Mit den Wegbereitern des Islamismus Mahnwachen abzuhalten, ist falsch

„Jugendliche radikalisieren sich aus unterschiedlichen Gründen, einer dieser Gründe, der in der öffentlichen Debatte immer sehr klein gehalten wird, ist ein bestimmtes Islam-Verständnis. Die Menschen glauben, dass sie am richtigen Weg sind, dass sie die wahre Religion ausleben, dass sie gegen die Feinde Allahs in den Tod geschickt werden. Deswegen finde ich es fatal, dass nach jedem Anschlag der Satz kommt: ‚Das hat nichts mit dem Islam zu tun‘, das stimmt einfach nicht. Wir müssen gegen diese ideologischen Brandstifter, die mitten in unserer Gesellschaft existieren, massiv vorgehen. Islamisten, ihre geistigen Unterstützer und Lobbyisten müssen nach jedem Anschlag täglich spüren, dass Europa nicht mehr naiv reagiert, sondern mit einer klaren Agenda, mit einer Strategie. Wir haben keine Angst, aber schicken unsere Polizei auf die Straße, um unsere Feste zu sichern. Wir sind tolerant, aber zeigen keine Toleranz den Intoleranten. Wir schätzen Religionsfreiheit, aber zögern nicht, Moscheen zu schließen, wenn dort Hass gepredigt wird. Wir machen es sehr eng für die Vertreter des freiheitsfeindlichen Islam. Und wir unterstützen Reformbemühungen und kritisches Denken. (…)

Islamisten haben eine ganz klare Vorstellung von der Welt. Sie verachten das Leben und orientieren sich am Jenseits. Sie glauben, die absolute und einzige Wahrheit zu besitzen. Sie lehnen die Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und die Demokratie ab. Der Architekt dieses Terrors ist nicht nur der Islamische Staat. Der Islamische Staat ist nur ein Produkt dieser Ideologie, ein Symptom und nicht die Ursache. Deshalb reicht es nicht, auf den IS zu schimpfen, sondern wir müssen die Wegbereiter identifizieren und ihnen entschieden klarmachen, dass sie Mitschuld an der Entstehung und Verbreitung dieser Ideologie haben. Mit diesen Leuten nach jedem Anschlag Mahnwachen zu veranstalten, ist falsch und einfach feige. (…) Der Islam muss sich reformieren, und zu einer Religion wachsen, die nicht ausgrenzt. Zu einer Religion, die Demokratie unterstützt, und die Teil unserer Gesellschaft ist. Das ist die Aufgabe der Community, der Theologen und der Moscheen. Aber das wird nur passieren, wenn wir das aktiv einfordern und Druck aufbauen.“ (Interview mit Ahmad Mansour: „Islamismus-Experte: ‚Der Terror hat natürlich mit dem Islam zu tun‘“)

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