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Wenn Meinungen als Fakten dargestellt werden

netanjahu-obamaSehr geehrter Herr Kramar,

in Ihrem Kurier-Artikel über „Obamas böses Adieu“ schreiben Sie, der noch amtierende US-Präsident habe eine „letzte Attacke“ gegen den israelischen Premier Netanjahu geritten, „der ja alle Bemühungen Obamas und seines Außenministers John Kerry um eine Nahost-Lösung vereitelt hatte.“ Sie mögen der Meinung sein, Netanjahu sei für das Stocken des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses verantwortlich. (Sie sprechen hier von „einer Nahost-Lösung“, als gebe es in der Region nicht weitaus dringendere Probleme und blutige Konflikte, die mit dem israelisch-palästinensischen nichts zu tun haben.) Ein Bericht ist aber nicht der Ort für Meinungen, sondern für eine möglichst objektive und ausgewogene Präsentation der Fakten. Dazu hätte im konkreten Fall u.a. beispielsweise gehört, auf die völlige Verweigerungshaltung der palästinensischen Führung hinzuweisen, die sich dafür rühmt, zu keinerlei Kompromissen bereit zu sein, und auch die im vergangenen Herbst begonnene Welle palästinensischer Terrorangriffe auf israelische Bürger zumindest zu erwähnen. Wenn Sie in einem nicht als Meinungsbeitrag deklarierten Artikel schreiben, Netanjahu habe „ja alle Bemühungen … um eine Nahost-Lösung vereitelt“, verwischen Sie die journalistisch gebotene Unterscheidung von Fakten und Meinungen und präsentieren den Kurier-Lesern Ihre – wie ich finde einseitige und nicht zutreffende – Ansicht, als handle es sich dabei um ein Faktum.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Mena Watch – der unabhängige Nahost-Thinktank

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