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Vernichtet und doch Verhandlungsgegenstand: Wie steht es um Irans Nuklearprogramm?

Ben Segenreich über Irans Nuklearprogramm.
Ben Segenreich über Irans Nuklearprogramm.

Aktuell stellt das iranische Atomprogramm für Israel keine unmittelbare Bedrohung mehr dar, aber ein Restrisiko bleibt.

Obwohl das iranische Atomprogramm dem US-Präsidenten zufolge bereits im vergangenen Jahr »vernichtet« worden sein soll, ist es jetzt offenbar wieder Gegenstand von Verhandlungen. Die Amerikaner sollen Forderungen stellen, die die Iraner nicht erfüllen wollen.

Israel betrachtete das iranische Atomprogramm seit Jahrzehnten als existenzielle Bedrohung. Dennoch stand aus israelischer Sicht im jüngsten Krieg weniger das iranische Nuklear- als vielmehr das Raketenprogramm im Vordergrund. Denn mit der drohenden Massenproduktion von Tausenden ballistischen Raketen bestand die Gefahr einer Überwältigung der israelischen Raketenabwehrsysteme.

Aber der Iran verfügt noch immer über rund 440 Kilogramm hochangereicherten Urans. Dieses könnte theoretisch für mehrere Atombomben reichen, ist jedoch aktuell vermutlich unter Trümmern eingeschlossen und schwer zugänglich. Selbst wenn der Iran wieder darauf zugreifen könnte, fehlen ihm derzeit die technischen Möglichkeiten, um daraus tatsächlich Kernwaffen herzustellen. Aktuell könnte das Regime damit wahrscheinlich schlimmstenfalls eine sogenannte »schmutzige Bombe« herstellen.

Kurz- bis mittelfristig geht daher keine unmittelbare nukleare Bedrohung vom Iran aus. Der größte Trumpf in der Hand der Islamischen Republik ist momentan eine Waffe ganz anderer Art: die Sperrung der Straße von Hormus.

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