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Wer spricht eher für den Iran?

Im aktuellen profil versucht Georg Hoffmann-Ostenhof zu erklären, warum „die Angst vor der iranischen Bombe übertrieben ist“ (profil 9/2012), und bemüht dabei u. a. folgendes „Argument“: „(H)istorisch gesehen sind die Iraner keine Angreifernation“. Dagegen erklärte der oberste geistliche Führer des iranischen Regimes unlängst wieder einmal, Israel sei ein „Tumor, der entfernt werden müsse“. Der Iran, so Ali Khamenei weiter, führe mit der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hisbollah einen Stellvertreterkrieg gegen Israel und werde auch in Zukunft all jene unterstützen, die gegen das „zionistische Regime“ vorgingen. (Kleine Zeitung, 4. Feb. 2012)

Dass diese beiden Aussagen im Widerspruch zueinander stehen, ist mühelos zu erkennen. Die Frage lautet nur: Wer bringt wohl eher die iranische Haltung zum Ausdruck? Hoffmann-Ostenhof beginnt seine Kolumne mit der Versicherung, man könne „der israelischen Bevölkerung einiges Verständnis entgegenbringen, wenn sie sich – historisch traumatisiert –  von den iranischen Nuklearambitionen existenziell bedroht fühlt.“ Trotzdem sei die Angst vor der iranischen Bombe in seinen Augen „Kriegshysterie“, denn selbst wenn der Iran ein Atomwaffenprogramm verfolge, „dann vor allem in defensiver Absicht.“ Diese Einschätzung mag stimmen, auch wenn es gute Gründe gibt, daran zu zweifeln. Entscheidend ist freilich: Ostenhof kann es sich leisten, über die iranischen Atomwaffenambitionen eine falsche Prognose abzugeben, und wenn er sich irren sollte, was soll‘s? Die Israelis können sich diesen Luxus nicht leisten. Deshalb sollten sie besser Khameneis Kriegserklärungen zur Kenntnis nehmen, als Ostenhofs Beschwichtigungsversuche.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Medienbeobachtungsstelle Naher Osten (MENA)

 

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