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Wird Syrien seinen internationalen Flughafen in Damaskus verlieren?

Der internationale Flughafen von Damaskus in Syrien
Der internationale Flughafen von Damaskus in Syrien (Quelle: JNS)

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad riskiert die Oberhoheit über den Flughafen von Damaskus, sollte er weiterhin die Landung iranischer Waffenflugzeuge zulassen.

Yaakov Lappin

Das syrische Regime unter Präsident Baschar al-Assad riskiert den Verlust des internationalen Flughafens von Damaskus, wenn der Iran den Standort weiterhin für den Schmuggel moderner Waffen an die Hisbollah nutzt, warnte der Forschungsleiter eines israelischen Verteidigungsforschungszentrums.

Nur wenige Tage nach internationalen Medienberichten, wonach Israel seinen jüngsten Schlag gegen den internationalen Flughafen von Damaskus geführt habe, sagte Major Tal Beeri, Leiter der Forschungsabteilung des Alma Centers, gegenüber Jewish News Syndicate:

»Die Botschaft ist klar. Solange der iranische Luftkorridor für den Waffenschmuggel aus dem Iran nach Syrien und in den Libanon bestehen bleibt, wird der syrische Staat von der angreifenden Partei als verantwortlich angesehen werden. Solange Syrien nicht handelt, wird der Flughafen weiterhin ein Ziel sein.«

Künftige Angriffe könnten ein sogenanntes »Dachklopfen« – das Abwerfen leerer Munition als Warnung – auf den Kontrollturm des Flughafens und dessen Zerstörung nach seiner Evakuierung umfassen, schätzte Beeri, oder auch Angriffe auf die Radaranlagen des Flughafens.

»Wenn die Botschaft nicht ankommt, könnten die Angriffe weiter eskalieren, bis hin zu schweren Schäden am Flughafen, deren Behebung mehr als nur ein paar Tage in Anspruch nehmen würde. Die Botschaft richtet sich nicht an den Iran – das ist eine aussichtslose Sache. Er ist entschlossen, weiterhin Waffen an die Hisbollah zu liefern. Sie richtet sich an Syrien.«

Luft-, See- und Land-Korridor

Solche Schläge bringen Damaskus in ein Dilemma und zwingen es zu einer Kosten-Nutzen-Analyse, argumentierte Beeri. Der verstärkte Waffenschmuggel durch den Iran wird auch dadurch begünstigt, dass sich die Aufmerksamkeit Russlands derzeit auf den Krieg gegen die Ukraine und weniger auf Syrien richtet.

Bis zum Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar hatte Russland damit begonnen, einige der iranischen Kontrollbereiche in Syrien infrage zu stellen, so Beeri. In weiterer Folge hätte Moskau wahrscheinlich gefordert, dass der Iran den internationalen Flughafen von Damaskus nicht mehr als Umschlagplatz für Raketen, Flugkörper und Präzisionskomponenten für Geschosse nutzt, was für Israels eine rote Linie überschreitet.

»Letztendlich sitzen die Syrer in der Falle. Sie haben die Iraner eingeladen, sie im Bürgerkrieg zu unterstützen. Das hat einen hohen Preis, denn am Ende haben sie eine ausländische Einheit auf ihrem Boden, die fast völlig unabhängig agiert und iranische Interessen und Ziele verfolgt, nicht syrische.«

Der Iran verfolgt ein langfristiges militärisches Programm der Verschanzung in Syrien und nutzt das Land gleichzeitig als Transitzone für den Transport von Waffen in die Lager der Hisbollah im benachbarten Libanon.

Beeri erinnerte daran, dass der Iran neben dem Luftkorridor auch versucht hat, Waffen auf dem Seeweg über den syrischen Hafen Latakia zu transportieren, und auch einen Bodenkorridor über den Irak nutzt. Alle drei Korridore wurden Berichten zufolge durch Israels »Kampagne zwischen den Kriegen« gestört, mit der der Aufbau gegnerischer Streitkräfte gebremst und das iranische Ziel, den jüdischen Staat mit Raketen- und Flugkörperbasen einzukreisen, zu sabotiert werden soll.

»Die Luftkorridore waren sehr, sehr aktiv. Der Iran hat sich ›unschuldige‹ Passagierflüge vom Iran nach Syrien zunutze gemacht und Frachtflugzeuge mit Waffen in diese Route eingeschleust.«

Auf diese Weise werde die 1.800 Kilometer lange Strecke von einem Tag Non-Stop-Fahrt auf einen zweieinhalbstündigen Flug verkürzt, bei dem schwieriges und unsicheres Gelände umgangene werden wird, so Beeri: »Deshalb haben sie diesen Korridor erweitert. Ich glaube nicht, dass sie so leicht aufgeben werden.«

Suche nach Alternativen

Der Flughafen von Damaskus ist in eine südliche Militärzone und eine nördliche zivile Zone unterteilt. Iranisch Frachtflugzeuge können beide Arten von Start- und Landebahnen benutzen.

Darüber hinaus hat die Islamische Republik einen Ring an Infrastruktur innerhalb und um den Flughafen herum errichtet, um die dort gelandeten Waffen zu lagern und sie anschließend mit Fahrzeugen in das Bekaa-Tal im Ostlibanon zu transportieren, das laut Beeri das logistische Kernland der Hisbollah ist.

»Der Flughafen verfügt über eine vollständige Pufferzone sowie über Lager- und Sicherheitssysteme, die diese Waffentransporte von Damaskus zur libanesischen Grenze erleichtern.«

Eyal Zisser, Vorsitzender des Lehrstuhls für Zeitgeschichte des Nahen Ostens an der Universität Tel Aviv, sagte, er glaube, dass der Iran angesichts des zunehmenden Drucks auf den Flughafen Damaskus nach alternativen Routen suchen werde.

»Es gibt viele andere Flughäfen in Syrien. Wenn kleine Ausrüstungsgegenstände geschmuggelt werden, wie in Israel berichtet wurde, könnten sie auch versuchen, sie per Direktflug nach Beirut oder auf dem Landweg durch den Irak zu schmuggeln. Ich glaube nicht, dass sie diese Projekt so leicht aufgeben werden, das sie als strategisches Manöver betrachten.«

Beeri sagte, die Nutzung des internationalen Flughafens Beirut-Rafic Hariri sei für die iranische Quds-Truppe, die für die verdeckte Unterstützung von Terrororganisationen im Ausland zuständig ist, zwar eine Möglichkeit. Das Arbeitsumfeld an Libanons nationalem Flughafen sei aber weniger komfortabel als jenes in Damaskus.

»Trotz der starken Präsenz der Hisbollah auf dem Beiruter Flughafen sind sie besorgt, dass andere iranische Aktivitäten dort publik gemacht werden könnten – und es gibt keinen Mangel an Libanesen, die das tun würden.«

Beeri erinnerte daran, wie im November eine iranische Fußballmannschaft für ein Spiel gegen den Libanon in Beirut landete, und wie schnell die libanesischen und arabischen Medien über die ungewöhnlich große Anzahl von Koffern berichteten, die die Spieler für einen zweitägigen Besuch mit sich führten.

»Die Medien haben sofort eine Verbindung zu Waffen hergestellt. Das ist die Art von Rampenlicht, die der Iran und die Hisbollah fürchten.«

Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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