Die Hisbollah des Jemen

Informationen der US-Marine zufolge handelte es sich dabei um eine von vier Gelegenheiten, bei denen iranische Schmuggelschiffe in der Zeit zwischen September 2015 und März 2016 abgefangen und insgesamt mehr als 5000 Gewehre vom Typ AK-47, 80 Panzerabwehr-Lenkraketen sowie Maschinen- und Scharfschützengewehre sichergestellt wurden. (…) Die Ermittlungsergebnisse der Marine werden durch einen Bericht von Conflict Armament Research untermauert, der ‚nahelegt, dass es eine Waffen-Pipeline vom Iran nach Somalia und in den Jemen gibt, die den Transfer erheblicher Mengen im Iran hergestellter und vermutlich aus iranischen Arsenalen stammender Waffen per Dhau ermöglicht’. Damit liegen weitere Beweise dafür vor, dass iranische Waffen trotz der von der UNO verhängten Restriktionen auf iranische Waffenexporte ins Ausland geliefert werden. Die Islamische Republik ist in der Vergangenheit bereits beschuldigt worden, gegen die Restriktionen verstoßen zu haben, um Stellvertreterorganisationen im Libanon, im Irak, in Syrien, den palästinensischen Gebieten und dem Jemen zu beliefern. (…)

Bevor die Huthi-Rebellen 2014 die Hauptstadt Sana’a eroberten, hatte der Iran begonnen, den Aufstand durch Waffen, Geld und die Ausbildung der Aufständischen zu unterstützen. Reuters zufolge bestätigte ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter der Agentur gegenüber, dass die Quds-Einheit – eine Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarden, die für die Operationen im Ausland zuständig ist – ‚einige hundert’ Militärberater im Jemen stationiert hatte, um die Huthikämpfer auszubilden. Zudem seien 100 Huthis in den Iran gereist, um dort auf einem Stützpunkt der Revolutionsgarden in der Nähe der Stadt Qom ausgebildet zu werden. Allerdings konnte dies nicht unabhängig verifiziert werden. Im März 2015 berichtete der libanesische NOW Media-Nachrichtendienst, Huthikämpfer würden im Auftrag des Iran in Syrien ausgebildet. (…) Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter erklärte Reuters gegenüber, Generalmajor Qassem Soleimani, der mächtige Kommandeur der Quds-Einheit, habe sich im Februar 2017 in Teheran mit hochrangigen Angehörigen der Islamischen Revolutionsgarde getroffen, um die Rolle des Iran im Jemen zu diskutieren und Handlungsoptionen zu besprechen, um ‚die Position [der Huthi] in der Region zu stärken. ‚Sie beabsichtigen, eine hisbollahartige Miliz im Jemen zu schaffen, um der feindseligen Politik Riads entgegenzutreten … Der Iran muss alle seine Karten ausspielen‘, sagte er.“ (Julie Lenarz: „Who Are the Houthis and Why Do They Shout ‚Death to America‘?“)

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