Wie Erdogan zu einem Partner Russlands und des Iran werden konnte

„Der russische Präsident Wladimir Putin und sein iranischer Amtskollege Hassan Rohani [hielten] sich am Mittwoch für ein Gipfeltreffen mit dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan in der Türkei auf. Der Beratungsgegenstand [war] Syrien. Vor Aufnahme der Verhandlungen [gab] es in einem Bereich Einverständnis zwischen den drei Männern: Die Absichtserklärung von Präsident Donald Trump, dass er die US-Streitkräfte aus Syrien abziehen wolle, sei eine gute Nachricht. Ihre feindselige Haltung der US-Außenpolitik im Nahen Osten gegenüber ist ein zentraler Faktor, der die drei Länder zusammengebracht hat. Allerdings haben sie dafür unterschiedliche Gründe.

Zum einen ist die Türkei über die Partnerschaft der USA mit den von Kurden angeführten Demokratischen Kräften Syriens im Kampf gegen den Islamischen Staat verärgert. Ankara hält diese Kämpfer für ‚Terroristen’ und einen Ableger der Kurdischen Arbeiterpartei PKK. (…) Auch der Iran fürchtet sich vor einer Zunahme des kurdischen Einflusses in der Region. Da in beiden Ländern eine nennenswerte Anzahl umtriebiger Kurden lebt, würden sie das Entstehen eines kurdischen Staats nicht dulden. Ein Rückzug der US-Streitkräfte aus Syrien würde zudem eines der größten Hindernisse beseitigen, das dem Iran und Russland bei ihrer Unterstützung der Bestrebungen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assads im Wege steht, die Kontrolle über das Land zurückzuerlangen. (…) Die türkische Syrienpolitik hat sich verschoben. Anfangs ging es der Türkei in erster Linie darum, Assad zu stürzen. Inzwischen besteht ihr vordringlichstes Ziel darin, die kurdischen Streitkräfte auszulöschen, die von den USA ausgebildet wurden und an der Rückeroberung der vom Islamischen Staat kontrollierten Gebiete mitgewirkt haben. Durch die neue Politik ist die Türkei für Russland und den Iran zu einem akzeptablen Partner bei den Verhandlungen über die Zukunft Syriens geworden.“ (Namo Abdulla: „What does bring Turkey, Russia and Iran together?“)

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