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Wenn Erziehung zu friedlicher Koexistenz als Verbrechen gilt

Wenn Erziehung zu friedlicher Koexistenz als Verbrechen giltWie das unabhängige Forschungsinstitut Middle East Media Research Institute berichtete, will UNRWA nun mindestens 50 Veränderungen in Schulbüchern der Grundschulen in Fächern wie Arabisch, Mathematik, Sozialwissenschaften und Englisch vornehmen. Unter anderem geht es um die Beispiele, mit denen Kinder lernen, den Laut ‚Ti‘ auszusprechen. Bislang diente im Arabischlehrbuch der ersten Klasse dazu eine Karte „Palästinas“ (auf Arabisch: ‚Falastin‘). Das Problem dabei: Israel existiert auf dieser Karte nicht. Palästina reicht vom Mittelmeer bis zum Jordan. Jetzt sollen die Abbildungen eines Vogels (‚Jatir‘) und von Kürbissen (‚Jaktin‘) die Karte ersetzen. (…) Auch die Gleichstellung der Geschlechter soll in den neuen Büchern Ausdruck finden, zum Beispiel dadurch, dass auf Fotos fortan auch Frauen und Mädchen zu sehen sind, manchmal direkt neben Männern und Jungen – eine klare Ansage gegen die von Islamisten geforderte Geschlechtertrennung. In der Vergangenheit kam es wegen des Lehrplans von UNRWA bereits zu Konflikten mit der PA und besonders der Hamas. Schon vor drei Jahren drohten die Islamisten der UN-Organisation mit ‚Konsequenzen‘, falls diese weiterhin Lehrmaterial über universale Menschenrechte verteile.

Auch diesmal kamen die Reaktionen umgehend: Das Bildungsministerium der PA drohte, jeden zu bestrafen, der versuche, den Lehrplan zu ‚verändern oder zu sabotieren, weil dies als Aggression gegen Palästina und die nationale Identität gewertet wird.‘ (…) Widerstand kam auch aus Reihen der UNRWA selbst. Amal al-Battasch, stellvertretende Direktorin der Gewerkschaft der UNRWA-Mitarbeiter, erklärte die Teilnahme von Lehrern an einem Workshop zu den Veränderungen für verboten: ‚Wir werden dieses Komplott gegen unser Volk nicht zulassen!‘ Die Reform ‚schadet unseren Prinzipien, verfälscht unsere Geschichte, Geografie und Überzeugungen.‘ Die UNRWA betreibe ‚Gehirnwäsche‘. Ein anderer Mitarbeiter der Organisation sagte der Hamas-nahen palästinensischen Nachrichtenseite Alray, das Problem mit den Neuerungen sei, dass sie ‚eine Kultur der Normalisierung und friedlichen Koexistenz als Lösung für das Problem darstellen, und den palästinensischen Schüler vom (bewaffneten) Widerstand distanziert.‘“ (Gil Yaron: „So heizen palästinensische Schulbücher den Nahost-Konflikt an“)

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