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Weltbank warnt Iran: Angriff auf Israel würde Wirtschaft zerstören

Ein Angriff auf Israel brächte Irans Wirtschaft unter Druck und würde die Inflation erhöhen
Ein Angriff auf Israel brächte Irans Wirtschaft unter Druck und würde die Inflation erhöhen (© Imago Images / Panthermedia)

Selbst ein kurzer Krieg würde die iranische Bevölkerung teuer zu stehen kommen, den Lebensstandard senken, Investitionen stoppen und die Inflation erhöhen. 

Die Weltbank hat in einem neuen Bericht davor gewarnt, dass ein Krieg gegen Israel katastrophale Folgen für die iranische Wirtschaft haben würde. Dem kürzlich veröffentlichten Bericht zufolge würde ein Krieg zu einer hohen (Jugend-)Arbeitslosigkeit, einem Schwund an Investitionen, einer weiteren Schädigung der Automobilindustrie, einer raschen Währungsabwertung, einem verzerrten Wechselkurssystem, einer explodierenden Inflation und einem sich verschlechternden Produktionssektor führen.

Der Weltbankbericht stellt fest, dass das reale Pro-Kopf-Einkommen und der Lebensstandard im Iran im Jahr 2024 niedriger sind als im Jahr 2014, wobei sich die Kluft zwischen dem Iran und anderen Entwicklungsländern stetig vergrößert. Selbst ein relativ kurzer militärischer Konflikt mit Israel, so die Analyse, käme die iranischen Bürger teuer zu stehen: »Eine iranische Verwicklung in den Gaza-Krieg könnte zu einem Verlust von mehr als zehn Prozent des BIP und des Staatseinkommens führen, laufende wirtschaftliche Aktivitäten stören, den Lebensstandard erheblich senken und produktive Investitionen weiter verringern.«

Darüber hinaus warnen die Ökonomen der Weltbank, darunter auch Iraner, dass eine »aktive Beteiligung am Gaza-Konflikt dem iranischen Human- und Sachkapital langfristigen Schaden zufügen wird«.

Unvermeidbare Inflation

Die Ökonomen kamen zu dem Ergebnis, dass die in einem Kriegsfall »unvermeidbare Abwertung der iranischen Währung die Inflation wieder anheizen würde«, wobei die jährliche Rate rasch auf etwa sechzig Prozent ansteigen würde. Eine weitere wesentliche Folge wäre ein Rückgang der Ölexporte um zwei Drittel, wodurch sich das Haushaltsdefizit auf etwa 6,5 Prozent des BIP erhöhen würde. Große Teil des Staatshaushalts resultieren derzeit aus Ölexporten nach Ländern wie China, welche die gegen das Land verhängten Sanktionen ignorieren.

»Die iranische Regierung«, so schlussfolgern die Ökonomen, »wäre gezwungen, einen erheblichen Teil ihres Budgets für Verteidigung und militärische Zwecke zu verwenden, was auf Kosten wichtiger sozialer und wirtschaftlicher Ziele ginge«.

Als internationale Institution hält sich die Weltbank in der Regel mit Stellungnahmen zur Außen- und Sicherheitspolitik ihrer zweihundert Mitgliedsstaaten zurück. Die öffentliche Warnung der Weltbank-Ökonomen an die iranische Führung ist auf die verheerenden wirtschaftlichen und sozialen Kosten zurückzuführen, die ein Krieg bedeuten würde, und wird wahrscheinlich erhebliche Auswirkungen auf Präsident Masoud Peseschkian und seine Regierung haben.

Ob der Weltbank-Bericht allerdings den Obersten Führer Ali Khamenei beeinflussen wird, ist ungewiss. Khamenei und die von ihm protegierte Revolutionsgarde sind bekannt dafür, ideologischen Belangen stets den Vorrang vor wirtschaftlichen zu geben.

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