Wie eine Gender-Theoretikerin dazu kommt, die Burka zu loben

„[…] Ohne ein Wort über konkrete Lebensumstände zu verlieren, entscheidet Butler, dass die Burka dem nichtwestlichen Wesen der Afghaninnen entspricht, und behauptet über die Verhüllung: ‚Sie symbolisiert, dass eine Frau bescheiden ist und dass sie ihrer Familie verbunden ist‘ und ergo schützenswert. Radikaler könnte der Bruch mit dem feministischen Anspruch nach weiblicher Subjektivität einerseits und mit dem wissenschaftlichen Anspruch nach Aufklärung und Vernunft andererseits kaum vollzogen werden. (…) Die eigene Theorielosigkeit wird von Butler in theoretisch anmutende Begriffe und Konzepte gekleidet, die dann fallengelassen werden, wenn sie antiliberalen Zielen widersprechen. Afghaninnen etwa, die nach dem Einmarsch der Vereinigten Staaten 2001 das Ablegen ihrer Burka feierten, nennt Butler verächtlich ‚Kriegsbeute‘ der amerikanischen Armee. Westliche Feministinnen, die diese Entwicklung begrüßten, betrieben ein ‚Kolonialprojekt‘ […]