Women’s-March-Organisatorin greift Anti-Defamation League an

„Im Februar sahen sich die Organisatorinnen des Women’s March vom letzten Jahr wegen ihrer Beziehungen zum Hassprediger Louis Farrakhan heftiger Kritik ausgesetzt. Farrakhan, der tausende Anhänger hat, hat die Juden als ‚satanisch’ bezeichnet, behauptet, sie seien für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich, und hat allgemein zur Verbreitung jeder erdenklichen antijüdischen Verleumdung beigetragen. Das Augenmerk richtete sich auf den Women’s March, nachdem eine der Organisatorinnen, Tamika Mallory, an Farrakhans alljährlichem Tag des Erlösers teilnahm, wo er seinen gewohnten antijüdischen und homophoben Hasstiraden auch Worte des Lobs für sie hinzufügte. Sie protestierte nicht nur nicht, sondern postete Fotos von der Veranstaltung.

Mallory ist seit langem ein Anhänger Farrakhans und hat ihn in der Vergangenheit als ‚den Größten aller Zeiten’ (‚GOAT’) bezeichnet. Sie hat wiederholt zur Verbreitung seiner Reden beigetragen, seine Videos und Äußerungen mit ihren Anhängern in den sozialen Medien geteilt und sie dazu aufgefordert, sich seine Reden anzuhören. Neun Tage, nachdem Mallorys Verbindungen zu Farrakhan – und diejenigen ihrer Women’s-March-Mitorganisatorinnen Carmen Perez und Linda Sarsour – durch Mainstreamjournalisten wie Jake Tapper von CNN und die Anti-Defamation League öffentlich bekannt gemacht worden waren, distanzierte sich der Women’s March schließlich von Farrakhan, allerdings ohne ihn ausdrücklich zu verurteilen. Mallory selbst zeigte keinerlei Reue und mochte sich weder von Farrakhan distanzieren noch seine Hassbotschaften verurteilen. Sie beharrte weiterhin darauf, sie habe den Antisemitismus stets bekämpft.

Mallory hat setidem wenig unternommen, um die durch jene Kontroverse erzeugten Sorgen zu zerstreuen, und gestern hat sie ihnen noch weitere Nahrung geboten. Starbucks hatte nach einem Zwischenfall, bei dem zwei Schwarze durch Polizisten zwangsweise aus einer Filiale in Philadelphia entfernt worden waren und der für weit verbreitete Empörung sorgte, bekannt gegeben, es werde für alle Beschäftigten ein Sensibilitätstraining organisieren. Mallory gab sogleich in den sozialen Medien bekannt, dass sie den wahren Schuldigen ausgemacht habe: die Anti-Defamation League.

‚Bekanntlich befand Starbucks sich auf dem richtigen Weg, bis sie die Anti-Defamation League mit der Organisation ihres Sensibilitätstrainings betrauten. Die ADF greift ANDAUERND schwarze und braune Menschen an. Dies zeigt, dass sie schwerhörig sind und sich den Anliegen der Schwarzen nicht ernsthaft stellen wollen. Machen wir uns klar, was hier geschieht! @tamikadmallory.’

Mallory, die keine Belege für ihre weitreichende Anschuldigung bot, reagierte damit auf eine Erklärung der ADL, sie werde Starbucks als Teil eines Teams, dem auch die NAACP und der ehemalige Justizminister Eric Holder angehören würden, bei der Organisation ihres Sensibilitätstrainings unterstützen. (Im Rahmen ihrer langjährigen antirassistischen Aktivitäten hat die ADL eine Unmenge verschiedenster relevanter Materialien produziert.) Vielleicht ging es Mallory darum, sich an der jüdischen Organisation zu rächen, die sie so nachhaltig bloßgestellt hatte. Jedenfalls forderte Mallory ihre Anhänger dazu auf, Starbucks zu boykottieren (#BoycottStarbucks), solange ADL weiterhin beteiligt sei. Mallorys Anschuldigungen gegen die ADL ähneln denen Farrakhans, der die ADL und das Southern Poverty Law Center wegen ihrer Kritik an ihm seit Jahren angreift und bedroht.“ (Yair Rosenberg: „Women’s March Organizer and Farrakhan Fan Tamika Mallory Attacks The Anti-Defamation League“)

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