washington
Unterzeichnung des trilateralen Abkommens zwischen den USA, Israel und dem Libanon in Washington (Quelle: JNS)

Das wegweisende Abkommen ermöglicht es Israel, weiterhin gegen die Hisbollah vorzugehen, jedoch bestehen Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit der libanesischen Streitkräfte.

Yaakov Lappin

Israel hat durch das kürzlich unterzeichnete Rahmenabkommen mit dem Libanon und den Vereinigten Staaten einen erheblichen strategischen Gewinn erzielt, da dieses Abkommen den Libanon vom Iran abkoppelt. Dennoch bestehen erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der libanesischen Streitkräfte, das Abkommen in naher Zukunft gegen die Hisbollah umzusetzen, wie Beobachter in Israel gegenüber erklärten.

Im Rahmen einer von US-Außenminister Marco Rubio geleiteten Zeremonie in Washington wurde das trilaterale Rahmenabkommen am 26. Juni vom israelischen Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, und seiner libanesischen Amtskollegin, Nada Hamadeh Moawad, unterzeichnet. In seiner Rede erklärte Rubio, das Abkommen schaffe »einen klaren und strukturierten Prozess zur Wiederherstellung der Souveränität des Libanon, zur Entwaffnung der Hisbollah und zum Abbau ihrer terroristischen Infrastruktur«. Insofern trage es dazu bei, »Israel die Rückkehr zu seinen Grenzen zu ermöglichen, sobald die Bedrohung für seine Bürger beseitigt ist.«

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete das Abkommen als »bedeutenden Erfolg« und sagte, Israel werde »in der Sicherheitszone im Südlibanon verbleiben«, solange die Hisbollah nicht entwaffnet sei.

Erfolg auf mehreren Ebenen

Der leitende Forscher am Misgav-Institut für nationale Sicherheit und zionistische Strategie sowie am Institut für nationale Sicherheitsstudien in Tel Aviv, Kobi Michael, bezeichnete das Rahmenabkommen als einen bedeutenden Erfolg Israels auf mehreren Ebenen. Es sei »eine äußerst wichtige Errungenschaft Israels. Erstens, weil es sich um eine offizielle staatliche Erklärung hinsichtlich der Achtung der Souveränität, des Rechts auf Sicherheit der Bürger beider Staaten und des Strebens nach Frieden handelt«, erklärte Michael gegenüber JNS.

Darüber hinaus handelt es sich insofern »um ein wegweisendes Abkommen, als darin ein arabischer Staat den Israelischen Verteidigungsstreitkräften [IDF] gestattet, auf seinem Territorium zu verbleiben und gegen eine Terrororganisation vorzugehen, deren Mitglieder Staatsbürger dieses Staates sind, während zugleich Israels Bedingungen für den – von der Umsetzung der Vereinbarung durch die libanesische Armee und dem Tempo der Entwaffnung der Hisbollah abhängig gemachten – Rückzug für eben diesen arabischen Staat akzeptabel sind.«

Michael argumentierte, der Hauptwert der Rahmenvereinbarung liege darin, den Einfluss Teherans auszuschalten. »Das Abkommen treibt einen Keil zwischen den Iran und den Libanon. Es durchkreuzt die erklärten Bestrebungen des Irans, den Libanon in das Memorandum of Understanding mit den Vereinigten Staaten einzubeziehen, sowie die Teheraner Bedingung eines vorausetzungslosen Rückzugs durch Jerusalem.«

Damit verringere es die iranische Bedrohung, sagte Michael, der hinzufügte, dass Beiruts Annäherung an Israel unter amerikanischer Schirmherrschaft »Teheran das Recht verweigert, im Libanon zu intervenieren«. Das Kappen des Konnexes zwischen dem Libanon und dem iranisch-amerikanischen Memorandum of Understanding mache »es dem Iran sehr schwer, die Hisbollah so zu unterstützen, wie er es gerne täte«. Damit falle für den Iran auch die Möglichkeit weg, »das Signal, dass sein Engagement zur Verteidigung seiner Stellvertreter nicht nachgelassen hat, zu senden, um so eine Wiederbelebung der ›Achse des Widerstands‹ und des ›Feuerrings‹ um Israel zu ermöglichen.«

Hinsichtlich der Verantwortung, die den libanesischen Streitkräften mit dem Rahmenabkommen auferlegt wurde, äußerte sich Michael zurückhaltend und erklärte: »Es ist nicht sicher, dass die libanesische Armee der Aufgabe, die Hisbollah zu entwaffnen, gewachsen sein wird, sicherlich nicht in naher Zukunft. Aber die IDF werden weiterhin aktiv bleiben und die Hisbollah schwächen.«

Mit amerikanischer und möglicherweise auch französischer sowie saudischer Unterstützung bei der Bewaffnung, dem Truppenaufbau und der Ausbildung könnten »die Voraussetzungen für eine schrittweise und verantwortungsvolle Übertragung der Verantwortung von den IDF auf die libanesische Armee geschaffen werden«. Bis dahin werden die IDF im Südlibanon verbleiben und sich das Recht vorbehalten, auch außerhalb dieses Gebiets gegen die Hisbollah vorzugehen, sollte die vom Iran unterstützte Terrororganisation den Waffenstillstand verletzen oder Israel angreifen.

Auf die Frage, ob das Rahmenabkommen die libanesische Regierung faktisch dazu zwinge, sich zwischen einem Bürgerkrieg mit der Hisbollah und dem Eingeständnis zu entscheiden, dass sie die Gruppe nicht zerschlagen könne, sagte Michael: »Die libanesische Regierung hat bereits durch die Unterzeichnung des Rahmenabkommens und die öffentliche und entschiedene Unterstützung des Abkommens auch nach dessen Unterzeichnung eine Entscheidung getroffen.« Seiner Einschätzung nach erwartet die Regierung in Beirut keinen Bürgerkrieg, da »sie sich aufgrund der israelischen Präsenz, der amerikanischen Unterstützung und der Schwäche der Hisbollah im Libanon selbst relativ sicher fühlt«.

Die Zurückhaltung, die Israel bislang aufgrund des amerikanischen Drucks geübt habe, sei nicht endgültig. Sobald die Hisbollah den Waffenstillstand verletzt, werde Israel »meiner Einschätzung nach auch in den Immunitätszonen der Hisbollah [nördlich der Sicherheitszone] reagieren«. Abschließend wies Michael darauf hin, dass die momentane Situation auf einen begrenzten und befristeten Zeitraum beschränkt sei, der an die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran geknüpft sei. »Wahrscheinlich alles ändern wird, wenn die Verhandlungen scheitern oder zusammenbrechen.«

Pessimistischere Einschätzung

Der ehemalige stellvertretende Leiter der Analyseabteilung im IDF-Militärgeheimdienst, Jacques Neriah vom Jerusalem Center for Security and Foreign Affairs, bezeichnete die Trennung des Libanon vom Iran als den bislang wichtigsten Gewinn, betonte jedoch gleichzeitig die Fragilität dieser Dynamik. »Der einzig wirkliche Effekt besteht bislang darin, dass es gelungen ist, den Libanon von seiner Einbindung in die iranische Front zu trennen.«

Neriah führte diesen Erfolg auf die Fähigkeit Beiruts zurück, sich gegen den internen Widerstand im Land durchzusetzen, wo sich zentrale Akteure [wie der Parlamentssprecher Nabih Berri] gegen das Abkommen stellten. Die Sicherheitszone bezeichnete er als zweischneidigen Erfolg, der zwar die Gemeinden im Norden Israels schütze, die IDF-Truppen jedoch aufgrund des von den USA auferlegten Verbots, jenseits der gelben Linie zu operieren, den Angriffen der Hisbollah aussetze.

Derzeit sei »keine der beiden Seiten an einem frontalen Konflikt interessiert«, sagte Neriah in Bezug auf die libanesische Regierung und die Hisbollah. »Die Gegner des Abkommens setzen darauf, dass es im Parlament nicht ratifiziert werden kann, und bereiten sich auf einen künftigen Zusammenstoß vor. Es wurde viel über die Entlassung oder den Rücktritt des Kommandanten der libanesischen Armee diskutiert, der zur Zusammenarbeit mit der Hisbollah neigt. Unter diesen Umständen kann man von ihm keine uneingeschränkte Zusammenarbeit gegen die Hisbollah erwarten.«

Neriah wies darauf hin, dass der 7. Oktober und der darauffolgende Krieg Israel dazu gezwungen hätten, eine neue Strategie zu verfolgen, die auf strategischer Tiefe im feindlichen Gebiet basiert.

In einer Informationsveranstaltung, die am 28. Juni 2026 vom Jerusalem Press Club veranstaltet wurde und sich mit dem trilateralen Rahmen sowie den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran befasste, erklärte Neriah, dass die libanesische Armee im Falle eines vollständigen israelischen Rückzugs nicht über die Kapazitäten verfüge, mit der Hisbollah fertig zu werden. Deshalb hätten Jerusalem und Beirut einen schrittweisen Ansatz gewählt, beginnend mit zwei Pilotgebieten im nordöstlichen Teil des Sicherheitsgürtels.

Als zentrales Hindernis nannte er die konfessionelle Zusammensetzung der Armee. »Wie Sie wissen, besteht die libanesische Armee derzeit zu sechzig Prozent aus Schiiten. Sie hat also eine schiitische Komponente. Und es ist ziemlich schwer vorstellbar, dass Schiiten im Libanon gegen andere Schiiten kämpfen werden.« Neriah warnte, dass der Einsatz schiitischer Einheiten gegen andere Schiiten eine »völlige Katastrophe« zur Folge hätte, während der Einsatz christlicher oder anderer Einheiten zu einem »Blutbad zwischen den Parteien führen würde, wie es im Libanon üblicherweise der Fall ist«.

Yaakov Lappin ist Korrespondent und Analyst für militärische Angelegenheiten in Israel, hausinterner Analyst am MirYam-Institut, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Alma-Forschungs- und Bildungszentrum und am Begin-Sadat-Zentrum für strategische Studien an der Bar-Ilan-Universität sowie Autor von Virtual Caliphate – Exposing the Islamist State on the Internet. (Der Text erschien auf Englisch zuerst beim Jewish News Syndicate. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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