Hamas fürchtet um Geldgeber Katar

„In der Hamas hat die arabische Strafaktion gegen Katar Konsternation ausgelöst. Sie hätten nichts zu sagen, meinten drei sonst redefreudige Hamas-Parlamentarier in Ramallah am Mittwoch kurz angebunden. Angst und Ärger sind verständlich. Katar war in den letzten Jahren der größte Sponsor der Hamas-Herrschaft im Gazastreifen, und falls das Golfemirat tatsächlich gezwungen wird, alle Verbindungen zu kappen, wird es schwierig werden für die Terrorgruppe. Der Druck der Nachbarn auf Katar ist groß. Der saudische Außenminister forderte Doha am Mittwoch explizit dazu auf, die Hamas fallenzulassen. Die Vereinigten Arabischen Emirate lassen keine Katarer mehr ins Land und zeigen sich zu noch schärferen Sanktionen bereit. (…)

Dass man in Ramallah wie auch in Gaza so schmallippig geworden ist, hat aber noch andere Gründe. Es gibt enge familiäre und wirtschaftliche Bande. Tausende Palästinenser arbeiten im Golfemirat, Tausende haben florierende Handelsunternehmen auf die Beine gestellt. Die Katarer ihrerseits haben nicht nur in europäische Firmen investiert, sondern sind auch in Gaza und Cisjordanien aktiv. Durch die Telekommunikationsfirma Ooredoo ist Katar mit 48 Prozent an Wataniya Mobile beteiligt, dem Marktführer im Westjordanland. Ins riesenhafte Bauprojekt Rawabi bei Ramallah hat der katarische Staatsfonds enorme Summen gesteckt. In Gaza baut Katar Häuser, Schulen und Straßen. Diesen Investor will man nicht verlieren.“ (Ulrich Schmid: „Alarmstimmung bei der Hamas“)

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