Wollten Barcelona-Attentäter Sagrada Familia angreifen?

„Hoch ragt die Sagrada Família in den wolkenverhangenen Himmel von Barcelona. (…) Mehr als zwei Millionen Menschen besuchen jedes Jahr dieses Wahrzeichen von Barcelona, das die Terroristen möglicherweise ursprünglich ins Visier genommen hatten, bevor sie stattdessen mit einem Lieferwagen Menschen auf der Rambla töteten. Das jedenfalls berichtet El Confidencial: Das spanische Internetportal beruft sich auf Quellen in der Polizei. Die Ermittler haben damit begonnen, die überlebenden Tatverdächtigen zu vernehmen, von denen sie nach eigenen Angaben ‚interessante‘ Informationen erhielten. Sie bestätigen, dass die Terroristen ursprünglich Bombenanschläge auf symbolträchtige Ziele mit Hunderten Toten verüben wollten. (…) Die Polizei ist währenddessen dem Mann auf der Spur, der die Mitglieder der Terrorzelle zu ihren größenwahnsinnigen Plänen verleitet haben soll, die dann in einer großen Explosion vorzeitig in sich zusammenbrachen. Möglicherweise liegt Abdelbaki Es Satty in den Trümmern des Hauses begraben, in dem die Gruppe offenbar an mehreren großen Autobomben gebaut hatte. Dabei war es offenbar zu einem Unfall gekommen, der das Haus in dem Küstenort Alcanar zerstörte. Die Gruppe entschied sich danach überstürzt für den Amoklauf in Barcelona und eine große Messerattacke im Badeort Cambrils, die die Polizei verhinderte, weil sie die fünf mutmaßlichen Terroristen erschoss.

Es mehren sich die Hinweise darauf, dass der 45 Jahre alte marokkanische Imam Abdelbaki Es Satty der geistige Anstifter der jungen Attentäter war, einer Gruppe von zwölf guten Freunden. Vier Brüderpaare gehörten zu ihnen. Die meisten von ihnen stammten aus Marokko und lebten unauffällig in dem kleinen katalanischen Bergort Ripoll in den Pyrenäen, gut hundert Kilometer von der Promenade La Rambla entfernt, wo am Donnerstag wahrscheinlich der 22 Jahre alte Younes Abouyaaqoub mehr als hundert Menschen gezielt überfuhr. (…) Der Imam der Moschee von Ripoll war dagegen kein unbeschriebenes Blatt. Vor fünf Jahren verbüßte Abdelbaki Es Satty im Gefängnis von Castellón eine Haftstrafe von zwei Jahren wegen Rauschgifthandels. Er hatte Haschisch von der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta in die Hafenstadt Algeciras auf dem Festland geschmuggelt. Im Gefängnis hat er sich angeblich mit Rachid Aglif angefreundet. Aglif verbüßte wegen seiner Beteiligung an dem Terroranschlag auf dem Madrider Atocha-Bahnhof im März 2004 eine Gefängnisstrafe von 18 Jahren. Später tauchte der Name des Imams noch einmal im Zusammenhang mit einer Gruppe von Islamisten auf, die junge Spanier für den Dschihad im Irak anwarb. Trotzdem war er zuletzt nicht auf den Radarschirmen der Polizei; das teilten Beamte mit.“ (Hans-Christian Rössler: „Die Mutter des Satans und der muslimische Eremit“)

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