Wie nahe steht die IGGÖ der Muslimbruderschaft?

Quelle: Von http://www.derislam.at, Wikipedia

„Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs (IGGÖ), Ümit Vural, bemüht sich um ein liberales, weltoffenes Image. (…) Eine Reise nach Köln bringt das Bild, das Ümit Vural von sich zeichnet, nun gehörig ins Wanken. Erdoğans staatliche türkische Religionsbehörde Diyanet veranstaltete unter der Leitung ihres Präsidenten Ali Erbaş vom 2. bis 4. Jänner eine Konferenz in der Kölner Zentrale des Moscheeverbands DITIB, wie die österreichische ATIB ein Ableger der türkischen Religionsbehörde. Mehr als 150 Teilnehmer aus 17 Ländern debattierten dort über ‚Die Zukunft der Muslime in Europa‘. Addendum liegt die offizielle Teilnehmerliste vor. Aus Österreich finden sich darauf unter anderem: IGGÖ-Präsident Ümit Vural, sein Vize Seyfi Recalar, das Mitglied des Obersten Rates der IGGÖ, Muhammed al-Khoutani und der ‚Islamophobieforscher‘ Farid Hafez.

Die Verantwortlichen der Stadt Köln zeigten sich verwundert, trotz der federführenden Organisation durch eine staatliche türkische Behörde und der Teilnahme eines leitenden türkischen Beamten im Vorfeld nichts von der mehrtägigen Veranstaltung in der großen Kölner Zentralmoschee erfahren zu haben. Die Rechercheplattform islamism-map verbreitete, noch während die Veranstaltung lief, auf Twitter Fotos der anwesenden Teilnehmer. Diese zeigen, dass die Geheimniskrämerei gute Gründe hatte, gaben sich doch einige führende Köpfe der europäischen Muslimbruderschaft ein Stelldichein, darunter Ibrahim el-Zayat, Hussein Halawa und Khaled Hanafy. (…) Bei deutschen Verfassungsschutzämtern läuten bereits die Alarmglocken, politisch Verantwortliche sind aufgeschreckt. Wegen Einladung radikaler Islamisten zur Kölner Konferenz drohen mehrere deutsche Innenminister damit, den größten Moscheeverband Deutschlands, DITIB, in dessen Räumen die Konferenz stattfand, durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen.

Während die Konferenz in Deutschland für Ärger sorgt und nahezu alle Medien darüber berichten, wurde hierzulande die österreichische Beteiligung bislang nicht zur Kenntnis genommen. Die Teilnahme des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, und seines Vize Seyfi Recalar deutet daraufhin, dass unter der Präsidentschaft Vurals auch die IGGÖ auf den in Köln beschlossenen Kurs gebracht werden soll. Die IGGÖ versucht zu beschwichtigen. Der Pressesprecher begründet Vurals Teilnahme auf Nachfrage folgendermaßen: ‚Der Kampf gegen den anti-muslimischen Rassismus wird alleine nicht zu schaffen sein. Daher ist es erforderlich, europaweit, innermuslimisch, aber auch gesamtgesellschaftlich Solidarität und Zusammenarbeit zu forcieren.‘ Auf die Frage, ob sich auch die IGGÖ gemeinsam mit der Muslimbruderschaft an dem in Köln beschlossenen Koordinierungsrat der europäischen Muslime beteiligen werde, reagierte der Pressesprecher ebenso ausweichend (…)

Auch Fragen zur zitierten Abschlusserklärung der Kölner Konferenz wurden ausweichend beantwortet. Diese sei vom Veranstalter, der deutschen DITIB, verfasst und von der IGGÖ lediglich zur Kenntnis genommen worden, teilt der Pressesprecher mit. Damit ist leider weder beantwortet, ob die IGGÖ die im Abschlussdokument vertretene Absage an einen europäischen Islam mitträgt, noch, ob sich die IGGÖ an dem in Köln beschlossenen Koordinierungsrat verschiedenster Organisationen, darunter auch solche der Muslimbruderschaft, unter dem Dach der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet beteiligen wird.“ (Heiko Heinisch: „Der IGGÖ-Präsident und die Muslimbruderschaft“)

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