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Wie geht es zwischen Syrien und Russland weiter?

Wladimir Putin begrüßt Syriens Interimspräsident al-Sharaa in Moskau
Wladimir Putin begrüßt Syriens Interimspräsident al-Sharaa in Moskau (© Imago Images / Anadolu Agency)

Der russische Präsident Wladimir Putin traf sich vergangene Woche zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten mit dem Syriens Interimspräsidenten Ahmed al-Sharaa.

In Moskau diskutierten die beiden Staatsführer über die bilaterale Zusammenarbeit, wobei der Schwerpunkt auf den wirtschaftlichen Beziehungen, den regionalen Entwicklungen im Nahen Osten und dem Status der russischen Streitkräfte in Syrien lag.

Während des Treffens erklärte Putin, »dank der persönlichen Bemühungen von Präsident al-Sharaa« hätten die Beziehungen zwischen Moskau und Damaskus »greifbare Fortschritte erzielt« und gratulierte seinem Gast zu »der zunehmenden Dynamik im Prozess der Wiederherstellung der Einheit des syrischen Territoriums«. Dabei bezeichnete er den Vormarsch Damaskus’ gegen die Kurden im Nordosten des Landes als »entscheidenden und wichtigen Schritt«.

Russland beobachte die Bemühungen Syriens zur Wiederherstellung der territorialen Einheit sehr genau: »Ich weiß, dass im Hinblick auf den Wiederaufbau und die Rehabilitation noch viel zu tun ist … und unsere Wirtschaftsinstitutionen, einschließlich derjenigen, die im Bausektor tätig sind, sind für diese gemeinsame Arbeit bestens vorbereitet.« Al-Sharaa wiederum dankte Putin seinerseits für »die Beteiligung Moskaus an der Stabilisierung der Lage in Syrien« und betonte, dass »Russland in diesem Prozess eine entscheidende Rolle spielt«.

Dies ist das zweite Treffen zwischen den beiden Präsidenten, seit Ahmed al-Sharaa nach dem Sturz seines vom Kreml unterstützten Vorgängers Baschar al-Assad im Dezember 2024 die Präsidentschaft übernommen hat. Ihr erstes Treffen fand am 15. Oktober letzten Jahres ebenfalls in Moskau statt.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte Quellen beider Seiten, wonach auch Gespräche über die russische Militärpräsenz in Syrien geführt wurden, die verstärkt besteht, seit Moskau im Jahr 2015 auf Seiten Assads in den syrischen Bürgerkrieg intervenierte. Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die Neudefinition des Status der russischen Militärpräsenz in den Stützpunkten Tartus und Hmeimim, die Moskau innerhalb eines neuen Rahmens ausweiten möchte.

Eine Rolle im Süden?

Die saudische Zeitung Asharq Al-Awsat berichtete unter Berufung auf informierte Quellen, der syrische Übergangspräsident habe Interesse daran bekundet, dass Moskau möglicherweise eine Rolle im Süden Syriens nahe der israelischen Grenze übernehmen könnte. Dieses Thema sei bereits zuvor bei gegenseitigen Besuchen angesprochen worden, »wobei es um die Möglichkeit ging, dass Moskau Patrouillen im Süden Syriens durchführt und als Garant zwischen Damaskus und Tel Aviv fungiert, ähnlich wie bei seinen früheren Rollen in der Region«. Einige Quellen teilten Asharq Al-Awsat jedoch mit, dass Israel von einer aktiveren Rolle Russlands im Süden Syriens nicht begeistert sei.

In diesem Zusammenhang erklärte der Politologe und Spezialist für russische Angelegenheiten Taha Abdel Wahed gegenüber der katarischen Zeitung Al-Araby Al-Jadeed, er glaube, »dass die syrischen Behörden Maßnahmen ergreifen, um die Lage im Süden, einschließlich der Situation in [der Region] Suwayda, sowie die israelischen Übergriffe auf syrisches Gebiet anzugehen«. Damaskus zähle in dieser Hinsicht auf eine positive Rolle Russlands, die Moskau hier und bei der Frage der separatistischen Bestrebungen in der Provinz spielen könnte.

Putin könne »Verhandlungen mit den Personen aufnehmen, die derzeit Suwayda regieren, da Moskau weitgehend ihr Vertrauen genießt. Russland kann auch die Rolle des Vermittlers und dann die Rolle des Garanten für alle Vereinbarungen mit Israel übernehmen«, so der Politologe. Die überwiegend von Drusen bewohnte Stadt Suwayida war in den letzten Monaten Schauplatz erheblicher Spannungen, wobei auch separatistische Forderungen laut geworden sind.

Ein weiteres Thema auf al-Sharaas Agenda in Moskau war der Wiederaufbau der Armee. Die arabische Version von Radio Monte Carlo zitierte informierte Quellen mit der Aussage, Damaskus könnte von Moskau die notwendigen Ressourcen und Ausrüstungen dafür erhalten und möglicherweise auch russische Experten, um syrisches Militärpersonal auszubilden und vorzubereiten.

Der Bericht fuhr fort, dass Russland die Umstrukturierung und den Wiederaufbau der syrischen Armee auf der Grundlage seiner Auffassung von der Notwendigkeit der Wahrung der Einheit und territorialen Integrität Syriens vornehmen werde. Nicht zuletzt an Formulierungen wie diesen wird klar, dass Moskau auf der Seite von Damaskus steht und versucht, die nach dem Sturz von Baschar al-Assad abgekühlten Beziehungen zu erneuern.

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