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Wird sich BDS mit Musiker »50 Cent« anlegen?

Der US-Rapper 50 Cent wird im Juni in Tel Aviv auftreten
Der US-Rapper 50 Cent wird im Juli in Tel Aviv auftreten

Der wohl berühmteste und erfolgreichste Hip-Hop-Künstler der Welt gibt im Sommer ein Konzert in Tel Aviv und wird schon jetzt von BDS-Aktivisten bedroht und angegriffen.

Der Hip-Hopper 50 Cent kommt nach Israel. Am 4. Juli wird der aus New York stammende, heute in Houston, Texas, lebende Künstler, der mit bürgerlichem Namen Curtis Jackson heißt, im Rahmen seiner Europa-Tournee in der Menora Mivtachim Arena in Tel Aviv auftreten. Es wird nach Irland, Großbritannien, Belgien, Frankreich Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland und der Schweiz die letzte Station sein.

Die Halle ist mit mehr als 10.000 Plätzen die zweitgrößte Mehrzweckarena Israels und unter anderem Austragungsort der Heimspiele der Basketballmannschaft von Maccabi Tel Aviv. Der Auftritt war erst kurzfristig angekündigt worden – vielleicht, um antiisraelischen Krawallmachern keine Gelegenheit zu geben, die Konzerte in europäischen Städten zu stören.

Das wäre sonst sicherlich der Fall gewesen, weil es zum Repertoire der Einschüchterungstaktiken von BDS (Boykott, Divestment, Sanctions) gehört. Die international auftretende BDS-Bewegung setzt sich zum Ziel, Israel politisch, wirtschaftlich und kulturell zu zerstören. Im Juli 2017 etwa störten Israelhasser ein Konzert der Band Radiohead im schottischen Glasgow, weil diese kurz zuvor einen Auftritt in Israel angekündigt hatte. Thom Yorke, der Sänger der Gruppe, zeigte den Störern daraufhin den Mittelfinger.

50 Cent animierte vor wenigen Tagen die Israelis unter seinen 12,5 Millionen Followern auf Twitter:

»Wir werden eine tolle Zeit haben! Verpasst es nicht! Holt euch eure Tickets heute!«

Weil seine Fans der Aufforderung in so großer Zahl nachkamen, dass das Konzert innerhalb von nur zwölf Stunden ausverkauft war, kündigte 50 Cent für den 5. Juli ein zweites Konzert in Tel Aviv an.

50 Cent gilt als einer der wichtigsten Hip-Hop-Künstler der Welt. Er hat mehr als 30 Millionen Alben verkauft und unzählige Preise gewonnen. Sein erstes erfolgreiches Album Get Rich or Die Tryin veröffentlichte er im Jahr 2003. Dafür erhielt er seinen ersten Grammy. Seitdem hat er sieben Alben und 57 Singles veröffentlicht. Neben dem Schreiben und Aufführen seiner eigenen Musik spielt 50 Cent auch bei TV-Shows und in Filmen mit und führt auch Regie. Er hat fünf Bücher veröffentlicht und ist Besitzer mehrerer Firmen, darunter eine Champagnerkellerei.

BDS: Drohungen statt Argumente

Mit Nick Cave wird am 23. August der nächste weltberühmte Musiker in Israel auftreten. Im Oktober kommt Justin Biber, für 2023 haben sich die Red Hot Chili Peppers angesagt. Israel ist für Musiker einerseits ein bequemes Ziel, weil alle infrage kommenden Auftrittsorte nicht weit entfernt sind vom internationalen Flughafen Ben-Gurion.

Andererseits muss jeder bekannte Künstler, der einen Auftritt in Israel ankündigt, auf eine Lawine von üblen Beschimpfungen und Drohungen gefasst sein. Die irische Sängerin Sarah McTernan, die ihr Land am 18. Mai 2019 beim Finale des Eurovision Song Contest in Tel Aviv vertreten hatte, berichtete anschließend in einem Zeitungsinterview über die Einschüchterungsversuche der BDS-Anhänger:

»Oh mein Gott, ich bekam Drohungen, ich bekam Briefe. Schreckliche Sachen im Internet, wo jemand drohte, mir etwas anzutun. Hunderte und Aberhunderte schickten mir Messages und sagten die schrecklichsten Sachen. Ich bekam einige finstere Drohungen. Sie sagten mir: ›Du musst vorsichtig sein‹, ›Pass auf, wohin du gehst‹, ›du weißt nie, wo ich sein werde‹, ›Sieh dich vor, wer in deiner Nähe ist‹ – solche Dinge.«

Mit den Drohungen und Beschimpfungen im Internet sei sie nicht mehr fertig geworden, sagte McTernan der Irish Sun; vor dem zweiten Eurovision-Halbfinale habe sie das Internet tagelang gemieden.

»Sobald ich etwas auf Facebook veröffentliche, muss ich innerhalb von zehn Minuten zehn Kommentare löschen. Ich erhalte immer noch furchtbare Messages, doch eine meiner besten Freundinnen sitzt an meinen Facebook- und Twitter-Accounts und löscht sie, bevor ich sie sehe, das tut sie nun schon die ganze Zeit. Sie leitet auch einige der E-Mails um, die an mich gerichtet sind, sodass ich sie nicht sehen muss.«

Scooter Braun, der jüdische Manager des Sängers Justin Bieber, der schon zweimal in Israel aufgetreten ist, schilderte gegenüber der Jerusalem Post die Drohungen, die er erhalten habe:

»Es gab wegen seines [Biebers] Kommen nach Israel zahlreiche Morddrohungen von verschiedenen Gruppen. Doch die meisten der Morddrohungen lauteten: ›Der Judenmanager wird sterben.‹«

Jedes Mal, wenn diese Methoden einen Musiker so sehr einschüchtern, dass er ein geplantes Konzert absagt, feiern die BDS-Anhänger diesen »Erfolg« und unterstellen, ihr Opfer habe aus freien Stücken gehandelt, weil es urplötzlich die angebliche Richtigkeit ihrer Sache eingesehen habe. Über die lange Liste der Berühmtheiten, die in Israel auftreten – und die der BDS-Logik nach damit ihre Unterstützung Israels zum Ausdruck bringen ­– wollen die Israelboykotteure lieber schweigen.

Selbstverständlich hat auch 50 Cents den blinden Hass der BDS-Anhänger auf sich gezogen. Es gibt Twitternutzer, die ihm etwas über angebliche israelische »Verbrechen« erzählen und im selben Atemzug fordern: »Wirf sie aus unserem Land heraus.« Andere glauben, Israel existiere gar nicht. Wieder andere sind der Meinung, die Stadt Tel Aviv gebe es nicht. Ob das wohl stimmt? 50 Cent wird es am 4. Juli herausfinden.

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