Studie belegt Kriegsverbrechen in Syrien

Die Schlacht um Aleppo ist vorbei. Knapp zwei Monate sind vergangen, seit das Assad-Regime und seine Verbündeten die Stadt im Norden Syriens eroberten. Laut der Propaganda der syrischen und russischen Regierung ist Aleppo aus der Gewalt von Terroristen befreit worden. Moskau und Damaskus bestreiten Berichte über zivile Opfer.

Eine Untersuchung des US-amerikanischen Think-Tanks Atlantic Council kommt zu einem anderen Ergebnis. Das Assad-Regime und seine Verbündeten haben den von Rebellen beherrschten Ostteil der Stadt demnach nicht nur belagert und wahllos bombardiert. Syrisches und russisches Militär setzten ihren Erkenntnissen zufolge auch Chemiewaffen und Brandbomben ein. Damaskus und Moskau hätten ihre Offensive zudem mit einer Desinformationskampagne begleitet. Ziel sei es gewesen, ‚Aleppo zu brechen‘, so die Wissenschaftler. (…)

Der Bericht überführt den Kreml in zwei weiteren Punkten der Lüge: Anders als Moskau behauptet, setzt das russische Militär in Syrien Streumunition und Brandbomben ein. Belege dafür liefert Russland selbst. Am 18. Juni 2016 zeigte der Staatssender RT einen Bericht von der russischen Luftwaffenbasis Khmeimim. In dem Beitrag war zu sehen, wie ein russischer Kampfjet mit Bomben vom Typ RBK-500 ZAB-2.5S/M bestückt wurde. Dabei handelt es sich um streuende Brandbomben. Die darin enthaltene Submunition ist mit hochentzündlichen Substanzen gefüllt, die schwerste Verbrennungen verursachen und sich schwer löschen lassen.

Nachdem die RT-Verantwortlichen bemerkt hatten, dass sie versehentlich Belege für den Einsatz dieser Bomben geliefert hatten, schnitt der Sender den TV-Beitrag um und löschte das Material aus seiner Mediathek. Das Video ist aber weiter im Internet verfügbar.“ (Christoph Sydow: „Wie Aleppo gebrochen wurde“. Die detaillierte und äußerst empfehlenswerte Studie des Atlantic Council ist hier zu finden: „Breaking Aleppo“.)

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