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Warum ausgerechnet Linke den „Gottesstaat“ Iran unterstützen

Kundgebung der Friedensbewegung am 11.01.2020 in Berlin
Kundgebung der Friedensbewegung am 11.01.2020 in Berlin (© Imago Images / epd)

Das antiimperialistische Weltbild sorgt für die altbekannten Feindbilder, sodass sich Linke reflexhaft hinter ein islamistisches Regime und gegen die USA stellen.

Ronya Othman / Cemile Sahin, taz

Nachdem vor knapp zwei Wochen der iranische General Qasim Soleimani von einer US-Drohne getötet wurde, zeigte sich ein Teil der deutschen Linken empört. Es verbreitete sich das bekannte antiimperialistische Narrativ von den aggressiven USA und dem Opfer Iran.

Nur ist Soleimani nicht irgendein unschuldiger Mann, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Er war Befehlshaber der iranischen Quds-Einheiten und kontrollierte und koordinierte zahlreiche Kriege im Nahen Osten. Soleimani war kein Opfer, sondern ein Akteur, der die iranische Expansion in der Region vorangetrieben hat. Wenn nun also auf Twitter der Hashtag #nowarwithiran verbreitet wird, sollte auch daran erinnert werden, dass die Quds-Einheiten, deren Ziel die Zerstörung Israels ist, bereits in Syrien, dem Irak, Libanon und Jemen kämpfen.

Wenn Linke das militärische Vorgehen der USA anprangern, zu Iran aber schweigen, dann sind das doppelte Standards. (…) Nach dem Anschlag auf Soleimani hatte Iran Raketen auf einen von US-Soldaten genutzten Stützpunkt im Irak gefeuert. Und von deutscher Seite begann man mit dem Teilabzug der Bundeswehr aus dem Irak. Viele Linke fordern das schon lange. Wenn westliche Streitkräfte abziehen, ist automatisch Frieden – so ihre einfache Rechnung. (…)

Das antiimperialistische Weltbild hat ausgedient. Es braucht eine neue Form der Solidarität mit den Menschen im Nahen Osten, die nach Freiheit, Würde und Menschenrechten rufen – mit denen, die gerade im Iran auf die Straße gehen und protestieren zum Beispiel.

Doppelte Standards

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