Mena-Exklusiv

Martin Lejeune: „Ich kann mir nicht wünschen, dass die Juden vom Feuer verschont werden“

Von Florian Markl

lejeune-konversionIn den Sommermonaten 2014 waren in den Medien Stimmen sehr gefragt, die direkt aus dem Gazastreifen über den Krieg zwischen Israel und der Hamas berichten konnten. So wurde auch einem gewissen Martin Lejeune hierzulande viel Platz für seine Berichte eingeräumt – obwohl diese schon auf den ersten Blick unschwer als hochgradig israelfeindliche Propaganda zu erkennen waren. Seit damals hat Lejeune eine bemerkenswerte und durchaus konsequente Karriere verfolgt: Der Hamas-Apologet von 2014 trat im Sommer 2016 zum Islam über, bezeichnet die Brände in Israel als „Strafe Gottes“ und wünscht, wie Antisemiten es eben tun, den Juden den Tod an den Hals.


An der Propagandafront im Gaza-Krieg

Lejeunes Auftritte in österreichischen Medien begannen mit einem als Reportage verkauften Propaganda-Machwerk, das im Standard veröffentlicht wurde. Dabei handelte es sich, wie ich damals kritisierte, um „die kommentarlose Übernahme haarsträubender Vorwürfe gegen Israel und eine höchst selektive Schilderung der Ereignisse.“ Unter Berufung auf palästinensische Quellen behauptete Lejeune, dass im Gazastreifen „fast nur unbeteiligte Frauen und Kinder getötet“ würden. Schon zum damaligen Zeitpunkt war klar, dass diese Lüge wenig mit den realen Vorgängen zu tun hatte, dafür aber ganz den von der Hamas ausgegebenen Propagandarichtlinien entsprach, wonach sämtliche palästinensischen Toten als „unschuldige Zivilisten“ präsentiert werden sollten, die der „israelischen Aggression“ zum Opfer gefallen seien. Wie der Standard selbst gegenüber Mena Watch einräumte, war Lejeunes Beitrag „einseitig“ und wies „wesentliche Lücken“ auf.

Wenige Tage später bat das Ö1-Mittagsjournal Lejeune zu einem denkwürdigen Interview, in dem er behauptete:

„Alle Menschen, mit denen ich spreche, die sagen mir: Wir bewundern, was die Kämpfer der Hamas an Widerstand leisten. Die Bevölkerung steht hinter dem bewaffneten Widerstand und da können noch so viele Bomben auf den Gazastreifen fallen, die Leute werden nicht aufhören, für ihre Freiheit zu kämpfen.“

Die „Kämpfer der Hamas“ stünden „zwischen den vorrückenden israelischen Streitkräften und der Bevölkerung des Gazastreifens. Die werden aufgerieben und opfern sich auf, um die Bevölkerung zu verteidigen.“

Die Terroristen der Hamas, die damals u.a. damit beschäftigt waren, Menschen kurzerhand an die Wand zu stellen, die für ein Ende der Krieges gegen Israel eintraten, mutierten in Lejeunes Darstellung zu heroenhaften „Kämpfern“, die die Bevölkerung verteidigten. Dass die Menschen in Gaza überhaupt nicht in Gefahr gewesen wären, wenn Lejeunes Helden sie nicht als lebende Schutzschilde im Terrorkrieg gegen den jüdischen Staat missbraucht hätten, das war vom Frontpropagandisten Lejeune natürlich nicht zu hören. Wir bewerteten dessen Leistung damals folgendermaßen:

„Seit dem Beginn des Gaza-Kriegs vor fast einem Monat gab es in österreichischen Medien keinen schamloseren Versuch, den von der Terrororganisation Hamas verursachten Krieg zu verherrlichen, islamistische Terroristen als Helden zu stilisieren und deren Kriegsverbrechen schönzureden.“


Toilettenaffäre, Konversion, Brände als Strafe Gotte

Seit dem Gaza-Krieg ließ Lejeune immer wieder aufhorchen. Im November 2014 war er Teil einer Gruppe „irrer Israel-Hasser“ (Bild), die den Linke-Politiker Gregor Gysi bis auf die Toiletten des Deutschen Bundestag verfolgte, um ihn wegen seiner mangelnden Israelfeindschaft zur Rede zu stellen. Diesen Sommer sorgte Lejeune für Jubel unter Islamisten, als er in einer Berliner Moschee zum Islam konvertierte. Ulrike Maerkel beschreibt die Szene, die auf einem Video sehen ist:

„Wie ein Bräutigam steht er mit einer Orchidee im Knopfloch seines Anzugs da und spricht gegenüber Khedr Modi, Imam in der Arresalah Moschee, die gewichtigen Worte ‚Ja, ich will‘.“

Als in den vergangenen Tagen unzählige Brände in Israel wüteten und Israel-Hasser in Begeisterung versetzten, war auch Lejeune mit von der Partie. Auf Facebook versah er das Bild eines Waldbrandes mit folgendem Kommentar:

 

lejeune-braende-in-israel

 

Tatsächlich wird in Israel darüber diskutiert, laustarke Gebetsaufrufe mittels Lautsprecheranlagen wegen Lärmbelästigung zu untersagen. Lejeune machte daraus ein „Verbot des Gebetsrufes“, das überhaupt nicht zur Debatte steht, und phantasierte über die Strafe Allahs für derlei gottlose Vorhaben in Form von Bränden in Israel.


Mögen die Juden verbrennen

Damit war freilich der Tiefpunkt des Lejeune’schen Wütens noch nicht erreicht. Denn in einem auf Youtube verbreiteten Video kam er noch einmal auf die Feuerbrünste zu sprechen – und brachte sich mit dem Holocaust in Verbindung:

„Wenn wirklich sechs Millionen Juden umgekommen sein sollen, dann darf ich doch annehmen, dass die, die das Leid erfahren haben sollen, etwas menschlicher umgehen mit den Palästinensern. Das sehe ich aber nicht. Und wenn es so ist, wie es leider gerade geschieht, dass die Juden so unmenschlich sind zu den Palästinensern, dann müssen bei mir zumindest leider Zweifel entstehen, ob Juden wirklich so ein Unglück erlebt haben, weil sonst müssten sie sich wirklich mehr einfühlen.“

Wenn, was für Lejeune offenbar keineswegs sicher ist, wirklich sechs Millionen Juden ermordet worden sind, dann hätten die Opfer aus ihrer Verfolgung gefälligst etwas lernen müssen. „Als hätte es sich bei den Vernichtungslagern um Besserungsanstalten gehandelt, deren Schüler im Unterricht leider nicht besonders gut aufgepasst haben“, wie Alex Feuerherdt diesen antisemitischen Gedanken einmal trefflich umschrieb.

Der diffamierende und hetzerische Blick auf Israel ließ Lejeune allerdings nicht nur am systematischen Massenmord von einst zweifeln, sondern den Tod der Juden heute herbeisehnen:

„Und daher auch meine Hoffnung, (dass) das große Feuer in Israel die Palästinenser, also die Christen und die Muslime, verschont. Und ich kann mir leider im Augenblick nicht wünschen, dass die Juden von diesem Feuer verschont werden, weil sie so unmenschlich umgehen mit den Palästinensern.“

Eindrücklich stellte Lejeune damit die Bedeutung von Projektionen für den Antisemitismus unter Beweis: Dass er Juden unterstellt, Palästinenser „unmenschlich“ zu behandeln, ermöglicht es ihm, den zutiefst unmenschlichen Wunsch zu äußern, die Juden mögen im Feuer verbrennen. Und Lejeune bestätigte in aller Offenheit, worauf der Antisemit letztlich immer abzielt: den Tod der Juden.

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