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Hamas nutzt Krebskranke zum Sprengstofftransport

Von Stefan Frank

Eine Frau aus dem Gazastreifen, die auf dem Weg zu einer Krebstherapie in ein israelisches Krankenhaus war, wurde am Mittwoch am Personenübergang Erez mit Sprengstoff erwischt. Sie war in Begleitung ihrer Schwester. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jewish Telegraphic Agency (JTA) unter Berufung auf einen Bericht des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet. Beiden war die Einreise nach Israel genehmigt worden, damit die kranke Frau sich der potenziell lebensrettenden Therapie unterziehen konnte. Der Sprengstoff war in Röhren versteckt, die die Aufschrift „Medizinisches Material“ trugen. Ermittlungen des Shin Bet, so der Bericht, hätten ergeben, dass der Sprengstoff von der Hamas für einen Anschlag in „naher Zukunft“ vorgesehen gewesen sei. „Der Vorfall zeugt von den fortwährenden Bestrebungen terroristischer Organisationen im Gazastreifen, vor allem der Hamas, Israels humanitäre Initiativen und den medizinischen Beistand, den es den Bewohnern des Gazastreifens zukommen lässt, auszunutzen, um Anschläge in Israel zu verüben“, heißt es in dem Bericht, aus dem JTA zitiert.

 

Hamas-Führer: zur OP nach Israel

Jibril und Nayef Rajoub

Es ist gang und gäbe, dass arabische Bewohner der Palästinensischen Autonomiegebiete einschließlich des Gazastreifens nach Israel reisen, um sich dort behandeln zu lassen. Nach Angaben der Organisation Gisha, die Statistiken über die Nutzung der Grenzübergänge des Gazastreifens führt, reisen pro Monat etwa 2.500 bis 3.000 Patienten und Angehörige vom Gazastreifen nach Israel. Manchmal sind darunter sogar prominente Terroristen: Im August 2015 ließ sich der Hamasführer Nayef Rajoub – der Bruder des Fatah-Granden Jibril Rajoub, der immer wieder zum totalen Boykott Israels und zu Mordanschlägen auf Juden aufruft –, der in Israel eine Gefängnisstrafe abgesessen hatte, in einem Krankenhaus in Tel Aviv an der Wirbelsäule operieren.

Israel geht mit seiner humanitären Politik ein hohes Risiko ein; insbesondere während der „zweiten Intifada“ gab es immer wieder Fälle, in denen Terroristen der Hamas und anderer Gruppen scheinbar oder tatsächlich Kranke – zumeist Frauen – zum Verüben von Anschlägen nach Israel schickten.

Besonders erschreckend ist der Fall von Wafa Samir Ibrahim al-Biss aus dem Gazastreifen. Sie hatte beim Kochen schwere Verbrennungen durch die Explosion eines Gaskanisters erlitten und wurde deshalb in einem israelischen Krankenhaus behandelt. Den Umstand, dass sie als Patientin von Gaza nach Israel ein- und ausreisen durfte, machte sich die Fatah zunutze und heuerte sie als Selbstmordbomberin an. Am 20. Juni 2005 wurde sie am Grenzübergang Erez verhaftet; sie trug zehn Kilogramm Sprengstoff an ihrem Körper. Dem Fernsehen sagte sie, dass sie den Sprengsatz in just demselben Krankenhaus – dem Soroka Medical Center in Beersheva – detonieren lassen wollte, in dem sie selbst behandelt worden war.

 

Krankenwagen mit Bomben

Krankenwagen wurden in der Vergangenheit von Terrororganisationen immer wieder dazu missbraucht, um Bomben und Terroristen auf dem Weg zu ihren Anschlägen zu transportieren. Die linksgerichtete israelische Tageszeitung Haaretz berichtete am 6. Februar 2002:

„Wafa Idris, die Frau aus Ramallah, die letzten Monat in der Jerusalemer Innenstadt getötet wurde, als die Bombe explodierte, die sie bei sich trug, war nach Angaben hochrangiger IDF-Offiziere mit einem Krankenwagen des Roten Halbmonds in die Hauptstadt gekommen. Bei dem Anschlag wurden ein Israeli getötet und hundert verletzt. … Idris war eine Freiwillige beim Roten Halbmond, Mitglied einer Krankenwagenbesatzung“.

Krankenwagen und Passierscheine für Schwerkranke, mit denen diese zügig Checkpoints und Grenzübergänge passieren dürfen, sollen dazu dienen, Menschenleben zu retten; stattdessen machen die Terroristen auch daraus noch Mittel, um Menschen zu töten. Dieser Missbrauch, der ein klares Kriegsverbrechen darstellt, wird von antiisraelischen Organisationen und Personen gerne übersehen, die Israel immer wieder bezichtigen, Kranke und Krankenwagen, die aus den Palästinensischen Autonomiegebieten kommen, zu behindern – aus purer Bosheit, soll der Leser glauben.

Die Haaretz-Reporterin Amira Hass beklagte am 20. Juli 2016, israelische Soldaten würden an Checkpoints selbst schwerkranke Palästinenser befragen, ehe sie sie weiterlassen. „Die Befragung verzögert ihre Ankunft im Krankenhaus um etliche Stunden und reduziert die Zahl der Krankenwagen und Rettungssanitäter, die für andere Einsätze zur Verfügung stehen“, so Hass. Amira Hass stellt sich dumm; in Wahrheit weiß sie genau, warum solche Befragungen notwendig sind und wem zu verdanken ist, dass sie nötig sind. Der Name von Amira Hass taucht nämlich (zusammen mit zwei anderen) auch in der Autorenzeile einer Haaretz-Meldung vom 29. März 2002 auf, die lautete:

„In der Nähe von Jerusalem wurde am Freitag in einem palästinensischen Krankenwagen eine Bombe gefunden. Die Bombe war unter einer Krankentrage versteckt, auf der ein krankes palästinensisches Kind lag. Der Fahrer gestand, dass dies nicht das erste Mal war, dass der Krankenwagen zum Transport von Bomben benutzt wurde.“

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