Der Terror der Hamas vom 7. Oktober 2023 in Israel forderte Opfer unterschiedlichster Herkunft und Hautfarbe, was die These vom Kampf gegen die »weißen Kolonialisten« fundamental widerlegt.
Verzweifelt flehte der Afrikaner um sein Leben: In Israel, einem Staat, das sich als Oase der Zivilisation und stolze Demokratie rühmt, stand er plötzlich ganz schutzlos da. Das unterstreichen die Filmaufnahmen seiner. Die entsetzlichen Bilder zeigen, wie seine Verfolger ihn umzingelten und sich anschickten, ihm die Kleider vom Leib zu reißen. Währenddessen skandierten sie menschenunwürdige Sprüche und führten sich wie habgierige Kolonialherren auf.
Erst knapp neunzehn Tage zuvor war er legal, mit Leidenschaft und Lernfreude nach Israel eingereist. Sein College zu Hause in Zentraltansania hatte ihm in einem Milchviehbetrieb im Kibbuz Nahal Oz ein Praktikum organisiert; anschließend sollte er auf dem Ibim Agro Campus weiter studieren. »Benimm dich anständig, denn du bist an einem neuen Ort«, hatte sein Vater ihm gesagt, »und mache das Beste daraus«.
Der junge Mann war kein Jude, sondern Christ und der hebräischen Sprache noch nicht mächtig. Wegen seiner dunklen Hautfarbe auffallend, geriet er am 7. Oktober 2023 umso mehr ins Visier der Hassenden. Er klammerte sich an die Hoffnung, dass das flimmernde Auge der Kamera ihm zur Rettung gereichen würde. Eine fatale Illusion. Im Kibbuz Nahal Oz fiel der 21-jährige Schwarze einem schwer bewaffneten Mob zum Opfer. Das Dogma dieser Bande fordert und fördert nicht nur die Apartheid, es vollstreckte sie mit letaler Konsequenz. Ein Akt kolonialer Gewalt, als Lynch-Video konserviert.
Doch die Empörung blieb weitgehend aus. Die moralische Heuchelei der Epoche findet hier ihre schändlichste Artikulation: Dieser Mord, ein Kapitalverbrechen an einer marginalisierten Person of Color, wird von jenen Milieus, die sich als moralische Instanzen der Gegenwart begreifen – von antirassistischen, humanitären und postkolonialen Bewegungen ebenso wie von der kulturellen Öffentlichkeit –, kollektiv unterschlagen oder zynisch neutralisiert.
Die wahren Täter
Der Grund für diese ohrenbetäubende Vakanz im öffentlichen Diskurs, diese moralische Implosion, ist ein Tabubruch, der die ideologischen Schablonen sprengt. Das Leben des Opfers wurde nicht, wie im Weltbild der Postkolonialen vorgesehen, durch die Hand jüdischer Siedler, israelischer Soldaten oder weißer Kolonialherren ausgelöscht. Sein Tod trägt nicht die Signatur der bevorzugten Anklagebank. Nein, er wurde von palästinensischen Terroristen ermordet.

Der rassistische Mob, der ihn am 7. Oktober 2023 im Kibbuz Nahal Oz entführte und ebendort im Nordwesten des Negev zu Tode quälte, war die Hamas. Sein Sterben passt somit nicht in die ideologische Matrix, die Empörung vorschreibt. Daher wird es aus dem öffentlichen Bewusstsein exorziert. Der Name des Opfers ist Joshua Loitu Mollel. Er, der als hoffnungsvoller Landwirtschaftsstudent aus Tansania nach Israel kam, wurde von der Hamas gefangen genommen und seine Leiche als makabre Trophäe in den Gazastreifen verschleppt.
Nach 670 Tagen war die groteske Geiselhaft des Leichnams vorbei. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und der Inlandsgeheimdienst Shin Bet nahmen die sterblichen Überreste vom Roten Kreuz entgegen und übergaben sie dem L. Greenberg Institut für Gerichtsmedizin in Abu Kabir, Tel Aviv, wo die sterblichen Reste am 5. November 2025 eindeutig identifiziert wurden. Der Tansanier hinterlässt vier Geschwister und seine Eltern.
Joshuas Vater Loitu Sinduani Mollel meldete sich in einer Audiobotschaft an das israelische Geisel-Forum: »Ich weiß es sehr zu schätzen, was die Familien der Geiseln und die israelische Nation getan haben, um die Informationen über meinen Sohn Joshua zu verbreiten und ich bin sehr froh, dass seine Leiche gefunden wurde.«
Mollels 22-jähriger Landsmann Clemence Felix Mtenga, auch er Agrarstudent im Rahmen des Praktikumsprogramms, wurde ebenfalls am 7. Oktober von der Hamas im benachbarten Kibbuz Nir Oz ermordet. Sein Leichnam wurde relativ früh gefunden, identifiziert und an seine Familie übergeben.
Der Tod der beiden jungen Männer sind keine Einzelfälle. Auch Edna Melkamo, eine 45-jährige israelische Krankenschwester äthiopischer Herkunft, wurde zum Opfer der Terroristen: Die Mutter dreier Kinder war nach einer Nachtschicht auf dem Nachhauseweg, als die Hamas sie nahe Ofakim erschoss.
In der Zeit nach dem Massaker hat sich Black Lives Matter (BLM) nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Eine klare Verurteilung des Terrorakts unterblieb, stattdessen deuteten viele den Terrorangriff zum »Widerstand gegen die zionistische Besatzung« um und feierten ihn sogar offen mit palästinensischen Paraglider-Grafiken. Der Reflex, Juden als weiße Kolonialisten abzustempeln und zum Freiwild zu erklären, ließ BLM seine moralischen Ansprüche vergessen. So werden Schwarze und Menschen anderer Hautfarben als Kollateralschaden in Kauf genommen.
Entlarvte Intifada
Das Schicksal Mollels ist mehr als eine Einzeltragödie, es ist ein Exempel, das die sogenannte Intifada als das entlarvt, was sie im Kern ist: Die zynische Fortsetzung der eintausendvierhundertjährigen Geschichte des arabisch geführten Sklavenhandels und des islamischen Imperialismus.
Der Intifada genannte Terrorkrieg zeichnet sich dabei durch eine gewisse Inklusivität aus. Ihr tief verwurzelter Hass auf Juden und Israelis umfasst alle Hautfarben und reicht mit einer unersättlich tödlichen Gier tatsächlich soweit, Menschen aller Glaubensrichtungen zu gefährden. Neben Joshua Mollel und Clemence Mtenga aus Tansania und Edna Melkamo aus Israel darf man auch Bipin Joshi aus Nepal und Nattapongo Pinta aus Thailand nicht vergessen.
Wer also farbenblind für die Palette der von der Hamas Ermordeten ist, sollte dies reflektieren und die Intifada als genau das erkennen, was sie im Kern ist: eine zutiefst reaktionäre und rechtsextreme Bewegung, die ihre Ideologie des Hasses über jegliche menschliche Solidarität stellt. Im Laufe der letzten anderthalb Millennien hat der Islamismus Millionen von Menschen verschleppt, versklavt und vernichtet, aber noch niemanden befreit – und Schwarze schon gar nicht.






