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Woher das syrische Regime seine Foltereinrichtungen hat

Sicherheitsberater von Hafez al-Assad: Der österreichische SS-Hauptsturmführer Alois Brunner
Sicherheitsberater von Hafez al-Assad: Der österreichische SS-Hauptsturmführer Alois Brunner (Quelle: Youtube)

Die syrische Foltermaschinerie wurde in den 1980er Jahren on Bashar al-Assads Vater und Vorgänger Hafez errichtet. Hilfe leiste dabei auch ein österreichischer Nazi.

Samuel Misteli, Neue Zürcher Zeitung

Die Foltermaschinerie wurde errichtet während der Herrschaft von Bashar al-Asads Vater Hafez, der bis zu seinem Tod 2000 regierte. In den 1980er und 1990er Jahren verschwanden rund 17.000 Verhaftete im syrischen Gefängnisregime, inspiriert unter anderem von den französischen Kolonialisten und den Nazis: Einer der Sicherheitsberater war der Österreicher Alois Brunner, ein früherer Mitarbeiter des Holocaust-Architekten Adolf Eichmann.

In den Dokumenten der CIJA sind die Vorgänge in den Kerkern bürokratisch verquirlt. Doch dank den Aussagen von Opfern und Überläufern und über 50 000 Bildern, die ein früherer Militärfotograf mit dem Codenamen Caesar aus dem Land geschmuggelt hat, ist die Folterindustrie in ihrem ganzen Sadismus dokumentiert.

Frühere Gefangene haben berichtet, wie sie mit Elektroschocks traktiert, wie sie in Reifen gestopft und geprügelt, wie ihnen Nägel ausgerissen und Zigaretten auf der Haut ausgedrückt wurden. Viele Gefangene wurden vergewaltigt, manche gezwungen, andere Inhaftierte zu quälen oder zu töten. Die Caesar-Bilder zeigen Leichen mit ausgestochenen Augen, mit ausgeschlagenen Zähnen und verrenkten Gliedern. Auf den Totenscheinen heisst es häufig: Todesursache Herzstillstand. (…)

Heute, im Jahr 10 des syrischen Bürgerkriegs, ist nicht absehbar, dass sich Regimeangehörige vor einem internationalen Gericht verantworten müssten. Russland und China haben im Uno-Sicherheitsrat verhindert, dass sich der Internationale Strafgerichtshof mit Syrien befasst. Und ein internationales Gericht nach dem Vorbild des Jugoslawien- oder des Rwanda-Tribunals ist nicht in Sicht. Unterdessen schlägt das Regime mit russischer und iranischer Hilfe die Schlacht um die letzte Rebellenbastion in Idlib.

Asad, der vermutlich grösste Kriegsverbrecher des 21. Jahrhunderts, könnte straffrei davonkommen. Wie eine fast unbekannte Organisation das verhindern will

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