Wer beim Berliner Gedenken als Dialogpartner auftreten darf

„Bei der offiziellen Veranstaltung zum Jahrestag des islamistischen Attentats am 19. Dezember sprach Imam Mohamed Matar von der Dar-as-Salam-Moschee bzw. der Neuköllner Begegnungsstätte (NBS). Bei der ‚religionsübergreifenden Andacht‘ in der Gedächtniskirche las er aus dem Koran. Die Neuköllner Begegnungsstätte bemüht sich, das Extremisten-Image loszuwerden, klagt aktuell gegen die Nennung im Verfassungsschutzbericht und verurteilt öffentlich den ISIS-Terror. Auf BILD-Nachfrage antwortete die Pressestelle, dass Matar ‚jegliche Form von Terror und Gewalt ablehnt, unabhängig von wem eine solche ausgeht‘. Aber: Die Moschee-Gemeinde ist den Sicherheitsbehörden seit Jahren bekannt. Der Berliner Verfassungsschutz beobachtet die NBS und ordnet sie der islamistischen Muslimbruderschaft zu. (…) Die Direktorin des American Jewish Committees in Berlin, Deidre Berger, zu BILD: „Es ist schwer zu verstehen, dass ausgerechnet ein Vertreter eines umstrittenen Moschee-Vereins, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird, als Redner zum Gedenkgottesdienst eingeladen wurde. Anis Amri wurde durch einen islamistischen Moscheeverein beeinflusst, deren radikale Ideologie ihn bestärkte. Dieser Hintergrund des Täters darf niemals in Vergessenheit geraten.‘ (…)

Experten und Verfassungsschutz unterstellen der NBS eine Art ‚Doppelstrategie‘, die für Organisationen des sogenannten ‚legalistischen Islamismus‘ typisch sei: Einerseits positioniere sich die NBS gegen Gewalt in jedweder Form und engagiere sich in der Integrations- und Präventionsarbeit, andererseits unterhalte sie Verbindungen zur islamistischen Muslimbruderschaft, schreibt der Verfassungsschutz dazu. ‚Durch das Suchen nach Nähe zu öffentlichen Institutionen und dem Streben nach Projektpartnerschaften im öffentlichen Raum sind legalistische Islamisten bemüht, als vermeintliche Interessenvertreter der gesamten muslimischen Community aufzutreten. Innerhalb dieser Gemeinde machen sie verstärkt Werbung für eigene politische Interessen, um diese auf legalem Weg (»durch die Institutionen«), geschützt durch die Religionsfreiheit, durchzusetzen.‘ Denn das Ziel sei die ‚Ausformung einer Rechtspraxis auf der Grundlage traditioneller und als authentisch erachteter islamischer Schriften‘. Im März 2016 fand laut Verfassungsschutz in der NBS die erste Veranstaltung des ‚Fatwa Ausschuss Deutschland‘ (FAD) mit mehr als 600 Teilnehmern statt. Auch im Fatwa-Ausschuss sitzen dem Bericht zufolge mehrere Theologen, die der Muslimbruderschaft nahestehen.“ (Bericht der Bild: „Radikal-Imam sprach bei Gedenkfeier für Terror-Opfer“)

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